Werder-Wahnsinn! Dank Pizarro-Dreierpack im Achtelfinale

Claudio Piazrro trifft in dieser Szene nach einer Viertelstunde zur 1:0-Führung. Insgesamt erzielte der Peruaner drei Treffer.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder hatte beim Europa-League-Rückspiel gegen Twente Enschede allen Grund zum Jubeln.

Werder Bremen hat Twente Enschede eindrucksvoll mit 4:1 (3:1) besiegt und ist vor allem wegen einer ganz starken ersten Halbzeit trotz der 0:1-Hinspielniederlage ins Achtelfinale der Europa League eingezogen. Bereits nach einer Viertelstunde egalisierte Claudio Pizarro mit seinem Führungstreffer das 0:1 aus dem Hinspiel. Erneut Pizarro (20.) und Naldo (27.) bauten die Führung danach binnen weniger Minuten aus und brachten Werder schon früh auf die Siegerstraße. Durch den Anschlusstreffer zum 1:3 durch Luuk de Jong keimte zwar noch einmal etwas Spannung auf, doch Claudio Pizarro machte mit seinem dritten Treffer an diesem Abend den Einzug in die nächste Runde perfekt.

 

Vander vertritt Wiese zwischen den Pfosten

 

Cheftrainer Thomas Schaaf veränderte die Anfangsformation der Grün-Weißen im Vergleich zum 2:2-Unentschieden gegen Bayer Leverkusen am vergangenen Sonntag auf insgesamt drei Positionen. Verletzungsbedingt standen Clemens Fritz und Tim Wiese kurzfristig nicht zu Verfügung, sodass Winter-Neuzugang Aymen Abdennour ebenso in die Startformation der Grün-Weißen rückte, wie Christian Vander, der für Nationalkeeper Wiese das Werder-Tor hütete. Außerdem nominierte Thomas Schaaf Hugo Almeida als zweite Spitze neben Claudio Pizarro. Für den Portugiesen musste Tim Borowski zunächst auf der Bank Platz nehmen. Aaron Hunt stand zudem wegen einer Gelbsperre ebenfalls nicht zur Verfügung. Und auch der Gast aus Enschede musste auf zwei Spieler verzichten. Mannschaftskapitän Blaise N'Kufo und Miroslav Stoch traten die Reise nach Bremen aufgrund von Verletzungen nicht mit an.

 

Werder dominiert, zaubert und trifft

 

Marko Marin wirbelte die Defensive der Niederländer gemeinsam mit seinen Teamkollegen ein ums andere Mal durcheinander.

Werder war von Beginn an bemüht die von Thomas Schaaf geforderte Balance zwischen Abwehr und Angriff zu finden, um das 0:1 aus dem Hinspiel frühzeitig zu egalisieren. Ein erster Versuch von Petri Pasanen mit einer Flanke Hugo Almeida zu finden, war in der vierten Minute zwar noch zu ungenau, danach wirbelte Werder die Niederländer jedoch ein ums andere Mal durcheinander und so traf Claudio Pizarro nach einer Viertelstunde mit der ersten guten Gelegenheit folgerichtig zur 1:0-Führung. Nach einer präzisen Hereingabe von Hugo Almeida in die Schnittstelle der Viererkette war der Peruaner zur Stelle und konnte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drücken und läutete damit eine ganz starke Phase der Bremer ein. Denn nur zwei Minuten später hätte Özil die Führung beinahe ausgebaut, der Nationalspieler traf aus spitzem Winkel aber nur das Außennetz. Und Özil war in der 20. Minute auch an der nächsten gefährlichen Aktion der Grün-Weißen beteiligt. Nach tollem Zusammenspiel mit Marko Marin ließ Özil Stam aussteigen, bediente Pizarro mit einem Querpass mustergültig, der aus elf Metern eiskalt auf 2:0 erhöhte.

