Spielbericht: Frings' Traumtor beim 1:1 gegen HSV

Jubel über ein Traumtor: Torsten Frings und Jurica Vranjes. Wenig später hatte Frings allerdings weniger Glück und scheiterte am Pfosten des leeren Hamburger Tores.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Der Test in Kropp endete wie das Schlagerspiel in der Bundesliga: Werder Bremen trennte sich gut einen Monat nach dem letzten Aufeinandertreffen erneut 1:1 (1:0) vom Hamburger SV.

 

Eine weitere Parallele zur Bundesliga lieferten die beiden Halbzeiten: Wie im Weser-Stadion war Werder auch auf der mit 6.500 Zuschauern gut gefüllten Sportanlage des Oberligisten TSV Kropp im ersten Durchgang stärker und hatte die deutlich besseren Torchancen auf seiner Seite. Und wie in der Bundesliga sprang viel zu wenig dabei heraus. Nach einer viertelstündigen Abtastphase bei schwierigen Platzverhältnissen legte Werder los. Ivan Klasnic tankte sich über die linke Seite gegen Boulahrouz durch und legte den Ball für den an der Strafraumgrenze lauernden Tim Borowski auf, doch HSV-Torwart Wächter parierte den Schuss des wiedergenesenen Nationalspielers zur Ecke.

Ein Schuss von Frank Fahrenhorst wird von Hamburgs Kapitän Daniel van Buyten abgeblockt.

Diese wurde von Boulahrouz abgewehrt, aber der Ball flog genau in Richtung Torsten Frings. Werders Mittelfeld-Antreiber ging volles Risiko, nahm die Kugel volley aus der Luft und versenkte sie im linken Giebel des Hamburger Tores – ein traumhaft schöner Treffer (16.).

 

Auf Glück folgt Pech: Frings trifft nur den Pfosten

 

Postwendend folgte das erste Lebenszeichen des HSV. Barbarez schickte mit einem schnell ausgeführten Freistoß den Japaner Takahara auf die Reise, der den verdutzten Bremer Abwehrspielern davon lief, jedoch am gut postierten Andi Reinke scheiterte. Auffälligster Spieler in Reihen der Grün-Weißen war Torsten Frings, der sich beinahe ein zweites Mal in die Torschützenliste eingetragen hätte. Nach einer schönen Kombination mit Klasnic zog er an Wächter vorbei und musste „nur“ noch ins leere Tor einschieben, stattdessen klatschte der Ball an den rechten Pfosten (20.).

 

Damit war die erste Aufregung vorbei, das Tempo der Partie flaute wieder merklich ab. Erst ein Schnitzer des Hamburgers Innenverteidigers Daniel van Buyten ermöglichte den Werderanern zwei weitere Möglichkeiten, die Führung auszubauen. Miro Klose „stibitzte“ dem Belgier den Ball, Wächter konnte zunächst parieren. Der Ball gelangte zurück zu Klose, der für Klasnic auflegte, aber der Kroate schoss über das Tor. Die Hamburger zeigten sich zwar bemüht, kamen aber nur selten so gefährlich vor das Bremer Tor wie in der 38. Minute, als Benjamin Lauth nach einer Klingbeil-Flanke zum Flugkopfball ansetzte und seinen Meister in Andreas Reinke fand.

 

Vranjes und Klasnic haben zweites Tor auf dem Fu

 

Ivan Klasnic blieb in Kropp ebenso wie sein "K&K"-Partner Miroslav Klose ohne Torerfolg.

Werder war gefährlicher und verzeichnete eine weitere Großchance, als Jurica Vranjes nach Klose-Vorlage Boulahrouz aussteigen ließ, im Abschluss allerdings zu unpräzise blieb (42.). Cheftrainer Thomas Schaaf nutzte die Halbzeit zu einigen Wechseln und brachte u.a. absprachegemäß Tim Wiese für Andi Reinke. Die Grün-Weißen hatten durch einen starken Schuss von Ivan Klasnic, der an den linken Außenpfosten prallte, noch einmal die Chance zum 2:0 (54.). Danach wurde der HSV stärker und kam etwas überraschend zum Ausgleich. Barbarez leitete einen Fillinger-Freistoß clever zu Takahara weiter, der sich von Jensen und Owomoyela löste und kaltschnäuzig zum 1:1 einschoss.

 

Danach plätscherte das Spiel gemächlich seinem Ende entgegen. Der nun leicht überlegene HSV hatte einzig durch den eingewechselten Mustafa Kucukovic noch eine Chance zum Sieg (80.), doch der junge Stürmer, in der Bundesliga zuletzt gegen Werder erfolgreich, verzog diesmal nach Vorlage von Takahara. Eine weitere Parallele zum Nordderby aus der Bundesliga blieb den Grün-Weißen somit glücklicherweise erspart.

 

von Kevin Kohues

 

 

 

Werder Bremen – Hamburger SV 1:1 (0:1)

 

Werder Bremen: Reinke (46. Wiese) - Owomoyela, Fahrenhorst (63. Andreasen), Naldo, Schulz (46. van Damme) – Baumann, Vranjes, Frings (46. D. Jensen), Borowski – Klose (46. Valdez), Klasnic (84. Polenz)

 

Hamburger SV: Wächter – Klingbeil, Boulahrouz, van Buyten (Fillinger), Laas – Wicky (Karl), Beinlich (Feilhaber), Trochowski, Barbarez – Lauth (Kucukovic), Takahara

 

Tore: 0:1 (16.) Frings, 1:1 (61.) Takahara

 

Schiedsrichter: Thorsten Schriever (Otterndorf)

 

Sportanlage in Kropp 6.500 Zuschauer