Mission: In Sofia endlich wieder drei Auswärtspunkte

Auch in Bulgarien eine ganz große Nummer: WM-Torschützenkönig Miroslav Klose. Hier knipst ein bulgarischer Polizist nach der Ankunft am Flughafen mit seinem Handy ein Erinnerungsfoto mit dem Werderaner und sich selbst.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder Bremen ist einen Tag vor dem Champions-League-Spiel gegen Levski Sofia in der bulgarischen Hauptstadt angekommen. Mit leichter Verspätung landete der Bundesliga-Tabellenführer am Mittwoch auf dem Flughafen der südosteuropäischen Metropole. Einige Zugvogel-Schwärme hatten in Bremen den Start um ein paar Minuten verzögert.

 

Auf ihrem zweitägigen Bulgarien-Trip soll das aber die einzige negative Überraschung für die Grün-Weißen bleiben. Die Werderaner wollen in Sofia nicht von ihrem eingeschlagenen Weg in Richtung Champions-League-Achtelfinale abkommen. Gedanken an das Minimalziel Platz drei verschwendet Cheftrainer Thomas Schaaf nicht: "Wir spielen nicht in der Champions League um den UEFA-Cup zu erreichen. Wir wollen noch lange in diesem Wettbewerb bleiben." Die Vorzeichen für den Bremer Coach sind dabei klar: "Wir haben mehr Punkte und den ersten Vergleich gewonnen. Andere würden sagen, wir sind der Favorit, aber wer mit dieser Rolle ins Spiel geht, ist mir vollkommen egal. Es nützt einem nichts, als Favorit zu gelten und 0:4 unterzugehen."

 

Die Maxime lautet also: Selbstvertrauen präsentieren, aber dennoch auf alles gefasst sein. Die Bremer müssen auf alles gefasst sein. Schaaf weiß, dass Levski am Dienstag alles auf eine Karte setzen wird. Der in der Liga so erfolgreiche Tabellenführer Bulgariens steht international vor dem Aus und wird sich dagegen wehren. "Ich erwarte ein sehr offensives Team, das uns vielleicht mit drei oder sogar vier Stürmern bearbeiten wird. Sie haben noch keinen Punkt. Am Dienstag haben sie die letzte Chance, im Geschäft zu bleiben." Was in so einer Situation möglich sein kann, führt der Coach deutlich vor Augen. "Im DFB-Pokal sieht man gerade in diesem Jahr, was passiert, wenn eine Mannschaft ihre Kräfte 90 Minuten lang bündeln kann."

 

Böse Überraschungen erwartet Schaaf jedoch auch trotz der zu erwartenden aufgeheizten Athmosphäre nicht. "Bei seinen Bemühungen wird Levski sicher von einem fußballverrückten Publikum unterstützt. Wir haben zwar eine junge Mannschaft, aber sie hat schon einiges erlebt. Es wird sie nicht aus der Bahn werfen."

 

Mit einer Leistung, die auf dem aufgebauten Selbstvertrauen und "einer gewissen Überzeugung" basiert, will Werder am Dienstag drei Punkte einfahren. Dass dies trotz der derzeitigen Euphorie um die Grün-Weißen in der Königsklasse nicht so leicht ist, zeigt die Statistik. Den letzten Auswärtssieg in der Champions-League feierte Werder in Valencia im Dezember 2004. Das liegt inzwischen fast zwei Jahre zurück.

 

17 Spieler sind bei dieser schwierigen Mission dabei. Thomas Schaaf vertraut dabei auf den Kader, der schon in Mainz für Furore gesorgt hat. Streichen musste er aus seinen Planspielen jedoch Stürmer Mohamed Zidan. Der Angreifer musste mit Leistenbeschwerden kurzfristig absagen.

 

von Michael Rudolph