Erster Dämpfer: Werder verliert 1:3 gegen Trabzonspor

Sebastian Boenisch und Tim Wiese retteten hier noch in Zusammenarbeit. Trotzdem musste sich Werder 1:3 geschlagen geben.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Trabzonspor Kulübü hat am Samstagabend vor 8.000 Zuschauern in Bremerhaven für die erste Niederlage von Werder Bremen in der Saisonvorbereitung 2008/09 gesorgt. Mit einem verdienten 1:3 mussten sich die Grün-Weißen der Mannschaft von der türkischen Schwarzmeerküste geschlagen geben.

 

Torsten Frings entwischt seinem Gegenspieler.

Angreifer Umut Bulut hatte sein Team nach 34 Minuten in Führung gebracht. Sein Sturmpartner Gökhan Ünal erhöhte nach einem schnellen Konter über Trabzon-Kapitän Ibrahim Yattara auf 2:0 (56.). Werders Außenverteidiger Sebastian Boenisch erzielte per trockenem Flaschuss ins kurze Eck den Anschluss (65.), ehe abermals Gökhan Ünal gut sechs Minuten vor Schluss mit dem 1:3 aus Bremer Sicht dem Spiel seinen Deckel aufsetzte.

 

Kompromissloses Trabzonspor überrascht Werder

 

Besaß Werder in Person von Innenverteidiger Sebastian Prödl, dessen Kopfball Keeper Kivrak jedoch zu keiner Glanzparade zwang, noch die erste Torraumszene, übernahm Trabzonspor alsbald die Initiative, agierte druckvoll und vor allem gingen die Akteure von Trainer Ersun Yanal absolut kompromisslos in jeden noch so weit von den Gefahrenpunkten des Spiels entfernten Zweikampf. Jene beherzte Gangart beeindruckte die Bremer sichtlich und der Bundesligist brauchte einige Zeit, um sich wirklich zu akklimatisieren.

 

So war es Außenverteidiger Tayfun Cora, der Torhüter Tim Wiese zu einer Großtat zwang, denn Coras Schuss aus 15 Metern hätte sein Ziel genau im rechten oberen Tordreieck gefunden, wäre Wiese nicht sprunggewaltig zum Retter geworden (8.). Vorangegangen war bereits ein Kunststück im Mittelfeld von Kapitän Ibrahim Yattara samt anschließendem Flankelauf Selcuk Inans.

 

Nicht nur Hugo Almeida biss sich die Zähne an Rigobert Song und Co. aus.

Wie groß das Selbstvertrauen der Trabzonspor-Kicker war, machte Torhüter Onur Kivrak deutlich, als er nach einer Viertelstunde einen Rückpass kurz vor der Torlinie annahm und den heranstürmenden Hugo Almeida aufreizend lässig mit einem Haken narrte. Eine Wiederholung hätte er sich wohl nicht zugetraut.

 

Erst rettete Boenisch, dann konterte Gökhan

 

Zehn Minuten später stand Werders Sebastian Boenisch gleich doppelt im Mittelpunkt des Geschehens. Erst war der 21-Jährige zu überrascht, dass ihm Rigobert Songs unfreiwillige Vorlage am langen Pfosten direkt vor die Füße fiel - er scheiterte aus Nahdistanz - und schon im Gegenzug rettete der deutsche U 21-Nationalspieler dafür vorzüglich Prödls Querschläger auf der Linie des eigenen Gehäuses.

 

Doch in der 34. Minute war es dann passiert. Selcuk Inan erwischte bei seinem Pass in die Tiefe genau die Schnittstelle der Innenverteidigung Werders, Umut Bulut lief alleine auf den herauseilenden Wiese zu und überlupft den Schlussmann clever ins verwaiste Tor zur Führung. Auch Naldo konnte ihn daran nicht mehr entscheidend hindern. Glück für Trabzon fünf Minuten später. Markus Rosenberg dominierte mit Ball am Fuß das Laufduell gegen den ansonsten defensiv überragenden Rigobert Song und wird, im Strafraum angekommen, vom Kameruner klar von den Beinen geholt. Der fällige Pfiff blieb aus.

 

Da musste Naldo einmal kräftig durchatmen.

Nur Augenblicke danach zögerte Hugo Almeida zu lang und wurde fair abgedrängt, obwohl ihm der Ball urplötzlich in bester Position auflag, dazu noch in Reichweite seines starken linken Fußes. Eine Minute vor dem Halbzeitpfiff rauschte Almeida beim schönsten Werder-Angriff des Spiels nur um Zentimeter am Ball vorbei, Frings und Hunt in Co-Produktion hatten den Portugiesen in Szene gesetzt.

 

Hoffnung in Grün-Weiß keimte nur kurz

 

Mithilfe der zur Pause eingewechselten Boubcar Sanogo, Mesut Özil und Petri Pasanen wollten die Grün-Weißen zu ihrem gewohnten Kurzpassspiel zurückfinden, Christian Vander hinten den Kasten sauber halten. Die erste Chance des zweiten Durchgangs besaß Werder. Nur um Zentimeter verpasste Sebastian Prödls toller Kopfball nach Eckball das Gehäuse (53.). Perfekt inszenierten Ibrahim Yattara und Gökhan Ünal dann das 2:0. Beide profitierten dabei von Pasanens Fehlpass und Jensens Nachlässigkeit in der Vorwärtsbewegung, woraufhin Yattara den entscheidenden Pass genau in die Füß des durchgelaufenen Gökhan entsandte, der Prödl ausspielte und Vander beim 0:2 keine Chance ließ (56.). Sebastian Boenischs trockener Flachschuss aus 13 Metern in das kurze Eck zum Anschlusstreffer ließ noch einmal kurz grün-weiße Hoffnung keimen (65.), die jedoch Gökhan mit seinem zweiten Konter-Tor des Abends endgültig zertrat und Werders erste Niederlage in der laufenden Sommervorbereitung besiegelte. Daran änderte auch Özils beherzter Fernschuss Sekunden vor dem Ende nichts mehr, den Tolga Zengin im Flug abwehrte.

 

Bereits am kommenden Dienstag, 05.08.2008, testet Werder im Zuge der DFL-Auslandsinitiative auswärts gegen Levski Sofia um 19 Uhr MEZ.

 

 

von Maximilian Hendel