Echte Prüfung für Werder – Generalprobe für Basel

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Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Es ist fast zwei Jahre her, dass Werder und der FC Basel in der Qualifikation zur Champions-League das letzte Mal die Klingen kreuzten. Nun ist es wieder einmal soweit, der Bundesliga-Dritte der letzten Spielzeit fordert den Schweizer Vizemeister zur Generalprobe für die am kommenden Wochenende startende Saison der Super League. Am Samstag, 14.07.2007, um 19 Uhr ist Anpfiff für das erste Testspiel im Werder-Trainingslager in Bad Ragaz. Eurosport überträgt live aus dem Sportpark Eschen-Mauren im nahen Fürstentum Liechtenstein.

 

Basel war ebenbürtig, Werder cleverer

 

. . . hatte Johan Micoud kurz vor der Pause vom Punkt aus noch das Tor verfehlt.

Am 24. August 2005 war Basel dereinst zum Rückspiel in Bremen zu Gast. Das Spiel im St.-Jakob-Park hatte der damals amtierende Schweizer Meister mit 2:1 gewonnen. Werder war noch mit einem dicken blauen Auge davon gekommen – ein Tor von Miroslav Klose hielt alle Chancen für das Rückspiel offen, obwohl die Gastgeber das Spiel deutlich beherrscht hatten. Und tatsächlich setzte sich Werder im Weser-Stadion durch: Nach durchwachsener erster Halbzeit mit einem verschossenen Foulelfmeter von Johan Micoud machten zweimal Ivan Klasnic und Tim Borowski nach der Pause alles klar. Die Tore zum letztlich souverän anmutenden 3:0 fielen binnen sieben Minuten. „Wir sind sehr enttäuscht“, sagte Basels damaliger wie heutiger Trainer Christian Gross nach dem Spiel. „Denn wenn man die gesamten 180 Minuten sieht, waren wir mehr als ebenbürtig.“

 

Die Rot-Blauen aus dem Joggeli (wie sie ihr Stadion nennen) werden das am Samstag noch einmal beweisen wollen. Auch weil sie insofern mit etwas besseren Voraussetzungen ins Spiel gehen, als sie ihre Vorbereitung so gut wie abgeschlossen haben, während Werder sich noch mitten in dieser anspruchsvollen Trainingszeit befindet. Nach drei erfolgreichen Testspielen gegen die unterklassigen TuS Pewsum (7:2), Ostfriesland-Auswahl (9:0) und VfL Oldenburg (6:0) ist das Spiel gegen die Baseler die erste echte Prüfung für das Team von Cheftrainer Thomas Schaaf. Für Christian Gross’ Elf ist es der Aufgalopp kurz vor Saisonstart, nachdem die anderen Vorbereitungsspiele nicht optimal verliefen. Von sechs Partien konnten nur zwei gewonnen werden: 2:0 gegen den FC Wil und 3:1 gegen Red Bull Salzburg. Gegen Concordia Basel (1:3), Celtic Glasgow (0:1), FC Luzern (1:1) und zuletzt RC Lens (1:2) konnte kein Selbstvertrauen gewonnen werden.

 

FCB-Topscorer präsentieren sich jetzt in der Bundesliga

 

Für Patrick Owomoyela ging gegen Basel der Traum von der Champions League in Erfüllung, am Samstag wird er aber fehlen.

Der „Footballclub Basel“ wurde 1893 gegründet und ist heute mit elf Meistertiteln hinter Grasshopper Zürich und Servette Genf der dritterfolgreichste Club der Schweiz. Zwischen 1967 und 1980 holte der FCB sieben Mal den Titel, dann folgte eine lange Durststrecke bis 2002. 2004 und 2005 klappte es noch einmal, danach war doppelt der FC Zürich knapp vorn. Bitter für Gross und den FCB: Mit Mladen Petric (19 Tore) und Ivan Rakitic (11 Tore) verlor das Team seine beiden Torgaranten in die Bundesliga, nach Dortmund und Schalke. Abhilfe sollen unter anderem Marco Streller vom VfB Stuttgart und Benjamin Huggel (Eintracht Frankfurt, allerdings im Mittelfeld) schaffen, die beide schon früher im St. Jakob-Park aufliefen.

 

Wie Werder ist auch Basel in der Vorbereitung vom Verletzungspech gebeutelt. War es in Grün-Weiß Patrick Owomoyela, der sich eine Sehnenverletzung zuzog, müssen die Schweizer vorerst auf ihren Stammtorwart verzichten. Franco Costanzo zog sich gegen Lens einen Riss in der Gesäßmuskulatur zu.

 

von Enrico Bach