Werder will cool bleiben "in der Hölle"

Werders Cheftrainer Thomas Schaaf bei der Pressekonferenz in Zagreb: "Es bleibt immernoch ein Fußballspiel."
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Für Dinamo-Trainer Branko Ivankovic wird es "ein Fußballfest für alle Fans dieses Spiels. Unsere Anhänger werden uns 90 Minuten unterstützen." Für Jurica Vranjes ist es "ein Auftritt in der Hölle! Das weiß ich von den Spielen mit der Nationalmannschaft. Diese Fans bringen ihr Team dazu, 20 oder 30 Prozent mehr Leistung zu bringen." Klaus Allofs weiß: "Wer Angst vor dieser Partie hat, sollte gar nicht in den Flieger nach Zagreb steigen." Thomas Schaaf bleibt gelassen: "Es bleibt immer noch ein Fußballspiel."

 

Werder trainiert in der Abenddämmerüng im Maksimir-Stadion - 40.000 Fans werden das Stadion am Mittwochabend zum kochen bringen.

Die sportliche Leitung kennt ihr Team und ist sicher, dass es keiner besonderen Worte bedarf, um sie zu motivieren. "Die Spieler können einschätzen, um was es geht. Es würde schon einen großen Unterschied machen, ob wir UEFA-Cup oder Champions League spielen. Allein der finanzielle Aspekt ist schon bedeutend. Es würde die Entwicklung der Mannschaft in den nächsten Monaten, vielleicht Jahren beeinflussen. Sollten wir nicht weiterkommen, dann wäre es ein Rückschlag, aber mindestens ein Stillstand", so Werders Geschäftsführer Klaus Allofs. Cheftrainer Thomas Schaaf sagte: "Unser Ziel ist deutlich. Wenn wir zum vierten Mal in Folge in die Champions League einziehen, wäre das sensationell."

 

Genau auf diese Erfahrung baut Werders sportliche Leitung im Hexenkessel, zu dem sich das Maksimir-Stadion, das beim Abschlusstraining am Dienstagabend sein ungeschminktes, etwas verfallenes Gesicht präsentierte, wandeln soll. "Wir werden dort nichts erleben, was wir nicht kennen. Unsere Spieler haben Weltmeisterschaften und Europameisterschaften gespielt. Sie haben sich gegen Basel durchgesetzt und in viel größeren ausverkauften Stadien bestanden", erklärte Allofs.

 

Dass die Werder-Profis auch ohne die zu erwartende heiße Atmosphäre bis in die Zehenspitzen konzentriert sein werden, bestätigte Jurica Vranjes: "Natürlich ist es ein ganz besonderes Spiel, weil nur diese 90 Minuten zählen. Du kannst nichts wieder gut machen. Es ist das Spiel des Jahres. Wir werden ganz sicher stärker auftreten, als vor zwei Wochen, als wir kein perfektes Spiel hingelegt haben. Wenn wir uns steigern, dann wird sich auch Dinamo nicht so entfalten können." Auf die Umsetzung dieser Pläne hofft auch Thomas Schaaf: "Dinamo wird noch stärker auftreten, aber wir auch. Wir sind jetzt zwei Wochen weiter, haben Tag für Tag an uns gearbeitet."

 

Auch mental müssen beide Teams gut gerüstet sein, denn die Ausgangssituation ist nach dem knappen 2:1-Sieg für die Grün-Weißen knifflig. Ivankovic sieht die Lage so: "Mit einem 1:0 wären wir durch, deshalb gibt es keinen Grund mit zunehmender Spielzeit undiszipliniert zu werden. Auf der anderen Seite müssen wir aber auch ein gewisses Risiko eingehen." Kein leichtes Unterfangen vor den fanatischen Fans.