Erfolgreicher Abschluss der Vorbereitung: 5:0 in Brinkum

So wie hier Peter Niemeyer und Philipp Bargfrede hatte Werder den Fünftligisten fast die komplette Spielzeit über gut im Griff. (Bild: NPH)
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder Bremen hat den letzten Test der Vorbereitung bei Bremen-Ligist Brinkumer SV standesgemäß mit 5:0 (2:0) gewonnen. Die Tore erzielten Bargfrede (2), Andersen, Moreno Martins und Husejinovic. Spielerisch konnte der DFB-Pokal-Sieger allerdings nur zeitweise seine Überlegenheit unterstreichen, nach der frühen 2:0-Führung enttäuschte das Team von Cheftrainer Thomas Schaaf in der ersten Halbzeit sogar etwas. Nach dem Seitenwechsel präsentierte man sich jedoch verbessert.

 

Schaaf hatte die Elf nach den letzten Tests und dem erfolgreichen Pokalspiel in Berlin komplett umgekrempelt und mit elf neuen Kräften begonnen. Vom Start weg kontrollierte dieses bunt gemischte Team die Partie eindeutig und ging bereits nach drei Minuten in Führung: Eine Hunt-Ecke von rechts wurde am kurzen Pfosten verlängert und dann vom freistehenden Andersen eingeköpft. Die nächste Möglichkeit ließ bis zur 15. Minute auf sich warten. Brinkums Torwart Nico von Schwarzkopf konnte sich gleich doppelt auszeichnen, als er Moreno Martins‘ und Husejinovic‘ Schüsse stark abwehrte.

 

Wieder ein Tor, wieder ein gutes Vorbereitungsspiel: Said Husejinovic.

Viel Leerlauf nach dem 0:2

 

Eine schöne Kombination über die linke Seite führte zwei Minuten später zum verdienten 0:2: Vranjes schickte Andersen, der von der Grundlinie zurückpasste, Moreno Martins vollendete aus Nahdistanz mühelos (17.). Im Anschluss gelang es Werder immer seltener, seine fußballerische Überlegenheit gegenüber dem Meister der Bremen-Liga zu verdeutlichen – den Pässen in die Spitze fehlte die Genauigkeit und das Überraschungsmoment, die Angreifer selbst blieben blass. So konnten die Gastgeber sich langsam etwas befreien und durch Laabs zweimal (25. und 29.) gefährlich aufs Tor köpfen. Beide Versuche strichen aber knapp an Christian Vanders Kasten vorbei.

 

Bis zur Pause sorgten nur noch je ein Schuss von Niemeyer (40., aus 20 Metern deutlich links vorbei) und von Andersen (41., aus 18 Metern knapp drüber) für etwas Gefahr. Trotz der Führung konnte der Bundesligist mit seiner Leistung bis dahin nicht zufrieden sein. Thomas Schaaf brachte zur zweiten Halbzeit Philipp Bargfrede für Aaron Hunt und der in den letzten Wochen so starke Mittelfeldmann führte sich gleich prächtig ein: Ein schönes Direktspiel auf der linken Seite und einen uneigennützigen Querpass von Husejinovic schloss er ohne Probleme zum 0:3 ab (49.).

 

Überzeugend: Bargfrede und Husejinovic

 

Mit einem Doppelschlag schraubte Werder das Resultat wenig später in angemessene Höhen: Erst setzte sich Said Husejinovic mit einem tollen Solo gegen mehrere Verteidiger und den Keeper durch und schob zum 0:4 ein (56.). Keine Minute darauf tauchte plötzlich Philipp Bargfrede nach einem gelupften Pass aus dem Mittelfeld allein im Strafraum auf und schoss platziert zum fünften Treffer ein (57.).

 

Die jederzeit überlegenen Grün-Weißen beherrschten den Gegner weiterhin klar, konnten aber trotzdem nur in Ansätzen Kombinationen aufziehen. Gute Chancen wurden zur absoluten Mangelware: So kam Torsten Oehrl zweimal in guter Position nicht entscheidend an den Ball (63. und 68.), ein Husejinovic-Schuss aus 18 Metern verfehlte das Tor um zwei Meter (81.). Mit Bargfrede war der kleine Bosnier der einzige Werderaner, der die guten Eindrücke der Vorbereitung bestätigen konnte.

 

Wie Kapitän Torsten Frings waren auch alle anderen gesunden Profis mit in Brinkum und beglückten die Fans mit geduldigem Autogrammeschreiben. (Bild: NPH)

Trotz einiger kleiner Unsicherheiten entstand in der Defensive gegen die harmlosen Gastgeber kaum Gefahr. In den beiden einzigen brenzligen Situationen klärten im Verbund Harnik und Tosic gegen Celik und Arambasic (70.) und Vander gegen Rössler (78.). Die letzten Möglichkeiten vereitelte der eingewechselte BSV-Torwart Philip Kraft, indem er einen Linksschuss von Futacs gut parierte (88.) und weit vor dem eigenen Kasten vor Oehrl klärte (89.).

 

Naldo musste Training abbrechen

 

"Wir haben uns gut bewegt, gut Fahrt aufgenommen. Zwischendurch hat es mal gestockt, aber am Ende war es okay", bilanzierte Thomas Schaaf die "runde Veranstaltung". Auch Klaus Allofs verwies auf den Erlebnischarakter des Abends: "Es waren 3.500 Zuschauer hier, das ist der eigentliche Sinn eines solchen Spiels. Wir sind mal wieder in unserem unmittelbaren Umfeld unterwegs, die Euphorie ist groß, das kann man ja hier sehen." Dass einige etablierte Kräfte nicht zum Einsatz kamen, kommentierte der Geschäftsführer so: "Wir waren mit dem kompletten Kader hier, alle haben Autogramme geschrieben. Nach einem so schweren Pokalspiel ist das keine Selbstverständlichkeit."

 

Abwehrspieler Naldo konnte übrigens nicht mit nach Brinkum kommen, nachdem er das Nachmittagstraining mit Verdacht auf eine Sehnenzerrung im linken Oberschenkel hatte abbrechen müssen. Eine Kernspintomographie soll die Diagnose am Mittwoch konkretisieren.

 

von Enrico Bach