Ein Elfmeter entscheidet: Werder unterliegt 0:1 in Dortmund

Die erste von zwei ganz dicken Werder-Chancen: Claudio Pizarro schießt in der 35. Minute freistehend über das Tor.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder Bremen muss in der Bundesliga weiter auf den ersten Auswärtssieg des Jahres 2009 warten. Bei Borussia Dortmund unterlagen die Grün-Weißen mit 0:1 (0:0). Das einzige Tor erzielte Alexander Frei in der 63. Minute per Foulelfmeter.

 

Robuste Brasilianer: Diego im Duell mit Dede, Alexandros Tziolis beobachtet im Hintergrund.

Einmal mehr war Cheftrainer Thomas Schaaf aufgrund von Verletzungen und Sperren zu Umstellungen in seiner Startelf gezwungen. Im Vergleich zum Uefa-Cup-Weiterkommen in St. Etienne begann Petri Pasanen für Naldo (Rotsperre) in der Innenverteidigung. Für die verletzten Torsten Frings und Markus Rosenberg rückten Alexandros Tziolis und Hugo Almeida ins Team. Peter Niemeyer bekleidete die Position vor der Viererkette, während Tziolis im rechten Mittelfeld agierte.

 

Munterer Beginn, wenig Chancen

 

Werder erarbeitete sich zu Beginn mehr Spielanteile, doch das Spiel über die Flügel und die Präzision im Passspiel ließen zu wünschen übrig. Die Dortmunder kamen da schon etwas gefährlicher vors Tor. Tim Wiese wehrte einen Schuss von Nelson Valdez ab, unmittelbar danach trennte Boenisch den einschussbereiten Sebastian Kehl im letzten Moment fair vom Ball (10.). Und ein weiterer Versuch von Kehl wurde abgeblockt (26.).

 

Pizarro vergibt Bremer Führungstor

 

Nach dem Elfmeter: Mimik und Gestik der Protagonisten Frei und Özil verraten, wer hier gerade getroffen hat.

Nach einer halben Stunde verflachte das Niveau zusehends, beiden Mannschaften unterliefen viele Ballverluste. Einen davon hätte Werder in der 35. Minute beinahe zum Führungstor genutzt. Alexandros Tziolis luchste Sebastian Kehl den Ball ab und bediente auf der rechten Außenbahn Mesut Özil, der eine Flanke auf Höhe des langen Pfostens schlug. Claudio Pizarro lief aus dem Rückraum heran, schoss den Ball jedoch aus wenigen Metern unbedrängt über das Tor.

 

Die zweite Halbzeit brachte zunächst keine Veränderungen – weder personeller noch spielerischer Natur. Ein Aufschrei hallte in der 48. Minute über die Dortmunder Südtribüne, als Alexander Frei im Zweikampf mit Per Mertesacker zu Fall kam. Nach Pass von Valdez war der Schweizer allein vor Wiese, die Zuschauer forderten Elfmeter, doch Schiedsrichter Knut Kircher hatte alles richtig gesehen: „Merte“ spitzelte korrekt den Ball weg und traf dann erst Frei.

 

Drei strittige Situationen, ein Elfer – 1:0 für Dortmund

 

Engagiert, doch glücklos wie seine Mitspieler: Sebastian Boenisch, hier im Zweikampf mit Frei.

Zehn Minuten später, Werder war gerade durch Boenisch zum ersten Torschuss im zweiten Durchgang gekommen, schäumten die Emotionen der BVB-Fans erneut über. Frei passte in die Gasse zu Valdez, der Wiese umkurvte und von Prödl gestoppt wurde – wieder alles fair. Bei der dritten umstrittenen Situation aber pfiff Kircher. Diesmal rangelten Boenisch und Valdez, der Ex-Bremer fiel - eine harte Entscheidung des Unparteiischen. Frei ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte mit einem harten, präzisen Schuss ins linke Eck (63.).

 

Werder musste nun kommen, Trainer Schaaf brachte mit Daniel Jensen für Niemeyer eine frische Kraft. Die Dortmunder kamen durch die jetzt nicht mehr so kompakte Bremer Abwehr zu einigen guten Möglichkeiten und hätten durch Valdez (73.), Hajnal (74.) und Kringe (75.) für die Vorentscheidung sorgen können.

 

Schlussoffensive nicht belohnt

 

Anstatt dessen blieb das Spiel bis zuletzt offen - und spannend. Wieder hatte Pizarro die größte Bremer Chance, scheiterte aber nach Vorlage von Hugo Almeida aus kurzer Distanz an BVB-Keeper Roman Weidenfeller (85.). In den Schlussminuten und der dreiminütigen Nachspielzeit warfen die Grün-Weißen alles - inklusive Torwart Wiese - nach vorne, doch das Anrennen blieb ohne Erfolg. Der erste Auswärtssieg 2009 lässt damit ebenso weiter auf sich warten wie ein Sprung nach vorn in der Tabelle.

 

von Kevin Kohues