Klare Sache – Werder schlägt Ostfriesland-Auswahl 9:0

Auch wenn es in der Mehrzahl gegen Bezirksligaspieler ging: Werder zeigte sich in Loga, wie hier Per Mertesacker, höchst konzentriert und wurde mit einem klaren Sieg belohnt. (Bild: Nordphoto)
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder Bremen hat zum Abschluss des Trainingslagers auf Norderney auch sein zweites Testspiel gewonnen. In Leer-Loga gewann das Team von Thomas Schaaf mit 9:0 (4:0) gegen eine Auswahl ostfriesischer Amateurspieler. In die Torschützenliste trugen sich Markus Rosenberg (2), Frank Baumann (2), Kevin Schindler, Daniel Jensen, Tim Borowski, Leon Andreasen und Frank Löning aus der U23-Mannschaft ein. Die Partie auf der Sportanlage des SV Frisia Loga wurde von 8.311 Zuschauern verfolgt.

 

Ostfriesischer Vorstoß zu Beginn

 

Schon kurz nach dem Anpfiff sorgten die von Werner Patorek und Caspar Memering betreuten Ostfriesen für das erste Achtungszeichen. Mit ihrem ersten Vorstoß kamen sie zu ihrem ersten und einzigen Eckball, der aber Tim Wieses Kasten nicht gefährdete. Dennoch hielt die Auswahl in den ersten zehn Minuten gut mit und wehrte sich tapfer. Danach aber entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor, Werder hatte die Zügel des Spiels für die restlichen 80 Minuten fest in der Hand. Einem Fernschuss von Pierre Wome und einem Kopfball von Markus Rosenberg blieb noch der Erfolg verwehrt, nach einer Viertelstunde brach jedoch der Bann: Rosenberg nickte eine Ecke von Max Kruse zum 1:0 ein.

 

Gegen Pewsum noch mit viel Pech im Abschluss, die Ostfriesen-Abwehr tanzte er zweimal aus: Werder-Stürmer Markus Rosenberg. (Bild: Nordphoto)

 

Werder spielte jetzt stark und mit viel Engagement und erarbeitete sich mit teils tollen Kombinationen Chance um Chance. So fiel in der 20. Minute das 2:0: Kruse flankte in den Strafraum, Rosenberg legte die Kugel für Tim Borowski ab, der trocken aus zwölf Metern abzog und traf. Zehn Minuten später folgte ein ähnlich geniales Zusammenspiel, wieder initiiert vom emsigen Kruse. Nach Doppelpass mit Rosenberg legte er ab auf Schindler, der ohne Mühe verwandelte – 3:0. Schlusspunkt der ersten Hälfte war das zweite Tor vom Schweden Rosenberg, der einen schönen Steilpass von Tim Borowski aufnahm, den Torwart umkurvte und zum 4:0-Halbzeitstand einschob (39.).

 

Sehenswertes Spiel trotz müder Beine

 

"Wir waren schon etwas müde und kaputt nach dem harten Trainingslager", gab Torschütze Schindler zu, der sich dennoch frohen Mutes zeigte: "Insgesamt war es aber schon ganz ordentlich, auch mit meiner Leistung bin ich zufrieden." Der junge Stürmer stand auch nach der Pause wieder auf dem Feld und hatte seinen Anteil an einem weiterhin sehenswerten Spiel bei optimalen äußeren Bedingungen. In Minute 54 schickte er eine Flanke fast von der Eckfahne an den Elfmeter-Punkt, wo Daniel Jensen den Ball elegant mit der Brust annahm und seelenruhig am heraus stürzenden Keeper vorbei ins Tor schob. Im nächsten Werder-Treffer steckte mehr Kraft: Jensens Landsmann Leon Andreasen stellte erneut den in der abgelaufenen Bundesliga-Rückrunde geweckten Torriecher unter Beweis, als er einen Doppelpass mit Frank Löning per trockenem Schuss aus 12 Metern zum sechsten Tor weiterverarbeitete (56.).

 

Daniel Jensen gab in der zweiten Halbzeit den Diego-Vertreter und traf mit technisch feiner Aktion zum 5:0. (Bild: Nordphoto)

 

Dann war wieder Timing gefragt. Erst stand Frank Löning nach einem Getümmel im Strafraum richtig und köpfte aus zwei Metern ein (80.), kurz darauf hatte Frank Baumann keine Mühe eine Kopfballverlängerung von Andreasen nach Ecke von Kruse aus noch kürzerer Entfernung einzunetzen, ebenfalls per Kopf (84.). "Solche Freundschaftsspiele sind immer wieder schön, sie sind eine nette Abwechslung", gab der Kapitän später zu Protokoll. "Es hat Spaß gemacht." Das galt sicher im Besonderen für den Schlusspunkt, den er selbst nach einem Freistoß mit einem Kopfball ins lange Eck setzte (86.).

 

Von nun an steigende Anforderungen

 

Thomas Schaaf war mit dem Ausklang des ersten Vorbereitungstrainingslagers – die Mannschaft reiste ja von Norderney aus zum Spiel und von dort zurück nach Bremen – zufrieden, sah aber noch Optimierungsbedarf: "Ein rundum schöner Nachmittag. Ich glaube, hier hatten alle ihren Spaß. Es ist aber deutlich geworden, dass wir uns noch finden müssen. Wir haben einige Chancen ausgelassen." Rundum positiv fiel dagegen das Fazit von Rechtsverteidiger Clemens Fritz aus: "Spielerisch war es auf jeden Fall besser als gegen Pewsum. Man sieht, dass wir besser kombinieren konnten. Wir haben neun Tore geschossen und zu Null gespielt, das war wichtig." Denn nun steigen die Anforderungen: In der kommenden Woche stehen Testspiele gegen Oberligist VfB Oldenburg (Dienstag, 10.07.2007) und den Schweizer Vizemeister FC Basel (Samstag, 14.07.2007) an.

 

von Enrico Bach, Michael Rudolph und Timo Strömer