Werders Angriffswirbel nicht von Erfolg gekrönt

Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Mit 1:2 hat der SV Werder Bremen das Bundesliga-Duell gegen den TSV 1860 München verloren. Am 20. Spieltag sahen die 34.000 Zuschauer im Weser-Stadion im ersten Durchgang eine ganz stark spielende Bremer Mannschaft, die aber im Abschluss nicht konzentriert genug agierte. Eine Vielzahl der sehr gut herausgespielten Möglichkeiten konnte nicht genutzt werden. Diese Abschlussschwäche rächte sich in der zweiten Halbzeit und die "Löwen" kamen noch zum Sieg.

Sturmlauf der Bremer wird nicht belohnt

Der SV Werder begann furios und erspielte sich eine Chance nach der anderen. Die Abwehr der Münchener war total überfordert. Bereits nach drei Minuten setzte Fabian Ernst den Ball aus 16 Metern knapp am Tor vorbei. Nach zwölf Minuten hämmerte Johan Micoud das Leder aus 20 Metern an den Außenpfosten. Und nur 120 Sekunden später setzte der Franzose eine Flanke von Ivan Klasnic volley knapp am langen Pfosten vorbei. Nach einer Viertelstunde dann der erste Auftritt von Angelos Charisteas. Er bekam von Micoud ein tolles Zuspiel in den Lauf, setzte sich sehr gut durch und zog ab. Das Leder rollte aber wieder am langen Pfosten vorbei. Die "Löwen" kamen überhaupt nicht zum Durchatmen und die Bremer drückten weiter auf die Führung. Erneut war es der Grieche Charisteas, der nach einem von Ernst allein auf das Gäste-Tor zulief, aber zu früh den Abschluss suchte anstatt noch ein paar Schritte zu gehen. Dann war wieder der Spielmacher der Grün-Weißen dran. Johan Micoud zog aus 16 Metern ab und "Löwen-Keeper" Simon Jentzsch lenkte den Ball gerade noch über die Latte. Und auch nach einer halben Stunde stand der Schlussmann der Münchener im Mittelpunkt, als er einen guten Kopfball von Charisteas parieren konnte.

Ivan Klasnic erlöst Mannschaft und Zuschauer

Auch davon ließ sich das Team von Cheftrainer Thomas Schaaf nicht beeindrucken. Es spielten nur die Bremer und sie kamen zu weiteren Chancen. Die größte davon vergab in der 32. Minute Paul Stalteri. Der Kanadier konnte nach einem tollen Doppelpass zwischen Klasnic und Ernst und einer flachen Hereingabe von Ernst den Ball aus fünf Metern nicht über die Linie bringen. Die einzige Möglichkeit der Gäste hatte Martin Stranzl, als er einen Eckball von Weissenberger volley über das Tor von Pascal Borel hämmerte. Nach 40 Minuten dann ein Eckball der Bremer, doch im Getümmel konnten die 60‘er klären. Wenige Sekunden vor dem Halbzeitpfiff war es dann aber endlich soweit. Ivan Klasnic brachte die 34.000 Zuschauer im Weser-Stadion zum Jubeln. Nach einem Eckball landete das Leder beim Kroaten, der per Fallrückzieher die mehr als verdiente Führung erzielte.

Die "Löwen" stellen das Spiel auf den Kopf

Im zweiten Durchgang zeigten die Hanseaten dann ein ganz anderes Bild. Es lief kaum noch etwas konstruktives zusammen und Torchancen gab es kaum noch. In der 51. Spielminute konnte "Löwen-Verteidiger" Torben Hoffmann eine Flanke von Micoud gerade noch vor dem einschussbereiten Ivan Klasnic zur Ecke klären. Im Gegenzug rächten sich die Münchener dafür, dass die Bremer in den ersten 45 Minute so viele Chancen vergaben. Markus Weissenberger brachte einen Freistoss von der echten Seite vor das Tor. Das Leder landete am langen Pfosten beim völlig freistehenden Benjamin Lauth, der sich die Chance nicht entgehen liess und den Ball aus der Luft ins lange Eck schoss. Von diesem Gegentreffer waren die Werderaner geschockt. Nur 120 Sekunden nach dem Ausgleich lief Harald Cerny alleine auf Pascal Borel zu und schob den Ball an den Pfosten. Der eingewechselte Ailton hatte in der 71. Minute seine beste Aktion. Ein Zuspiel von Micoud erreichte der Torjäger aber nicht rechtzeitig und konnte den Ball nur noch dem herauslaufenden Jentzsch in die Arme spitzeln. In der 79. Minute stand dann Pascal Borel im Brennpunkt des Geschehens. Nach einem Eckball der Gäste konnte Borel einen Kopfball aus kurzer Distanz mit einem starken Reflex parieren. Nur eine Minute später hätte Frank Baumann die erneute Führung der Hanseaten erzielen können. Ein guter Kopfball landete aber nur am Pfosten. Im Gegenzug stellten die Münchener das Spiel endgültig auf den Kopf. Zuerst lief Shooting-Star Benjamin Lauth alleine auf Pascal Borel zu. Der Werder-Keeper klärte den Hammer von Lauth mit einer Glanztat zur Ecke. Beim anschließenden Eckball war der Bremer Schlussmann aber ohne Abwehrmöglichkeit. Benjamin Lauth verlängerte den Ball auf Daniel Borimirov, der das Leder aus drei Metern nur noch über die Linie drücken brauchte. Die 2:1-Führung der "Löwen" war auch gleichzeitig der Schlusspunkt. Die Bremer konnten sich danach nicht mehr aufrappeln und hatten keine Mittel mehr gegen die dann gut stehende Abwehr der Münchener.
Mit dieser Niederlage fielen die Grün-Weißen auf den vierten Tabellenplatz zurück. Der TSV 1860 München verbesserte sich durch den Erfolg auf den sechsten Rang.