Späte Klarheit gegen Pewsum – 7:2-Erfolg im ersten Test

2007klein/fringskoepftpewsum130.jpg
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder Bremen hat das erste Testspiel der neuen Saison gegen den Verbandsligisten TuS Pewsum mit 7:2 (2:2) gewonnen. Bei dem Spiel im Rahmen des Vorbereitungstrainingslagers auf Norderney tat sich der Bundesliga-Dritte der Saison 06/07 lange schwer gegen das engagierte Team aus Ostfriesland. Werder ging durch Tore von Niemeyer und Wome in Führung, Ingo Ukena traf für den Kontrahenten aus der Niedersachsenliga West doppelt. Nach der Pause sorgte Leon Andreasen für die erneute Werder-Führung, bevor in den letzten Minuten der Partie das Ergebnis durch Tore von Borowski, Schindler, Baumann und Andreasen zum zweiten doch noch klare Formen annahm.

 

Ausverkaufter Insel-Sportplatz

 

Die Partie auf dem mit 3.000 Zuschauern ausverkauften Sportplatz an der Mühle auf Norderney startete bedächtig. Der TuS Pewsum hing sich richtig rein, gestaltete den Auftakt absolut offen. Erste Torraumszenen waren nach zehn Minuten zu verzeichnen, dann aber gleich mit Aha-Effekt: Pewsums Torwart-„Legende“ Andre Popp lenkte einen Rosenberg-Schuss aus kurzer Distanz an den Pfosten.

 

Doppeltorschütze Ingo Ukena holt sich von Ersatztorwart Thomas Preuß ein Dankeschön für seine beiden Tore ab.

Sechs Minuten später musste er sich jedoch geschlagen geben: Peter Niemeyer, der im Mittelfeld begann, nutzte im Nachsetzen einen Abwehrfehler und schob den Ball ins Eck – 1:0 für den Bundesligisten. Nur drei Minuten später klingelte es erneut hinter der tapferen Ostfriesen-Abwehr. Pierre Wome überschritt mit dem Ball die Mittellinie und nahm aus 40 Metern einfach mal Maß. Andre Popp wurde von dem kamerunischen Hammer völlig überrascht und musste den Ball konsterniert aus dem Netz holen. Danach konnte sich der Keeper in seinem Abschiedsspiel noch zweimal toll gegen Niemeyer und Rosenberg auszeichnen, bevor er nach einer halben Stunde unter großem Applaus der Fans den Platz verließ.

 

Werder kontrollierte weiter das Spiel, wieder scheiterte Rosenberg am Gebälk – er setzte eine Artmann-Ecke per Kopf an die Latte. Pewsum gelang es aber immer wieder, sich gut zu befreien. Gegen eine unkonzentrierter werdende Werder-Defensive mit Erfolg: Ingo Ukena stürmte nach einem Steilpass auf Christian Vander im Bremer Kasten zu, chippte den Ball über den Torhüter und schob ihn ins leere Tor – Riesenjubel bei den Hunderten mitübergesetzen Fans in Minute 33. Der sich nur kurz darauf noch deutlich steigerte, legte doch Ukena sogar zum Ausgleich nach. Eine Flanke aus dem Halbfeld verlängerte er mit geköpfter Bogenlampe und der Unterstützung des Nordseewindes unhaltbar ins lange Eck (39.).

 

Vor der Pause schaute Thomas Schaaf schon ein wenig skeptisch drein: zwei Gegentore binnen sechs Minuten.

Werder-Cheftrainer Thomas Schaaf war nicht überrascht: „Es ist immer schwer, nach so einer Trainingswoche in ein Spiel zu kommen. Nach 30 Minuten schwinden die Kräfte, lässt die Konzentration nach und auch ein Gegner wie Pewsum bekommt seine Möglichkeiten. Die hat das Team in dem Fall auch gut genutzt.“

 

Dänen- und Volley-Doppel

 

Wie geplant ließ Schaaf nach der Pause bis auf Alexander Hessel eine komplett neue Elf auflaufen, die eine Viertelstunde brauchte, um sich zu finden. Dann war es eine dänische Co-Produktion, die Werder wieder in Front brachte. Daniel Jensen spielte Leon Andreasen frei, der sich durch die Pewsumer Abwehrreihe tankte und entschlossen vollendete (64.). Dennoch, auch danach sah es mehr nach einem mühsamen Auftakt in die neue Saison aus, bis Tim Borowski zur Schlussoffensive blies. Kevin Schindler hatte ihm eine Baumann-Flanke gekonnt volley abgelegt, auch vor Borowskis Schuss zum 4:2 berührte der Ball nicht mehr den Boden – ein Klasse-Tor (79.)!

 

Das animierte das Team nun doch noch zum Toreschießen, Assistent Schindler legte selbst nach: herrlicher Doppelpass mit Max Kruse, trockener Schuss ins kurze Eck aus acht Metern – 5:2 (84.). Den Sack zum standesgemäßen Endstand banden dann Frank Baumann und Leon Andreasen in den Schlussminuten zu. „Wir waren müde, die Beine waren schwer, aber so ist das nun mal im Trainingslager“, sagte Rückkehrer Andreasen nach dem Spiel. Er tauchte nach einer starken Halbzeit verdient zweimal in der Torschützenliste auf und konnte ein positives Resümee ziehen: „Persönlich bin ich ganz zufrieden. Ich war ein halbes Jahr weg, aber es lief schon einiges zusammen.“

 

Der TuS hielt sich wacker und machte Werder 80 Minuten lang das Leben richtig schwer.

 

Zufriedene Trainer auf beiden Seiten

 

Auch Cheftrainer Schaaf fand lobende Worte für sein von Trainingsstrapazen und heftigen Schauern geplagtes Team: „Es war auch in Anbetracht der Bedingungen okay. Wichtig ist, dass die Mannschaft auch in so einer Situation nachlegt, immer noch etwas anbietet. Das hat mein Team heute gemacht.“ Auch sein Pewsumer Kollege Ralf Ammermann konnte sich mit der erneuten Fünf-Tore-Niederlage gegen Werder anfreunden. Im Gegensatz zum Vorjahr konnten seine Spieler diesmal ja sogar selbst jubeln: „Kompliment an meine Mannschaft. Zwei Tore gegen Werder muss man erstmal schießen. Wir haben gut dagegen gehalten, in den letzten dreißig Minuten hatten wir alle sechs Neuzugänge drin, da hat man schon einen Bruch bemerkt.“

 

Damit Vergleichbares bei Werder nicht passiert, testen die Grün-Weißen bereits am Sonntag, 08.07.2007, erneut: In Loga (Leer) beendet ein Spiel gegen eine Ostfriesenauswahl das erste Trainingslager der Vorbereitung.

 

von Enrico Bach und Michael Rudolph