Zweiter Test: Wiedersehen mit Emden in Loga

War schon 2008 gegen Emden im Einsatz: Werders Peter Niemeyer (Bild: NPH)
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Nachdem das erste Testspiel der neuen Spielzeit gegen Uerdingen souverän mit 6:1 (3:1) gewonnen werden konnte, wartet nun die "traditionelle" Partie in Leer/Loga auf die Grün-Weißen. Wie in den vergangenen Jahren bestreitet Werder dort ein Testspiel auf der Rückreise vom Trainingslager auf Norderney, Gegner am Mittwochabend um 19 Uhr auf dem Sportplatz in Loga ist der Oberligist BSV Kickers Emden. Cheftrainer Thomas Schaaf hat klare Vorstellungen für Werders zweite Partie der Saison 2010/2011: "Emden wird sehr intensiv gegen uns spielen. Mir ist wichtig, dass die Dinge, die wir trainiert haben, im Spiel umsetzten. Genau das haben die Jungs gegen Uerdingen gut gemacht, da haben wir sechs Tore erzielt - hatten aber noch mindestens sechs oder sieben weitere Großchancen. Da müssen wir uns noch verbessern. Es waren aber sehr gute Ansätze dabei und wir haben uns gut bewegt, darauf liegt auch gegen Emden der Schwerpunkt."

 

Der Verein:

 

War gegen Uerdingen zufrieden, will gegen Emden nachlegen: Cheftrainer Thomas Schaaf (Bild: NPH)

Kickers Emden wurde im März 1946 von Emder Fußballern als Nachfolger mehrerer nach Kriegsende zwangsaufgelösten Emder Vereine gegründet und zählt heute rund 900 Mitglieder, hauptsächlich in der Sparte Fußball. Die erste Mannschaft tritt in der Saison 2010/11 in der Oberliga Niedersachsen an, damit ist das Team die höchstklassig spielende Fußballmannschaft aus Ostfriesland. Zusätzlich bietet der BSV Kickers seinen Mitgliedern Tischtennis und Gorodki als weitere Sportarten an.

 

Die Vergangenheit:

 

Nach vielen Jahren in der Amateuroberliga Niedersachen-West, der Verbandsliga Niedersachsen und der Amateurliga Niedersachsen gelang dem BSV Kickers Emden 1991 der Aufstieg in die damals drittklassige Oberliga Nord. 1994 gewannen die Emder in dieser Klasse die Nordmeisterschaft, scheiterten aber in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga. In den 1990ern erlebte der Verein einen sportlichen Aufstieg, hatte aber auch mit finanziellen Problemen und hohen Schulden zu kämpfen.

 

Nach dem verpassten Aufstieg 1994 spielten die Kickers in der damals neu gegründeten Regionalliga Nord (Nordwestdeutschland), in der sie bis zum Abstieg 1999 nie schlechter standen als auf dem neunten Tabellenplatz. In der Oberliga Nord (Staffel Niedersachsen-Bremen) gewannen die Emder gleich in ihrer ersten Saison 2000 und noch einmal 2003 die Meisterschaft, scheiterten aber in beiden Fällen in der Relegation am Aufstieg. 2001 waren die Kickers Vizemeister, punktgleich mit dem Meister Göttingen 05. In der 2004/05 neu gegründeten Oberliga Nord gewann der Verein in der ersten Saison auf Anhieb und für viele Experten durchaus überraschend die Meisterschaft. Damit spielte der Verein seit der Saison 2005/06 wieder in der nun zweigleisigen Fußball-Regionalliga.

 

Am 15. Mai 2008 fusionierte der Ballspielverein Kickers Emden e.V. mit dem 1976 gegründeten SV Blau-Gelb Barenburg-Emden e.V. (vormals „Postsportverein“) zum „Barenburger Sportverein Kickers Emden e.V.“. Am Saisonende schaffte die Mannschaft die Qualifikation für die vom DFB neu gegründete 3. Liga. Ein Jahr später – nach einem überraschenden sechsten Platz in der 3. Liga – erfolgte der Rückzug aus dem Profifußball aus wirtschaftlichen Gründen.

 

Die Gegenwart

 

Obwohl die Mannschaft unter dem damaligen Trainer Stefan Emmerling eine hervorragende Saison 2008/2009 spielte - die Norddeutschen standen an 20 Spieltagen auf einem Aufstiegs- oder einem Relegationsplatz für die 2. Bundesliga, davon sogar sechsmal als Spitzenreiter – musste am Ende der Spielzeit wirtschaftlichen Zwängen Tribut gezahlt werden. Der Verein zog die erste Mannschaft aus der dritten Liga zurück und trat in der vergangenen Saison daher in der Oberliga Niedersachen an. Die Kickers schlossen die Spielzeit mit einem respektablen fünften Rang ab und schafften somit die Relegation zur neuen, eingleisigen Oberliga Niedersachsen. Im DFB-Pokal traf man in der ersten Runde auf den 1.FC Köln, verlor aber auf heimischen Boden mit 0:3. In der kommenden Spielzeit möchte der Verein erneut vorrangig die Klasse sichern. Ein erstes Ausrufezeichen konnten die Emdener in der noch jungen Spielzeit bereits setzen: Gegen den Erstligabsteiger VfL Bochum ging ein Testspiel Anfang Juli nach starkem Kampf nur knapp mit 3:4 (1:2) verloren.

 

Der Kader

 

Philipp Bargfrede kennt Emden bereits aus diversen Test- und Ligaspielen

Während Kickers Emden in der Vergangenheit vereinzelt namhafte Akteure wie den mehrfachen deutschen Nationalspieler Jörg Heinrich hervorbrachte oder ehemalige Profis unter Vertrag hatte, setzt sich die Mannschaft in diesem Jahr überwiegend aus jungen Akteuren der Region zusammen. Trotz der fehlenden Bundesliga-Erfahrung warnt Werders Cheftrainer Thomas Schaaf: "Emden wird noch stärker sein, als es Uerdingen war."

 

Der Trainer:

 

Mit Uwe Groothuis übernimmt zur neuen Saison ein echtes Emdener Urgestein das Traineramt: Der ehemalige Abwehrspieler, der für den OSC Bremerhafen zu neun Einsätzen in der zweiten Bundesliga kam, ist seit 2001 in verschiedenen Trainerpositionen tätig, darunter auch eine Zeit lang als Cheftrainer (2001/2002). Nun übernimmt er die Emdener nach dem Rücktritt von Johann Lünemann zum zweiten Mal. Oberste Priorität wird für den neuen Kickers-Trainer der Klassenerhalt in der eingleisigen Oberliga Niedersachsen haben.

 

 

Die Bilanz gegen Werder:

 

Werder und Kickers Emden standen sich noch nie in einem Pflichtspiel gegenüber. Allerdings kam es in den letzten Jahren zu einigen Partien im Rahmen der Sommervorbereitung, zuletzt konnte Werder 2008 knapp mit 2:1 gegen die Ostfriesen gewinnen. 2004 und 2003 waren die Ergebnisse deutlicher: damals konnten die Profis mit 5:0 beziehungsweise 2:0 gewinnen. In weniger guter grün-weißer Erinnerung sind die jüngsten Vergleiche der U 23 mit dem BSV geblieben. In der Saison 2008/2009 mussten sich unter Anderem Philipp Bargfrede, Dennis Schmidt und Timo Perthel mit 0:1 und 1:3 geschlagen geben.

 

Informationen für Fans:

 

Die Partie wird live und in voller Länge bei WERDER.TV übertragen.

 

Vorbericht von Paul Hüsing