7. Test: Werder und Alemannia sagen "Tschö Tivoli!"

Atmosphäre pur: der Aachener "Tivoli"
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

"Es ist für mich mehr als nur ein Test", sagt Werder-Kapitän Torsten Frings vor Werders siebtem Vorbereitungsspiel bei Alemannia Aachen am Sonntag, 26.07.2009, ab 19 Uhr (live im DSF). Frings spielte sechs Jahre in Schwarz-Gelb, bevor er 1997 zu Werder wechselte. Nun kehrt er mit dem DFB-Pokal-Sieger in seine fußballerische Heimat zurück, um mit der Alemannia und 21.000 Fans das sagenumwobene Stadion "Tivoli" zu verabschieden. WERDER.DE hat notiert, was man über den Gegner wissen sollte.

 

Der Verein

Der Aachener Turn- und Sportverein Alemannia 1900 e.V. ist, wie der Name schon verrät, kein reiner Fußballclub. Hier wird auch Badminton, Leichtathletik und Tischtennis gespielt, die Volleyball-Damen sind just in die 1. Bundesliga aufgestiegen. Gegründet wurde die Alemannia im Dezember 1900 von 18 Schülern, heute gehören ihr 9.500 Mitglieder an.

 

Tim Borowski war im Pokalfinale 2004 gegen die Alemannia mit zwei Toren der Matchwinner.

Das Gestern

Nach Gründung der Bundesliga 1964 spielte die Alemannia die meiste Zeit zweitklassig. Nur insgesamt vier Jahre verbrachte sie im Oberhaus, zuletzt in der Saison 2006/07. Die größten Vereinserfolge sind neben einer Vize-Meisterschaft drei Finalteilnahmen im DFB-Pokal, die aber alle verloren gingen. Das letzte war das im Jahr 2004 gegen Werder, nach dem man aber mit einem Europapokalstartplatz belohnt wurde und einige Runden im UEFA-Cup für Furore sorgen durfte.

 

Das Heute

Als am Ende Viertplatzierter scheiterte die Alemannia letzte Saison sehr knapp am Bundesliga-Aufstieg. Die Spielzeit war allerdings auch nicht ganz nach Wunsch verlaufen, nur am 1. Spieltag standen die Schwarz-Gelben auf einem Aufstiegsplatz. "Wir wollen oben mitspielen", gibt Trainer Jürgen Seeberger für die neue Saison als Ziel aus.

 

Der Kader

Der prominenteste Abgang in diesem Sommer ist das Talent Lewis Holtby – er schloss sich dem FC Schalke 04 an. Stammspieler Mathias Lehmann ging zu St. Pauli, der langjährige Stammtorwart Stefan Straub beendete seine Karriere. Zugänge wie Demai aus Kaiserslautern, Burkhardt aus Fürth oder der Stürmer Gueye aus Metz sollten aber dafür sorgen, dass sich Aachen qualitativ nicht verschlechtert.

 

Jürgen Seeberger, der Coach der Aachener.

Der Trainer

Seit Januar 2008 ist der zuvor in Deutschland weitgehend unbekannte Jürgen Seeberger Trainer am "Tivoli". Er war vorher 14 Jahre lang in der Schweiz tätig, zuletzt führte er den FC Schaffhausen in die erstklassige "SuperLeague". Im Februar dieses Jahres wurde sein Vertrag bis 2010 verlängert.

 

Der "Tivoli"

Der Name der Aachener Arena, die 1928 eröffnet wurde, geht auf ein ehemaliges Aachener Ausflugslokal zurück. Das Heimspiel am 34. Spieltag gegen den FC Augsburg (4:0) war das letzte Pflichtspiel im Stadion, das nach dem Abschiedsspiel gegen Werder vorerst von Alemannia II weiter genutzt wird. Die Atmosphäre am "Tivoli" wird immer wieder gerühmt, nicht zuletzt von Torsten Frings, der dort sein erstes Profi-Spiel bestritt: "Die Aachener Fans geben immer Tausend Prozent!" Nach dem Werder-Spiel wird mit einer Stadionladung Wunderkerzen ein letztes Mal die berühmte "Streichholzparade" entfacht, die schon seit Jahrzehnten bei ausgeschaltetem Flutlicht zelebriert wird. Der Ersatz-"Tivoli", ein Neubau in direkter Nachbarschaft, wird am 2. Spieltag gegen St. Pauli eröffnet. Hier finden mit 32.900 Zuschauern gut 11.000 mehr Platz als im alten.

 

Die Bilanz gegen Werder

Werder und die Alemannia spielten seit Gründung der Bundesliga 17 Mal in Pflichtspielen gegeneinander, allein siebenmal im DFB-Pokal, wo es immer eng zuging. Wie im Finale 2004, das Werder auch dank zweier Tore vom heutigen Rückkehrer Tim Borowski mit 3:2 gewann. Auch ein anderes Aachen-Spiel ist allen Fußball-Fans in bester Erinnerung: Es war gegen die Alemannia, als Diego seinen 60+x-Meter-Treffer, das Tor des Jahres 2007, zum 3:1 erzielte.

 

von Enrico Bach

 

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