1:1 gegen Milan: Da war mehr drin, Werder!

Deutlicher Sieger in punkto Einsatz und Kampf: Werder Bremen, hier mit Hugo Almeida gegen Philippe Senderos.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder Bremen hat im Uefa-Cup-Hinspiel gegen den AC Mailand ein 1:1 (0:0) erreicht. Obwohl die Grün-Weißen von Beginn an die aktivere und gefährlichere Mannschaft waren, brachte Filippo Inzaghi die Rossoneri nach 36 Minuten in Führung. Diego sorgte für den hochverdienten Ausgleich (84.). Bei zahlreichen Chancen vor und nach dem Tor des Brasilianers war für die Bremer deutlich mehr drin als ein Unentschieden.

 

Werder, mit Rückkehrer Diego anstelle des gelbgesperrten Torsten Frings, legte ordentlich los und suchte sein Heil von Beginn an in der Offensive. Schon nach gut einer Minute bot sich die Riesenchance zur Führung. Per Mertesacker verlängerte eine Ecke von Diego, der Ball landete genau vor den Füßen von Alexandros Tziolis, doch der Abschluss des Griechen geriet zu unplatziert – Dida parierte mit dem Fuß.

 

Inzaghi bestraft individuelle Fehler

 

35 Jahre alt und immer noch brandgefährlich: Milan-Torschütze Filippo Inzaghi.

Vier Minuten später Überzahlspiel Werder, drei gegen zwei: Diego auf Pizarro, Pizarro auf Almeida, der Portugiese schoss aus aussichtsreicher Position, verzog aber. Zwei Tziolis-Distanzschüsse folgten, ehe die Gäste aus Mailand stärker wurden. Filippo Inzaghi stand bei Anspielen aus dem Mittelfeld zwar mehrfach im Abseits, doch Flamini zwang Tim Wiese zu einer ersten Parade (15.).

 

Danach verflachte das Spiel zusehends. Bei den Milanesen lief der Ball flüssiger, aber es fehlte an der Zielstrebigkeit. Bei Werder häuften sich die Fehler, auch wenn die Mannschaft vor Willen strotzte. Nach 36 Minuten dann der Schock: Ein verunglückter Querpass von Clemens Fritz landete im Lauf von Flamini, dessen Flanke von der rechten Seite weder von Mertesacker noch von Naldo geklärt werden konnte. Inzaghi verwandelte aus wenigen Metern Entfernung gewohnt kaltschnäuzig zum 0:1.

 

Werder brauchte einen Moment um den Rückstand zu verdauen, drehte aber unmittelbar vor der Pause nochmal auf und verzeichnete durch Pizarro (44.) und Mesut Özil (45.) weitere gute Einschussmöglichkeiten.

 

2. Halbzeit: Werder wieder besser

 

Zur Pause gab’s keine Wechsel. Werder kam mit dem gleichen Schwung aus der Kabine wie eine Stunde zuvor. Auch Diego konnte sich nun besser entfalten, eröffnete den Chancenreigen (48.) und scheiterte wenig später mit einem gefährlichen Aufsetzer (55.) an Torwart Dida. Auch Hugo Almeida scheiterte mit zwei Freistößen (53., 68.) und einem Kopfball (57.) nur knapp.

 

Die Milanesen reduzierten ihre Offensivbemühungen auf das Nötigste, ließen aber ab und zu ihre individuelle Klasse aufblitzen. Besonders in der 66. Minute: Clarence Seedorf setzte Filippo Inzaghi brillant in Szene, der Torjäger zog ab, traf aber nur die Latte.

 

Diego belohnt den Sturmlauf

 

Abgeschirmt: Ronaldinho (r.) kam gegen Clemens Fritz und Co. nicht zur Entfaltung.

Ansonsten gab weiterhin Werder den Ton an. Jeder Grün-Weiße kämpfte, rackerte und mühte sich, auch wenn nicht alles gelang. Immerhin reichte es noch zum hochverdienten Ausgleich: Nach einem Freistoß des eingewechselten Daniel Jensen gewann Almeida das Kopfballduell gegen Senderos, Diego nahm den Ball gekonnt mit der Brust an und verwandelte trocken mit links in rechte untere Eck (84.).

 

An der Stoßrichtung änderte der Treffer nichts. Die Gäste waren auch mit einem Unentschieden zufrieden und verteidigten weiter, was das Zeug hielt. Und die Grün-Weißen haderten einmal mehr mit ihrer Abschlussschwäche. Noch in der Nachspielzeit bot sich die große Chance zum Sieg: Einen Freistoß von Diego verlängerte AC-Verteidiger Ambrosini an den eigenen Pfosten, Pizarros Nachschuss aus elf Metern segelte weit über das Tor.

 

Es blieb beim Unentschieden, das den Bremern fürs Rückspiel in einer Woche dennoch eine reelle Chance auf das Erreichen des Achtelfinales lässt.

 

von Kevin Kohues