 

In dieser Phase des Spiels hatte jeder Angriff der Werderaner Hand und Fuß und endete mit einer Großchance für die Gastgeber. So auch wiederum nur zwei Minuten später, als der stark aufspielende Özil mit einem strammen Schuss zunächst an Boschker scheiterte und Hugo Almeida mit dem anschließenden Abpraller nur den Pfosten traf (22.). Doch auch das 3:0 ließ nicht lange auf sich warten. Nach einer Balleroberung von Marin gegen Perez im Mittelfeld kombinierten sich die Grün-Weißen in den Strafraum der Gäste, wo der Ball nach Pass von Niemeyer über Umwegen bei Naldo landete und dieser zunächst Boschker verlud um den Ball anschließend ins leere Tor zu schieben. Nach einer guten halben Stunde kamen jedoch auch die Gäste aus Enschede erstmals gefährlich vor das Tor von Christian Vander und trafen wie aus dem Nichts zum 1:3-Anschlusstreffer. Nach einer Flanke von Ruiz ließ de Jong Vander mit einem Kopfball gegen die Laufrichtung keine Chance (33.).

 

Doch Werder zeigte sich von dem Treffer der Niederländer nicht beeindruckt und spielte über Marin, Özil, Almeida und Pizarro weiterhin gefährlich nach vorne. Nach einer flachen Hereingabe von rechts verpasst Hugo Almeida den Ball allerdings um wenige Zentimeter (36.). Und weil Boschka in der Schlussminute der ersten Halbzeit bei einem Freistoß von Mesut Özil von der Grundlinie zur Stelle war und parieren konnte, ging Werder nach einem ganz starken ersten Durchgang mit der 3:1-Führung in die Halbzeitpause.

 

Pizarro macht mit drittem Treffer alles klar

 

 

Doppelte Freude: Peter Niemeyer spielte stark und feierte gegen seinen Ex-Klub den Einzug ins Achtelfinale.

Und auch nach dem Seitenwechsel nahm Werder das Blatt direkt wieder in die Hand und drängte Enschede in die eigene Hälfte, doch die Gäste versuchten sich über schnell vorgetragene Konter zu befreien und gefährlich vor das Werder-Tor zu kommen. So geschehen in der 57. Minute, als Ruiz nach einem Direktpass von Perez plötzlich ganz alleine vor Vander auftauchte, jedoch nur den Pfosten traf und Parker den Nachschuss ebenfalls nicht verwerten kann. Und nur wenige Sekunden nach der riesen Chance für die Gäste wurde Pizarro auf der Gegenseite von Özil in den Lauf geschickt und vollstreckte zum 4:1 und mit dem seinem dritten Treffer des Spiels zur Vorentscheidung. Doch trotz des deutlichen Ergebnisses gaben sich die Niederländer nicht auf und versuchten den letzten Strohhalm zu ergreifen. Doch eine Freitsoßflanke von Janssen nach einer guten Stunde flog am linken Pfosten vorbei und eine Unsicherheit von Vander nach einer Kopfballverlängerung von Ruiz konnte nicht genutzt werden (66.).

 

Und auch Werder kam noch einmal zu einer guten Möglichkeit. Nach einem tollen Doppelpass von Almeida und Pizarro kam der Portugiese frei zum Kopfball, scheiterte jedoch an Gäste-Keeper Boschker. In der Schlussphase spielte Werder die Zeit dann ganz souverän herunter, ließ in der Defensive nichts mehr anbrennen und beschränkte sich in der Offensive auf das Nötigste. Mehr als ein Schussversuch von Philipp Bargfrede in der 82. Minute auf der einen Seite sowie ein abgeblockter Versuch von Janssen auf der anderen Seite kam in den letzten Minuten aber nicht mehr zustande. Im Achtelfinale trifft Werder am 11.03. und 18.03.2010 auf den FC Valencia. Die Spanier setzten sich nach Hin- und Rückspiel mit 3:1 gegen den FC Brügge durch.

 

 

von Dominik Kupilas