Der SV Werder verliert unglücklich mit 0:1 gegen clevere "Wölfe"

Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Am 29. Bundesliga-Spieltag verlor der SV Werder Bremen sein Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg unglücklich mit 0:1. Dabei waren die Grün-Weißen vor 33.300 Zuschauern im Bremer Weser-Stadion über 90 Minuten die agilere und spielstärkere Mannschaft. Insbesondere in der ersten Halbzeit wusste Werder von Beginn an mit gutem Kombinations-Fußball zu gefallen. Gleich in der ersten Minute hatten allerdings die Wolfsburger eine gute Möglichkeit, als Nationalspieler Tobias Rau auf der linken Seite Mittelfeldspieler Patrick Weiser bediente, der mit einem strammen Schuss Pascal Borel zu einer tollen Parade zwang. In der 5. Spielminute war es eine Einzelaktion von Krisztian Lisztes, die zur ersten guten Bremer Torchance führte. Der Ungar startete im Mittelfeld zu einem Solo, bevor er mit viel Übersicht den Ball auf den links mitgelaufenen Johan Micoud quer legte. Der Franzose zögerte nicht lange und prüfte aus 16 Metern den Wolfsburger Torhüter Sead Ramovic mit einem Flachschuss. Nur fünf Minuten später spielte Micoud Doppelpaß mit Lisztes direkt im Wolfsburger Strafraum, ohne jedoch den Abschluss zu finden. Eine symptomatische Szene für die Grün-Weißen an diesem Nachmittag, die vor dem Wolfsburger Tor einfach zu kompliziert agierten. In der 12. Spielminute setze sich Angelos Charisteas auf der rechten Seite durch und passte den Ball auf den quirligen Lisztes, der aus 18 Metern Torwart Ramovic zu einer Glanz-Parade nötigte. In der ersten halben Stunde kamen die "Wölfe" nur noch einmal gefährlich vor das Bremer Tor, als Miroslav Karhan aus 20 Metern mit links abzog und Borel zur Ecke klären konnte. Werder war die spielbestimmende Mannschaft gegen eine kompakt stehende Wolfsburger Elf. In der 37. Minute war es Johan Micoud, der die nächste Bremer Möglichkeit vorbereitete. Der Franzose überbrückte mit einem langen Ball das komplette Wolfsburger Mittelfeld und bediente damit den gestarteten Ailton. Werders sprintstarker Brasilianer überlief die gesamte VfL-Abwehr und setze den Ball mit dem linken Fuß knapp am Tor vorbei. Fünf Minuten vor dem Halbzeitpfiff sorgte Wolfsburgs Angreifer Martin Petrov noch mal für Gefahr, als er versuchte, Werders Keeper Pascal Borel mit einem Distanzschuss zu überlisten. Doch der Bremer Torwart war auf dem Posten und klärte sicher zur Ecke.

Werders starke fünf Minuten nach der Halbzeipause

Die ersten fünf Minuten nach der Halbzeitpause gehörten allein dem SV Werder. Zunächst setzte sich Charisteas auf der rechten Seite engagiert durch und flankte den Ball auf den aufgerückten Ailton, der das Leder nur um Haaresbreite verpasste. Dann scheiterte Paul Stalteri, der von Fabian Ernst an der Strafraumgrenze gut in Szene gesetzt wurde, mit einem etwas zu unplazierten Schuss an Torwart Ramovic. In der 51. Minute war Ailton nach einer Micoud-Ecke so überrascht, noch an den Ball zu kommen, dass er per Kopf nur den Pfosten traf. Werder dominiete zwar das Spielgeschehen, konnte jedoch kein Kapital daraus schlagen. Auch in der 58. Minute fehlte den Werderanern das nötige Quäntchen Glück, als Paul Stalteri mit einer langen Flanke von rechts den mitgelaufenen Fabian Ernst am langen Pfosten frei spielte. Der 23-Jährige fackkelte nicht lange und schoss wuchtig auf das Wolfsburger Tor, scheiterte jedoch erneut am gut postierten VfL-Keeper. Danach verflachte das Spiel zusehends, Torchancen wurden Mangelware. In der 67. Minute hatte der SV Werder Glück, als der von Diego Klimowicz freigespielte Robson Ponte den Ball an der Torauslinie noch in den Strafraum hinein spitzeln konnte, aber kein Wolfsburger nachgerückt war. Neun Minuten vor dem Ende hatte Fabian Ernst die Führung für die Bremer auf dem Fuß. Der eingewechselte Markus Daun passte den Ball an der rechten Außenbahn quer auf Krisztian Lisztes, der das Leder direkt auf Ailton weiterleitete. Der Brasilianer drehte sich blitzschnell und legte den Ball Ernst auf, der das Wolfsburger Gehäuse mit einem gut plazierten Distanzschuss nur haarscharf verpasste.

Vier Minuten vor Schluss schockt Biliskov den SV Werder

In der 86. Spielminute dann der Schock für die Grün-Weißen: Nach einem Eckball für die "Wölfe" nutzte Marino Biliskov eine Konfusion im Bremer Strafraum und markierte den 1:0-Siegtreffer für den VfL Wolfsburg. Werder warf nach dem Gegentreffer alles nach vorne, konnte sich aber keine entscheidende Möglichkeit mehr heraus spielen.

Mit 43 Punkten bleiben die Werderaner Tabellen-Siebter und haben immer noch Tuchfühlung zu den internationalen Rängen. Der VfL Wolfsburg konnte sich trotz des Erfolges im Bremer Weser-Stadion in der Tabelle nicht verbessern und bleibt mit 41 Zählern Achter.


SV Werder Bremen: Borel - Baumann, Barten, Krstajic, Stalteri, Ernst, Micoud, Schulz, Lisztes, Charisteas (72. Daun), Ailton.

VfL Wolfsburg: Ramovic - Schnoor, Biliskov, Rytter, Thiam, Weiser (90. Sarpei), Rau, Karhan, Klimowicz, Petrov, Ponte (88. Quattrocchi)


Tore: 0:1 Biliskov (86.)
Gelbe Karten: Stalteri, Daun (Werder) - Petrov, Karhan, Biliskov, Rau (VfL Wolfsburg)
Schiedsrichter: Hellmut Krug (Gelsenkirchen)
Weser-Stadion: 33.300 Zuschauer

Torschüsse: 22:11
Ecken: 8:5
Flanken: 11:8
Ballkontakte: 53%:47%
Gewonnene Zweikämpfe: 52%:48%
Fouls: 24:32
Abseits: 1:3

Die meisten Ballkontakte: 81 x Krstajic (Werder), je 58 x Schnoor und Ponte (VfL Wolfsburg)
Die Zweikampfstärksten: Krstajic (Werder) 72% gewonnen; Schnoor (VfL Wolfsburg) 63% gewonnen