Die Suche nach dem Grund

Yuya Osako wird dem SV Werder voraussichtlich sechs Wochen fehlen (Foto: nordphoto).
Profis
Donnerstag, 19.09.2019 / 15:14 Uhr

Von Lukas Kober

Foul, Fehlbelastung oder einfach nur Pech? Die Frage, warum die Verletzungsmisere beim SV Werder Bremen weiter anhält, lässt das Team um Florian Kohfeldt und Frank Baumann, sowie das medizinische und athletische Umfeld nicht ruhen. Zwar sind mit Milot Rashica und Philipp Bargfrede zwei Werderaner nach längerer Pause wieder in den Kader berufen worden, doch mit Yuya Osako kommt ein schwerwiegender Ausfall hinzu. Eine Personalsituation, die selbst Frank Baumann in 15 Jahren Profi-Fußball „in dieser Dimension noch nicht erlebt“ hat und alles auf den Prüfstand stellt.

Bei einer Bewegung „sechs Minuten in der Hauptübung, im optimalen Zustand des Körpers“, beschreibt der Cheftrainer, zog sich der Japaner die Verletzung am Oberschenkel zu (zur Extrameldung). Eine Stelle, die zuvor durch keine besonderen Auffälligkeiten, in den Vordergrund gerückt war. Deshalb bleiben die Verantwortlichen überzeugt, dass sie in der medizinischen sowie athletischen Betreuung der Spieler „einen guten Job machen und komplett qualifiziert sind“. Schließlich belegte der SVW in der vergangenen Saison den vierten Platz der fittesten Teams der Bundesliga.

Kohfeldt: "Haben alles auf den Kopf gestellt"

Florian Kohfeldt erklärt den Vorgang bei Verletzungen - im Video (Foto: nordphoto).

Denn jede Belastung, die vom Verein kommt, wird bei den Grün-Weißen dokumentiert. „Daher haben wir klare Anzeichen, wenn ein Spieler an zu hoher Belastung leidet“, erklärt Florian Kohfeldt und fügt hinzu: „Wir haben sogar eingeführt, dass bei jeder Einheit ein Physiotherapeut dabei ist, um auffällige Bewegungsmuster zu erkennen.“

In der nachfolgenden Evaluation wird jeder Spieler und der individuelle Status in mehreren Gremien besprochen. Eine Auffälligkeit, ein Zusammenhang oder ein Muster kann bei allen Verletzungen ausgeschlossen werden. Dazu konsultiert der SV Werder ebenfalls externe Mediziner, die in die Datenlage der Spieler eingewiesen sind. „Daher kann ich aus voller Überzeugung sagen, dass wir alles auf den Kopf gestellt haben“, so Florian Kohfeldt.

Den Verantwortlichen bleibt nichts anderes übrig, als vernünftig zu bleiben. „Wir behandeln jede Verletzung so, als würde nur ein Spieler ausfallen“, so der Cheftrainer und mahnt an: „Die Jungs können dann spielen, wenn sie so weit sind.“ Bis dahin verfolgen Florian Kohfeldt und der SV Werder weiter ihre Ziele, denn über die zahlreichen Ausfälle zu jammern, ist keine Option: "Die Jungs entwickeln von sich aus eine enorme Mentalität. Das finde ich sehr gut und ich freue mich darüber. Niemand sucht Ausreden, sondern sie nehmen die Situation komplett an."

 

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