Überzeugendes 2:1 – Werder besiegt und überholt Lazio

Boubacar Sanogo schoss wie Sturmkollege Hugo Almeida sein zweites Champions-League-Tor in dieser Saison und brachte Werder auf die Siegerstraße.
Profis
Donnerstag, 01.01.1970 // 01:00 Uhr

Werder ist in der Champions League wieder im Geschäft. Dank einer starken und konzentrierten Leistung bezwangen die Bremer Lazio Rom mit 2:1 (1:0) und holten die ersten drei Punkte in Gruppe C. Die Tore für die Grün-Weißen erzielten Boubacar Sanogo (28.) und Hugo Almeida (54.), Christian Manfredini sorgte in der 82. Minute mit seinem Anschlusstreffer nocheinmal für Zittern im Weser-Stadion. Mit großem Kampf brachte die Elf von Thomas Schaaf den Erfolg dann aber über die Zeit.

Flotter Beginn und sofort die besseren Chancen für Werder

Werders Cheftrainer schenkte demselben Team das Vertrauen, das am vergangenen Wochenende Hertha BSC mit 3:2 nach Hause geschickt hatte. Ein flott beginnendes Spiel erlebte nach 11 Minuten seinen ersten

Akrobatisch, effektiv, unermüdlich – das Lazio-Spiel als weiteres Kapitel der unglaublich starken Saison von Diego!

Höhepunkt: Diego schlug einen Freistoß von halbrechter Position in den Sechzehner, Naldos Kopfball aus prima Position verfehlte aber sein Ziel. Zwei Minuten später hatte auch Hugo Almeida eine Chance per Kopf, nachdem Marco Ballotta ein Abwurf kurios missglückt und in hohem Bogen in die Luft geflogen war, der Ball hoppelte aber knapp am Tor vorbei.

Nach der Kopfball- kam die Freistoß-Zeit. Lazios Aleksandar Kolarov brachte zwei davon mit Links gefährlich Richtung Tor und damit Tim Wiese jeweils in Schwierigkeiten (18. und 25.). Für Werder verzog Diego knapp aus 20 Metern (23.). Die Gastgeber waren klar spielbestimmend und begannen nun, sich auch Chancen aus dem Spiel heraus zu erarbeiten. Den Anfang machte Diego, der nach langem Befreiungsschlag von Pasanen im Strafraum den Ball nicht mit dem nötigen Druck versehen konnte – Ballotta hielt sicher (25.). Nur 60 Sekunden später legte der Brasilianer aus gleicher Position ordentlich Schmackes in den Schuss, aber der Ball zischte über die Latte. Tim Borowski hatte ihn von der Grundlinie zurück gelegt.

Sanogos Tor, Pasanens Statement, Diegos Kunststück

Die dritte gute Möglichkeit innerhalb von vier Minuten brachte dann endlich die verdiente Führung: Nach fixem Spielaufbau von Frings spielte Jensen in zentraler Position Diego an, der lupfte die Kugel in den Lauf von Boubacar Sanogo. Der Ivorer schüttelte zwei Verteidiger ab, schob sich am Torwart vorbei und stocherte den Ball ins Netz (28.)! In der 30.

Da kann man schon mal jubeln: Dank des Sieges bleiben auch international alle Chancen gewahrt.

Minute sorgten die Römer und Referee Benquerenca für Aufregung, als erst Daniel Jensen unfair gefoult und dann der Ball nicht ins Aus gespielt oder das Spiel anders gestoppt wurde, obwohl der Däne am Boden lag. Petri Pasanen unterband den unanständigen Angriff und kassierte Gelb.

Lazio wirkte auch mit sportlichen Mitteln immer gefährlich, obwohl Werder weiter klar Herr im Hause war. Zwei Möglichkeiten bekamen die Grün-Weißen noch: Diego per Fallrückzieher, den er sich selbst vorbereitete, aber übers Tor setzte (34.) und Clemens Fritz, der freistehend aus zehn Metern das 2:0 machen musste, aber an Ballotta scheiterte (45.). Lazio zog aus der Bremer Überlegenheit seine Lehren, attackierte nach der Pause deutlich früher und nahm dem Werder-Spielaufbau damit Platz und Raum. Das probate Gegenmittel: Konter und schnelle Vorstöße über die Außen. Bei einem ersten Versuch über die linke Seite fand der eingewechselte Tošiæ im Strafraum Hugo Almeida, der vom linken Strafraumeck sofort abzog, den Torwinkel aber knapp verfehlte (48.).

Vorn Fritz und Almeida klasse, hinten Wiese stark

Den zweiten Versuch startete Clemens Fritz, der Rechtsverteidiger spielte etwas glücklich Doppelpass mit Gegenspieler Kolarov und schlug seine Flanke dann flach in die Mitte, wo Hugo Almeida direkt und

Kein Vorbeikommen für Pandev bei Wieses stärkster Szene.

unhaltbar zum 2:0 einschob (54.). Im Anschluss erarbeiteten sich die Gäste wieder einmal einige Möglichkeiten. Während Tommaso Rocchis Schuss Tim Wiese nicht vor Probleme stellte (56.), musste Werders Keeper gegen den allein vor ihm auftauchenden Goran Pandev aus spitzem Winkel schon seine ganze Klasse aufbieten, um den Anschlusstreffer zu verhindern (62.). Der gelang auch Mutarelli nicht, er schoss aus aussichtsreicher Position am Tor vorbei (69.). Diegos Versuch aus 25 Metern (70., rechts vorbei) und Borowskis starker Einsatz allein im Strafraum (72., knapp links vorbei) sorgten für Entlastung.

Einen Gegentreffer kassierte der Bundesliga-Zweite trotzdem, es war in der 82. Minute. Wieder hatte Tim Wiese Mühe mit einem Kolarov-Freistoß aus 18 Metern halblinker Position und konnte ihn nur nach vorn prallen lassen. Dort stand Christian Manfredini unbewacht und schoss ein. Das war jedoch die letzte durchschlagende Aktion der insgesamt zu harmlosen Laziali, mit ein bisschen Zittern und viel Arbeit und Ballsicherheit behütete Werder den Sieg und so die ersten drei Punkte. Damit wurde Rom überholt, ein Punkt Rückstand auf Piräus bietet vor der Gruppen-Rückrunde alle Chancen.

von Enrico Bach