DFB-Pokal in Wattenscheid: "Müssen alles aufbieten"

Ob mit oder ohne Johan Micoud: In Wattenscheid ist voller Einsatz gefragt.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Bei manchem Fußballfan in und um den Bochumer Stadtteil Wattenscheid werden momentan Erinnerungen an alte Zeiten wach. Vor dem Erstrundenspiel im DFB-Pokal zwischen der SG Wattenscheid 09 und Werder Bremen am Samstag, 20.08.2005, um 15.30 Uhr im Lohrheidestadion, schweifen die Gedanken bei den Anhängern um 15 Jahre zurück.

 

Damals, am 11.08.1990, bestritt die SG Wattenscheid ihr erstes Bundesligaheimspiel, und zwar gegen Werder Bremen. Ein gewisser Thorsten Fink und der senegalesische Torjäger Sammy Sané sorgten mit ihren Toren für einen 2:0-Sieg und einen glänzenden Start in ein vier Jahre währendes Bundesliga-Abenteuer.

 

Lang, lang ist's her. Der Verein war zwischenzeitlich sogar bis in die Oberliga Westfalen abgerutscht, schaffte in der letzten Saison den Wiederaufstieg in die Regionalliga Nord. Dort spielen die Schützlinge von Trainer Georg Kreß bisher eine gute Rolle. Nach einer 0:4-Pleite zum Auftakt gegen Aufstiegskandidat VfB Lübeck folgten zwei Siege gegen Düsseldorf (2:0) und in Oberhausen (3:1). Das vierte Spiel gegen den Wuppertaler SV ging knapp mit 1:2 verloren. Mit sechs Punkten aus vier Spielen rangieren die Wattenscheider noch vor Werders U 23-Team auf Platz acht der Tabelle.

 

Mit dem ehemaligen Bundesligaprofi Karsten Baumann (261 Bundesligaspiele, 9 Tore für 1.FC Köln und Borussia Dortmund), Stürmer Abdul Iyodo (4 Bundesligaspiele für Schalke 04) oder dem Ex-Werderaner Lars Toborg, der in der Jugend von Thomas Schaaf trainiert wurde, hat der Regionalligist einige erfahrene Spieler in seinen Reihen.

 

Grund genug für Werder, den Gegner sehr ernst zu nehmen. Für Geschäftsführer Klaus Allofs steht fest, dass "Wattenscheid mit sehr viel Begeisterung ins Spiel gehen wird. Für sie ist es der Saison-Höhepunkt." Das Lohrheidestadion wird mit etwa 8.000 Zuschauern richtig gut gefüllt sein, 1.000 Anhänger werden Werder-Fans sein. Angst vor einem Ausscheiden hat Allofs aber nicht: "Wir bereiten uns auf diese Partie so gewissenhaft vor wie auf jedes Bundesliga-Spiel. In den vergangenen Jahren haben wir konstant die ersten Runden im DFB-Pokal gemeistert. Ähnliches erwarte ich auch am Samstag. Ich habe keine Bedenken, dass sich Sorglosigkeit oder Überheblichkeit im Team breit machen."

 

Cheftrainer Thomas Schaaf lässt keinen Zweifel daran, was er am Samstag von seiner Mannschaft erwartet: "Wir müssen hochkonzentriert sein und alles aufbieten." Gedanken an die "Schonung" einiger Stammspieler vor dem ebenfalls sehr wichtigen Rückspiel in der Champions-League-Qualifikation gegen Basel am nächsten Mittwoch macht sich Schaaf nicht: "Es wird die beste Mannschaft auf dem Platz stehen." Allofs ergänzt: "Wir können gar nicht experimentieren, weil wir uns auch für die Partie am Mittwochabend das nötige Selbstvertrauen holen wollen."

 

Baumann wohl dabei - Klose, Micoud und Zidan fraglich

 

Fragezeichen stehen allerdings noch hinter dem Einsatz von Miroslav Klose, der im Länderspiel gegen die Niederlande einen Pferdekuss abbekommen hat, Johan Micoud (Innenbanddehnung) und Mohamed Zidan (Infektion am großen Zeh). Kapitän Frank Baumann wird hingegen nach seiner Oberschenkelzerrung voraussichtlich wieder im Kader stehen.

 

Klaus Allofs stellt unmissverständlich klar, dass der DFB-Pokal momentan oberste Priorität genießt. "Es ist das wichtigste, weil nächste Spiel. Wir wollen im DFB-Pokal wieder den Weg gehen, den wir auch in den letzten Jahren gegangen sind. Am besten bis ins Finale, das wir dann auch noch gewinnen." Auf dem Weg dorthin soll Wattenscheid der erste wichtige Schritt sein.

 

von Kevin Kohues