4:3-Sieg gegen Saloniki: Prödls Doppelpack beim Torreigen

Durfte sich zu Recht freuen: Sebastian Prödl steuerte zwei Kopfballtreffer bei Werders 4:3 gegen Aris Saloniki bei. (Bild: Nordphoto)
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werders Neuzugang Sebastian Prödl hatte dank zweier Kopfballtreffer maßgeblichen Anteil am Bremer 4:3-Sieg im Testspiel gegen Aris Saloniki. In einer munteren Partie voller Traumtore waren die Bremer durch den österreichischen Innenverteidiger (13.) und Aaron Hunt (16.) früh auf 2:0 enteilt. Aris glich jedoch durch zwei prächtige Treffer von Koke (36. und 45.+1) noch vor der Pause aus. In der zweiten Halbzeit trafen Markus Rosenberg (46.) und erneut Prödl (80.) für Werder, Papazoglou stellte in Minute 87 den Endstand her. Werders 18-jähriger Schlussmann Sebastian Mielitz konnte sich mit einem parierten Strafstoß auszeichnen (69.).

 

Gegen erstklassige Gegner wie Aris (zuletzt 4. in Griechenland) geht es für die Werderaner nun langsam um echte Bewährungsproben und für das Trainerteam um die Feinabstimmung unter härteren Bedingungen als bei

Weite Wege, starke Leistung, Aaron Hunt. (Bild: NPH)

den vorangegangenen Testpartien. Schon die ersten Minuten zeigten, dass die Arbeit der vergangenen Tage und Wochen auf beiden Seiten fruchtet. Koke versuchte sich für Aris mit einem Seitfallzieher (3.), Aaron Hunt und Mesut Özil probierten es mehrfach aus der Distanz – das ließ sich gut an. Zwangsläufig mussten bei diesem hohen Tempo Tore fallen, Sebastian Prödl machte in der 13. Minute den Anfang: Einen Jensen-Freistoß von halbrechts köpfte er ohne größeren Aufwand ins rechte Eck. Nur drei Minuten später legte Aaron Hunt fulminant nach: Sein satter Linksschuss aus 20 Metern zappelte im linken Torgiebel.

 

Werders 2:0 als Startsignal für Saloniki

 

Werders auffällige Nummer 14 tat sich gleich danach am anderen Ende des Platzes hervor, als er den enteilten Koke verfolgte und entscheidend störte (18.). Trotzdem kamen jetzt die Griechen in Fahrt: Regueiro fand nach schönem Doppelpass vor dem Sechzehner nur den Pfosten hinter Sebastian Mielitz. Heider für Werder (scheiterte an Kelemen im Aris-Tor, 22.) und Lembo für Aris (Kopfball knapp vorbei, 21.) hielten das Tempo hoch. Regueiro und Koke machten danach konsequent Dampf für Saloniki, der erste scheitere zwei Mal mit prima Freistößen (29. und

Da bleibt nur Staunen: technisch exzellenter Abschluss per Lupfer von Koke zum 2:1. (Bild: NPH)

39.). Der zweite gab sich mit "prima" nicht zufrieden und vollendete zweimal perfekt. In der 36. Minute überlupfte er Mielitz von der Strafraumgrenze ansatzlos und mit dem Halbzeitpfiff setzte er einen Freistoß aus 17 Metern hoch in die Torwartecke.

 

Zur Halbzeit blieben erstmals großräumige Auswechselmanöver aus, bei Werder kamen Peter Niemeyer (für Baumann) und Markus Rosenberg (für Heider). Der Schwede fand mühelos in die rasante Partie, mit seinem ersten Ballkontakt hieb er die Kugel mit links aus 14 Metern ins entlegene obere Eck, da waren gerade erst wieder 30 Sekunden gespielt. Den Assist hatte Aaron Hunt geliefert. Martin Harnik probierte wenig später einen ähnlichen Abschluss, sein Schuss strich aber knapp rechts über den Kasten (52.). Naldo und Niemeyer hatten kurze Zeit später nach einer Jensen-Ecke die vorerst letzten Möglichkeiten für Grün-Weiß, scheiterten aber per Kopf bzw. mit dem Nachschuss (54.).

 

Mielitz' Klassetaten

 

Bevor die große Wechselzeit anbrach, konnte sich Sebastian Mielitz noch zweimal auszeichnen: erst aufmerksam weit vor dem Kasten gegen Koke,

Sebastian Mielitz bei seiner besten Tat: Parade gegen Marco Aurelios Elfmeter. (Bild: NPH)

dann im Eins-gegen-Eins gegen Siston. Insgesamt fünf Wechsel gab es nach einer Stunde, kurz darauf war Mielitz schon wieder gefragt. Der eingetauschte Pole Piotr Wlodarczyk holte einen eher zweifelhaften Elfmeter gegen ihn heraus, der junge Keeper blieb aber gegen Marco Aurelio Sieger: Links unten stoppte er dessen Strafstoß (69.)!

 

Auch die zweite Halbzeit sollte torreich enden: Prödl stieg, diesmal nach einer Ecke von Daniel Jensen, wie im Lehrfilm zum Kopfball und nickte zu seinem zweiten Treffer ein (80.). Die Österreicher unter den knapp 2.000 Zuschauern jubelten natürlich besonders stolz. Der spät eingewechselte Papazoglou Thanasia nutzte vier Minuten vor Schluss eine der seltenen Unachtsamkeiten der Verteidigungsreihe zum abschließenden 3:4.

 

Es war der fünfte Sieg im fünften Test der Sommervorbereitung für Werder, das am kommenden Samstag, 26. Juli 2008, erneut um 18.30 Uhr auf Maccabi Netanya trifft.

 

von Enrico Bach und Maximilian Hendel