0:0 - Werder Bremen holt einen Punkt in Leverkusen

Torsten Frings, hier im Zweikampf mit Toni Kroos, gehörte am Sonntag zu den stärksten Bremern.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Im Spitzenspiel des sechsten Bundesliga-Spieltags trennten sich Werder Bremen und Bayer Leverkusener in der BayArena mit einem torlosen Remis. Die Bremer fanden in der ersten Hälfte nach starkem Beginn der Gastgeber zunehmend besser in die Partie und erspielten sich drei gute Torgelegenheiten, die Angreifer Marko Marin aber nicht verwerten konnte. In der zweiten Halbzeit waren es erneut die Leverkusener, die den besseren Start erwischten, ohne sich jedoch viele nennenswerte Torgelegenheiten herauszuspielen. Auch Werder gelang es im zweiten Durchgang nur noch selten, gefährlich vor das Tor von Rene Adler zu kommen.

 

Werder ohne Özil, Bayer ohne Augusto und Derdiyok

 

Der Werder-Defensive um Per Mertesacker gelang es dafür zu sorgen, dass Stefan Kießling erstmals in dieser Saison ohne Tor-Erfolg blieb.

Bremens Cheftrainer Thomas Schaaf begann mit der gleichen Startformation wie in der Europa-League-Partie bei Nacional Funchal. Den verletzten Mesut Özil ersetzte erneut Offensivallrounder Aaron Hunt. Leverkusens Trainer Jupp Heynckes musste sein Team gegenüber der Vorwoche hingegen auf zwei Positionen umstellen. Den gesperrten Angreifer Eren Derdiyok ersetzte der Ex-Torschützenkönig Theofanis Gekas und für den verletzten Brasilianer Renato Augusto rückte Toni Kroos auf den rechten Flügel.

 

Und der vom FC Bayern an Bayer 04 ausgeliehene Kroos war es auch, der nach fünf Minuten die erste nennenswerte Aktion der Partie hatte. Nach einem hohen Querpass von Bundesliga-Top-Torjäger Stefan Kießling stand der Leverkusener in halbrechter Position plötzlich allein vor Werder-Keeper Tim Wiese, der aber die Ruhe bewahrte, lange stehen blieb und keine Probleme hatte, den zu zögerlichen Schuss abzuwehren.

 

Doppelchance: Marin verpasst die Führung knapp

 

Die leichten Vorteile, die Bayer sich in den ersten Minuten erspielt hatte, egalisierten die Bremer in der ersten Halbzeit mit zunehmender Spieldauer und kamen durch Marko Marin nach 13 Minuten ihrerseits zu ihrer ersten Gelegenheit. Einen von Pizarro erkämpften Ball nahm der deutsche Nationalspieler mit hohem Tempo mit, den harten Schuss von der halbrechten Strafraumkante konnte Adler jedoch mit beiden Fäusten zur Seite abwehren. Nur zwei Minuten später war es erneut Marin, der – dieses Mal über die linke Seite – für Gefahr sorgte. Nach gutem Zuspiel von Aaron Hunt drang der Angreifer in den 16er ein, ließ Hyypiä nach einer schnellen Drehung stehen, und schob den Ball ganz knapp an der kurzen Ecke vorbei.

 

Gute Torgelegenheiten wurden in der Folge jedoch auf beiden Seiten zunehmend selten, weder Sebastian Boenischs Fernschuss-Knaller (21.), noch der unverhofft im Strafraum an den Ball gekommene Gekas (23.) brachten die beiden Nationaltorhüter ernsthaft in Bedrängnis. Beide Teams hielten die gegnerische Offensive immer besser vom eigenen Tor fern. Auf Bremer Seite tat sich in der ersten Hälfte der bissige Kapitän Torsten Frings mit vielen gewonnen Zweikämpfen hervor und als Bayer nach 34 Minuten nach einem Rolfes-Steilpass doch einmal drohte durchzubrechen, war Tim Wiese auf dem Posten und sicherte sich die Kugel aufmerksam vor Barnetta.

 

Kurz vor dem Pausenpfiff hatte noch einmal Marko Marin die Gelegenheit, die Grün-Weißen in Führung zu bringen. Aaron Hunt, nahm einen tollen 30-Meter-Pass von Torsten Frings auf der linken Seite auf und passte den Ball quer in den Strafraum, wo Marin in unmittelbarer Tornähe ganz knapp an der Hereingabe vorbeirutschte (41.). Die beiden DFB-Pokalfinalisten gingen mit einem 0:0 in die Pause.

 

Leverkusen in Halbzeit zwei nur noch mit einem Angreifer - Saison-Debüt für "Rosi"

 

Markus Rosenberg freute sich über sein Saison-Debüt.

In der Halbzeit wechselte Bayer-Coach Heynckes seinen Stürmer Thefonis Gekas aus und brachte mit Lars Bender einen fünften Mittelfeldspieler. Analog zur ersten Hälfte gehörten seinem Team die ersten Minuten: Zunächst überwand Kießling aus rund 15 Metern Tim Wiese, stand dabei jedoch deutlich im Abseits, so dass das Tor nicht zählte (47.). Zwei Minuten später verpasste die Bayer-Offensive eine gefährliche Hereingabe des eingewechselten Bender von der rechten Seite.

 

Wie im ersten Durchgang schafften es die Bremer, das Spiel in der Folge zu beruhigen. Ein Rolfes-Fernschuss (58.), der einen Meter über den Kasten von Wiese hinwegflog, war bis zur Schlussphase die vorerst letzte gefährliche Aktion des Tabellenzweiten. Auch die Mannschaft von Thomas Schaaf kam nicht mehr häufig gefährlich vor Adlers Tor. Zwei Marin-Hereingaben (63./67.) wurden abgeblockt, bzw. abgefangen, bevor Werders U 21-Europameister gegen Markus Rosenberg ausgewechselt wurde. Für den schwedischen Stürmer war es nach überstandenen Knie-Problemen der erste Einsatz dieser Saison, ihm gelangen dabei ein paar gute Aktionen, für Torgefahr konnte der 26-Jährige aber nicht mehr sorgen.

 

Acht Minuten vor dem Ende geriet der Auswärtspunkt für Werder nocheinmal in Gefahr, als Arturo Vidal nach guter Vorarbeit plötzlich allein vor Tim Wiese auftauchte. Der Versuch den erneut aufmerksamen Tim Wiese zu überlupfen blieb jedoch genauso wenig von Erfolg gekrönt, wie Lars Benders Gewaltschuss, der in der vorletzten Minute knapp am Tor vorbeirauschte. Da Werder in der ersten Halbzeit die etwas dominantere Mannschaft mit den leichtm Chancenplus war, die Leverkusener dafür in der zweiten Hälfte mehr Druck aufbauen konnten, geht das Unentschieden schlussendlich in Ordnung.

 

von Christoph Muxfeldt