1:1 in Wolfsburg: Diego-Tor reicht nicht zum Sieg

Hoch das Bein: Martin Harnik ist in dieser Szene vor Pablo Thiam am Ball.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder Bremen hat am 7. Bundesliga-Spieltag den elften Saisonpunkt erkämpft. Beim VfL Wolfsburg holte die Mannschaft von Cheftrainer Thomas Schaaf ein 1:1 (0:0). Diego schoss die Grün-Weißen in Führung (48.), sein Landsmann Josue glich für Wolfsburg aus (66.).

 

Harnik ersetzt "Baumi"

 

Hoch das Bein: Martin Harnik ist in dieser Szene vor Pablo Thiam am Ball.

Nachdem sich am letzten Wochenende beim 4:1 gegen Stuttgart auch Kapitän Frank Baumann (Außenbandanriss im linken Knie) verletzt hatte, war Thomas Schaaf einmal mehr zu einer Umstellung gezwungen. Martin Harnik rückte ins rechte Mittelfeld, Daniel Jensen nahm die „Baumi“-Position vor der Viererkette ein und Per Mertesacker übernahm die Kapitänsbinde.

 

Die Bremer, aufgrund der Ähnlichkeit zu Wolfsburgs Grün erstmals in hoffnungsvollem Himmelblau angetreten, sahen sich zunächst einer Druckphase der Gastgeber ausgesetzt. Jacek Krzynowek unterstrich alsbald, warum er vor allem für seine "linke Klebe" bekannt ist. Nach sechs Minuten hämmerte der Pole eine Marcelinho-Ecke von der Strafraumgrenze volley an den rechten Außenpfosten – Glück für Werder.

 

Jentzsch stark gegen Diego

 

Vier Minuten später indes Pech für Werder. Jurica Vranjes spielte einen klasse Pass in die Tiefe auf Diego, doch VfL-Torwart Simon Jentzsch zeigte eine starke Parade gegen den Linksschuss des kleinen Brasilianers. In der Folge zeigte sich jedoch, dass beide Mannschaften nicht ihren besten Tag erwischt hatten. Viele Fehler und einige Fouls hemmten den Spielfluss. Wolfsburg schaffte es zwar häufiger in den gegnerischen Strafraum, profitierte dabei aber eher von Fehlern der Werderaner als vom eigenen Spiel. So auch in der 18. Minute, als der Brasilianer Grafite den Ball von Jurica Vranjes serviert bekam – sein Schuss zischte nur knapp am Bremer Tor vorbei. Grafite war es auch, der in der 29. Minute für Marcelinho vorbereitete und zehn Minuten später selbst an Wiese scheiterte.

 

Die Werderaner traten in der ersten Hälfte nur noch zwei Mal gefährlich in Erscheinung. Simon Jentzsch hatte seine liebe Mühe mit einem tückischen Freistoß-Aufsetzer von Naldo (36.), und Martin Harnik erwischte eine Diego-Flanke in guter Position mit dem Kopf nicht optimal – der Ball senkte sich in hohem Bogen auf das Tornetz (39.).

 

Diegos unwiderstehlicher Antritt

 

Auf der Höhe: Per Mertesacker, hier im Kopfballduell mit Grafite, überzeugte in Wolfsburg einmal mehr mit einem glänzenden Zweikampfverhalten.

Zur Pause kam Peter Niemeyer für Martin Harnik, der im für ihn ungewohnten rechten Mittelfeld nicht so gut zurechtgekommen war. Und der ehemalige U21-Nationalspieler war mit einer Balleroberung im Mittelfeld gleich am ersten Tor des Spiels beteiligt. Diego setzte daraufhin zu einem unwiderstehlichen Solo an, ließ drei Wolfsburger stehen, prüfte Jentzsch, der den Ball nicht festhalten konnte, setzte nach und schob zum 0:1 ein (48.).

 

Der Treffer verlieh den Grün-Weißen zunächst mehr Sicherheit, sie kontrollierten das Spiel, zogen sich aber auch mehr und mehr zurück. Wolfsburg kam immer wieder gefährlich in den Bremer Strafraum, scheiterte aber vor allem an der Zweikampfstärke von Per Mertesacker und Naldo. Leider nur bis zur 66. Minute: Dann kam Josue nach Vorarbeit von Marcelinho und dem eingewechselten Dzeko halblinks im Strafraum sträflich frei zum Schuss und ließ Tim Wiese mit dem Außenrist keine Chance – 1:1.

 

Die letzten 20 Minuten wurden wie das gesamte Spiel engagiert, aber auf mäßigem Niveau geführt. Die Gastgeber hatten die besseren Möglichkeiten zum Sieg, doch Grafite erwies sich als „Chancentod“. Thomas Schaaf brachte mit Markus Rosenberg für Hugo Almeida noch frisches Blut im Sturm und unterstrich damit seinen Siegeswillen – die Maßnahme trug aber keine Früchte mehr.

 

von Kevin Kohues