Valdez-Tor kann 1:3-Niederlage im Borussia-Park nicht verhindern

Hier stoppt Frank Baumann Gladbachs Ivo Ulich. Am Ende waren die Gastgeber aber zu stark für die Bremer.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Der deutsche Meister Werder Bremen sucht in der neuen Saison noch nach seiner Form: Die Grün-Weißen verloren am vierten Spieltag bei Borussia Mönchengladbach mit 1:3 und kassierten damit die zweite Bundesliga-Niederlage in Folge. Den einzigen Treffer für die Mannschaft von Cheftrainer Thomas Schaaf erzielte der eingewechselte Nelson Valdez (69.). Danach drückten die Bremer auf den Ausgleich, verpassten es aber, ihre Torchancen konsequent zu verwerten. Ein Kontertor der Gladbacher sorgte kurz vor Schluss schließlich für die Entscheidung. Nach der Niederlage im neuen Stadion im Borussia-Park belegt Werder in der Tabelle den sechsten Rang.

Es dauerte bis zur siebten Minute, bis die Hausherren angetrieben von über 50.000 Fans in der neuen Arena, zu ihrer ersten Torchance kamen. Per Kluge prüfte Werder-Torwart Andi Reinke mit einem Schuss aus ca. 18 Metern, der allerdings den Bremer Schlussmann vor keine größeren Probleme stellte. Werder begann abwartend und überließ in der Anfangsphase den Gladbachern das Mittelfeld. Aber auch bei den Borussen fand der Ball selten den Weg in den Strafraum. Wie aus dem Nichts fiel dann doch die Führung für die Mannschaft von Holger Fach: Korzynietz trat eine Ecke von rechts, in der Mitte löste sich Marek Heinz und wuchtete den Ball aus kurzer Distanz per Kopf unter die Latte (12.).

Klasnic verpasst den Ausgleich

Die Bremer zeigten sich beeindruckt von dem Rückstand und brachten auch in der Folgezeit keine richtige Linie in ihr Spiel, das Mitte der ersten Hälfte jetzt insgesamt noch zerfahrener wurde. Die Hausherren zogen sich mehr und mehr in die eigene Hälfte zurück und lauerten auf Konter. Urplötzlich hatte Werder vor der Pause dann doch noch die Riesenchance auf den Ausgleich: Nach einem schnellen Gegenzug über Mittelfeldregisseur Johan Micoud setzte dieser mit einem Traumpass Ivan Klasnic in Szene, der Kroate spielte einen Abwehrspieler aus und schloss mit einem trockenen Linksschuss ab. Gladbachs Keeper Kampa war schon geschlagen, aber das Leder trudelte dann doch um Zentimeter am rechten Pfosten vorbei (36.). Es war die beste Szene des Deutschen Meisters in den ersten 45
Minuten.

Werder kam motiviert aus der Kabine heraus und begann die zweite Hälfte wesentlich engagierter und mit viel Druck nach vorne. Etwas Zählbares sprang für die Grün-Weißen allerdings noch nicht dabei heraus. Im Gegenteil: Acht Minuten nach dem Wiederanpfiff musste Werder-Goalie Reinke zum zweiten Mal in dieser Partie hinter sich greifen. Was war geschehen? Nach einer kurzen Ecke und einem Durcheinander im Strafraum fiel der Ball vor die Füße von Marek Heinz, seinen Schuss konnte Reinke mit einer tollen Rettungstat noch parieren. Ivo Ulich nahm den Abpraller allerdings dankend auf und passte flach in den Fünfmeterraum, wo Oliver Neuville zur 2:0-Führung für die Gladbacher nur noch einzuschieben brauchte (53.).

Eingewechselter Valdez sorgt für neuen Schwung

Thomas Schaaf reagierte postwendend auf den Rückstand und wechselte in der 56. Minute mit Nelson Valdez für Miro Klose einen frischen Stürmer ein. Später kam dann mit Angelos Charisteas ein dritter Angreifer aufs Feld (61.). Und das sollte sich schon bald auszahlen. Nach einem langen Ball von Valerien Ismael in den Strafraum der Borussen und einem Fehler von Christian Ziege gelangte das Leder zu Nelson Valdez. Der Edel-Joker legte sich die Kugel geschickt vom linken auf den rechten Fuß und „hämmerte“ den Ball per Drop-Kick unhaltbar aus 18 Metern unter die Latte ins Netz (69.). Nach dem Anschlusstreffer spielte nur noch eine Mannschaft, Werder Bremen. Angetrieben von Johan Micoud und dem wendigen und nimmermüden Valdez machten die Grün-Weißen weiter Druck und drängten auf den Ausgleich. Die größte Chance hierzu hatte Angelos Charisteas in der 89. Minute, als er einen verlängerten Eckball des Franzosen freistehend vor dem Tor von Keeper Kampa verpasste.

Statt des durchaus verdienten Bremer Ausgleichs fiel in der Nachspielzeit dann aber doch die endgültige Entscheidung zu Gunsten der Mönchengladbacher. Nach einem schnellen Konter der „Fohlen“ über rechts bediente Broich mit einer sehenswerten Flanke den eingewechselten Ivic. Dieser ließ Andi Reinke mit einem Kopfball aus ca. fünf Metern keine Chance.

Werder wachte, wie schon beim 1:2 gegen den VfL Wolfsburg, zu spät auf und ließ die wenigen Torchancen ungenutzt. Am Dienstag, 14.09.2004, muss der Deutsche Meister nun in der Champions League im Giuseppe Meazza Stadion bei Inter Mailand antreten. Der Anpfiff erfolgt um 20.45 Uhr.

Klaus Bellstedt

Werder Bremen: Reinke – Pasanen (70. Magnin), Fahrenhorst, Ismael, Stalteri - Baumann, Ernst, Borowski (61. Charisteas), Micoud – Klose (56. Valdez), Klasnic.

Borussia Mönchengladbach: Kampa – Pletsch, Strasser, Ziege, Korzynietz – Ulich (58. Broich), Hausweiler, Kluge (80. van Kerckhoven) – Heinz (64. Ivic) – van Hout, Neuville.

Tore: 1:0 Heinz (12.), 2:0 Neuville (53.), 2:1 Valdez (69.), 3:1 Ivic (90.)

Gelbe Karten: Micoud, Valdez (beide Werder) – Broich, Korzynietz, Strasser (alle Borussia Mönchengladbach)

Schiedsrichter: Dr. Franz-Xaver Wack
Stadion im Borussia-Park: 52.100 Zuschauer

Torschüsse: 16:13
Ecken: 5:3
Flanken 6:16
Ballkontakte: 57% : 43%
Gewonnene Zweikämpfe: 54% : 46%
Fouls: 18 : 24
Abseits: 6 : 5 (alles aus Werder-Sicht)

Die meisten Torschüsse: Valdez (Werder) 5 x – Neuville, Kluge, Heinz (alle Borussia Mönchengladbach) je 3 x

Die meisten Torschussvorlagen: Micoud (Werder) 5 – Korzynietz, Neuville (beide Borussia Mönchengladbach) je 3

Die meisten Ballkontakte: Stalteri (Werder) 84 x – Korzynietz (Borussia Mönchengladbach) 64 x

Die Zweikampfstärksten: Ismael (Werder) 65 % - Broich (Borussia Mönchengladbach) 75 %