Womes Serie: Noch nie gegen Chelsea verloren

Freut sich auf die Duelle mit dem FC Chelsea: Pierre Wome.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Trotz der negativen Vorzeichen, wie der Pokal-Niederlage und der Verletztenliste, in den vergangenen Tagen, war die Aufbruchstimmung am Montagmorgen auf dem Bremer Flughafen groß. Die Werder-Profis fiebern dem Spiel in London entgegen. "In den Stadien in England zu spielen ist etwas ganz Besonderes. Da bekommst du schon am Vorabend im Abschlusstraining eine Gänsehaut", so Clemens Fritz, der mit Leverkusen in der Champions League schon gegen den FC Liverpool spielen durfte. Auch Andreas Reinke erinnert sich gerne an seine London-Erfahrung zurück. "Mit Lautern habe ich im UEFA-Cup bei den Tottenham Hotspurs gespielt." Ein 0:1 im Oktober 1999 machten die "Roten Teufel" damals eine Woche später noch mit einem 2:0-Erfolg wett und zogen in die dritte Runde ein.

 

Ist begeistert von der Atmosphäre in englischen Stadien: Andreas Reinke.

Über dauerhafte London-Erfahrung unter den Werderanern verfügt Pierre Wome. Er spielte beim englischen Hauptstadtklub FC Fulham und versprühte am Montagmorgen besonders viel Optimismus: "Ich haben noch nie gegen Chelsea verloren. Zweimal habe ich mit Fulham gegen sie gespielt. Zuhause haben wir gewonnen, auswärts erreichten wir ein 1:1." Wome selbstbewusst: "Morgen will ich dort aber gewinnen."

 

Cheftrainer Thomas Schaaf verlässt sich aber nicht auf die Erfahrung seiner Kicker. Natürlich ließ er den Gegner ganz genau beobachten. Einige Eindrücke gab er schon preis: "Jeder weiß, dass sie eine Ansammlung von Spielern mit sehr hoher Qualität haben. Mein Kollege kann ohne Probleme jeden Spieler austauschen. Sie haben das Beste im Kader, was derzeit auf dem Markt ist. Bei Spielern wie Ballack, Lampard, oder Schevchenko und den anderen ist es nicht möglich, sich nur auf einen zu konzentrieren." Zur Spielweise des englischen Meisters sagte Schaaf: "Sie haben zwar Innenverteidiger, die nicht so viel nach vorne arbeiten, aber schon davor geht es mit den Spielern los, die enorm viel für die Offensive tun können."

 

Hat mit Leverkusen schon einmal auf der Insel gespielt: Clemens Fritz.

In Erfurcht wollen die Werderaner aber nicht erstarren. "Es wird schwer eine Qualitätslücke zu finden, aber wenn man ganz genau hinschaut, dann sieht man auch, dass Chelsea nach der WM die Probleme hat, die alle Mannschaften mit vielen Nationalspielern haben. Sie sind noch nicht topfit und noch nicht so eingespielt."

 

Der Bremer Coach räumt aber ein, dass Werder damit auch zu kämpfen hat: "Das gilt auch für uns und das vielleicht noch ein bisschen stärker als in den Vorjahren. Wir hatten zwar für die Nationalspieler immer nur kurze Vorbereitungsphasen, wie im letzten Jahr nach dem Confederations-Cup, aber wenn sich das über Jahre wiederholt, verstärkt sich der Effekt." Schaaf geht aber dennoch von einer Steigerung seines Teams aus: "Ich bin überzeugt, dass wir die Sicherheit in unserem spiel auch sehr schnell wieder zurückgewinnen können. Dieser Prozess muss nicht lange dauern. Am besten wäre es, wenn der Knoten schon am Dienstagabend platzt", so Schaaf.

 

Der Bremer Cheftrainer weiter: "Wir haben uns in den vergangenen Jahren international Respekt erarbeitet, das müssen wir aber auch immer wieder bestätigen." Ein Beispiel will sich der Trainer an der Leistung des Premiere-League-Klubs Charlton Athletic nehmen, der am vergangenen Wochenende zwar 1:2 gegen Chelsea verlor, aber den großen Favoriten an den Rand einer Niederlage gebracht hatte. "Sie haben sehr viel richtig gemacht, sogar den Ausgleich erzielt, aber dann reichte eine Unachtsamkeit bei einer Standardsituation für die Entscheidung zu Gunsten des englischen Meisters", so Schaaf, der sich den Spielverlauf am Dienstagabend natürlich ohne solche Unachtsamkeiten wünscht.

 

von Michael Rudolph