Werder bleibt nach 4:1 in Köln "oben dran"

Holte den "Hammer" heraus: Werders brasilianischer Verteidiger Naldo, hier im Zweikampf mit Kölns Matthias Scherz, verwandelte einen direkten Freistoß aus 30 Metern zum zwischenzeitlichen 1:1.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder Bremen bleibt dem Spitzenduo der Fußball-Bundesliga weiter auf den Fersen. Die Grün-Weißen gewannen das Auswärtsspiel des 16. Spieltages beim 1.FC Köln am Ende deutlich mit 4:1 (1:1). Miroslav Klose, der nach seinem Jochbeinbruch schon in der Champions League gegen Athen mit einer Gesichtsmaske aufgelaufen war, kehrte gegen Köln auch in die Bundesliga-Startelf der Werderaner zurück. Aaron Hunt blieb ebenso draußen wie die verletzten Christian Schulz und Tim Borowski, die durch Naldo und Torsten Frings ersetzt wurden.

"Maskenmann" Miro Klose war gegen Köln wieder ganz der Alte und traf zweimal ins Schwarze.

Die Elf von Cheftrainer Thomas Schaaf begann das Spiel vor 50.000 Zuschauern im ausverkauften Kölner RheinEnergie-Stadion mit voller Konzentration, kam aber gegen die tief stehenden Gastgeber zunächst kaum gefährlich vor das Tor. Nelson Valdez hatte in der 13. Minute zwei erste Gelegenheiten, doch erst traf er den Ball nicht richtig, dann verpasste er eine scharfe Hereingabe von Patrick Owomoyela nur um Haaresbreite. Den Kölnern gelang nach vorne hin ebenfalls nicht allzu viel, verzeichneten sie doch erst durch einen Distanzschuss von Dimitrios Grammozis, der allerdings weit daneben ging, die erste nennenswerte Gelegenheit (19.). Die Führung für das Rapolder-Team fiel demnach eher überraschend. Mokhtari gewann auf der linken Seite einen Zweikampf gegen Fahrenhorst und flankte den Ball auf Imre Szabics, der der herausstürzenden Andi Reinke im Fünfmeterraum sehr robust anging und die Kugel anschließend im Tor unterbrachte (24.).

Naldos 30-m-Hammer bringt den Ausgleich

Werder blieb jedoch die tonangebende Mannschaft und brauchte zehn Minuten, um eine passende Antwort auf den Rückstand zu geben. Dann demonstrierte Naldo, weshalb er in Brasilien für seine hart geschossenen, torgefährlichen Freistöße bekannt war. Aus 30 Metern lief der 23-Jährige an und hämmerte den Ball in den rechten Winkel des Kölner Tores, wobei FC-Keeper Andreas Wessels nicht besonders gut aussah. Vor der Pause kamen die Platzherren noch einmal auf und hatten durch Scherz nach klugem Grammozis-Pass noch eine Chance zur erneuten Führung, doch Andi Reinke parierte stark (44.).

Jubeln durften stattdessen bald wieder die Bremer. Fünf Minuten nach dem Wechsel schlug Kapitän Frank Baumann einen glänzenden Pass auf Johan Micoud, der Franzose lief von rechts in den Strafraum und legte den Ball an zwei Kölnern vorbei quer auf Miroslav Klose, der nur noch den Fuß hinhalten musste – erstmals lag Werder vorne. Köln hielt dagegen und wäre nur drei Minuten später fast zum Ausgleich gekommen. Mokthari profitierte von einem Stellungsfehler von Naldo, doch Reinke tauchte beim Schuss des Marokkaners blitzschnell nach unten und parierte.

“K-&-K“-Sturm wieder vereint

Jubel bei Johan Micoud, Torsten Frings und Miroslav Klose.

Die Werderaner versuchten nun, wieder mehr Ruhe in die Partie zu bekommen und ließen kaum noch Chancen der zunehmend erschöpften Kölner zu, obwohl die Domstädter mit Epstein und Guié-Mien noch zwei frische Offensivkräfte eingewechselt hatten (53.). Auch die Bremer erspielten sich nur noch wenige gefährliche Situationen. Nelson Valdez, der nach einem Rempler von Sinkiewicz im Strafraum einen Elfmeter hätte bekommen können (71.), wurde kurz darauf gegen Ivan Klasnic ausgewechselt, der sein Comeback nach der Blinddarm-Operation feierte. Sein „K-&-K“-Partner Miro Klose hatte mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze eine weitere Möglichkeit, verfehlte den Kasten aber knapp.

Das entscheidende dritte Tor sparte sich die Schaaf-Elf bis zur 90. Minute auf. Johan Micoud schloss einen schulbuchmäßigen Konter über Ivan Klasnic und Torsten Frings abgeklärt ab. Wenige Sekunden später setzte der wiedervereinte „K-&-K“-Sturm noch einen drauf: Miro Klose tanzte nach einer Flanke von Ivan Klasnic den Kölner Torwart aus und setzte den Schlusspunkt unter einen am Ende auch in dieser Höhe verdienten Sieg.

von Kevin Kohues


1. FC Köln – Werder Bremen 1:4 (1:1)

1. FC Köln: Wessels - Sinkala, Sinkiewicz, Matip, Benschneider - Grammozis (53. Guié-Mien), Schindzielorz - Scherz, Mokhtari, Rahn (53. Epstein) - Szabics (30. Lurling)

Werder Bremen: Reinke - Owomoyela, Fahrenhorst, Naldo, Andreasen - Baumann - Vranjes, Frings - Micoud - Klose, Valdez (72. Klasnic)

Tore: 1:0 Szabics (24.), 1:1 Naldo (34.), 1:2 Klose (50.), 1:3 Micoud (90.), 1:4 Klose (90+1.)

Schiedsrichter: Stark (Landshut)

RheinEnergie-Stadion: 50.000 Zuschauer (ausverkauft)

Gelbe Karten: Sinkala - Fahrenhorst, Micoud, Baumann

Torschüsse: 12 : 21

Ecken: 4 : 3

Flanken: 12 : 20

Ballkontakte: 43% : 57%

Gewonnene Zweikämpfe: 45% : 55%

Fouls: 17 : 14

Abseits: 3 : 0

Die meisten Torschüsse: Benschneider, Mokhtari (je 3) – Valdez (4)

Die meisten Torschussvorlagen: Grammozis (5) – Klose (6)

Die meisten Ballkontakte: Sinkala (85) – Owomoyela (102)

Die Zweikampfstärksten: Sinkiewicz (67%) – Fahrenhorst (78%)