„Es ist irre, was heutzutage alles möglich ist“

Tim Borowski in Episode #10 des WERDER-PODCAST

Analyse in Echtzeit – Co-Trainer Tim Borowski mit einem Tablet beim Spiel in Stuttgart (Foto: Nordphoto).
Profis
Mittwoch, 31.10.2018 // 16:40 Uhr

von Maximilian Hendel

Dass „die Wahrheit auf dem Platz liegt“, ist eine der bekanntesten geflügelten Weisheiten, die dank Otto Rehhagel ihren Weg in den allgemeinen Fußballsprachgebrauch gefunden haben. Egal, was vor und während der 90 Minuten passiert, am Ende zählt das nackte Ergebnis, brachte Werders legendärer Meistertrainer damit zum Ausdruck. In der Bundesliga-Gegenwart versuchen es Rehhagels Erben mit mehr technischen Hilfsmitteln denn je, möglichst positiven Einfluss auf die „Wahrheit“ ihres jeweiligen Teams zu nehmen. „Es ist irre, was heutzutage alles möglich ist“, unterstreicht auch Tim Borowski in Episode #10 des – von Media Markt präsentierten – WERDER-PODCAST.

Werders Urgestein hat all die rasenden Entwicklungen des Profibereichs in den vergangenen zwei Jahrzehnten hautnah miterlebt, erst als Spieler und inzwischen in mitverantwortlicher Position vom Spielfeldrand aus. Seit Amtsantritt im Oktober 2017 ist Borowski einer von zwei Co-Trainern im Stab von Cheftrainer Florian Kohfeldt. Der 38-Jährige weiß also, wovon er spricht. „Analysiert haben wir auch schon zu meiner Zeit, gerade gegen Mitte und Ende der Karriere wurden Laufdaten, GPS-Daten, Sprintwerte und Ausdauerwerte genommen“, erzählt der 33-fache Nationalspieler, aber „logischerweise“ würden die heutigen Profis „immer noch ein bisschen gläserner“ werden. „Man orientiert sich stark an amerikanischen Sportarten, wo das gang und gäbe ist. Da hängen wir hinterher im Fußball, aber es kommt immer mehr“, prophezeit er. Selbstverständlich macht dieses Fortschrittsphänomen auch vor den Grün-Weißen nicht halt. Bereits in den jüngsten Sommertrainingslagern setzten Kohfeldt, Borowski und Co. auf ein direkt am Übungsplatz errichtetes Zelt mit entsprechendem Equipment, das für in Echtzeit analysierte taktische Anweisungen sowie die Vor- und Nachbereitungen der Einheiten genutzt wurde. Seit dieser Saison erlaubt es die DFL den Trainern zudem offiziell, während der Bundesligapartien beispielsweise via Headset und Tablet mit den eigenen Analysten live zu kommunizieren, die oben auf der Tribüne die Spielbeobachtung aus der Vogelperspektive vornehmen.


„Für den Trainer ist es gut, du hast es visueller und schneller und kannst es in deine Gedanken einfließen lassen. Wir profitieren alle davon“, betont Borowski. Allerdings dürfe man sich darunter keine „Dauerschleife“ vorstellen. Es sei „kein Tool, mit dem wir uns jede Minute zwei Sätze um die Ohren hauen müssen. Wenn Bedarf ist, ist der rege Austausch da, wenn es gut läuft, dann ist es auch ruhig im Funkverkehr.“ Dennoch ist die anhaltende Digitalisierung sowohl der individuellen als auch kollektiven Trainings-, Taktik- und Spielanalyse aus dem Arbeitsalltag der sportlichen Verantwortlichen nicht mehr wegzudenken. Kein Problem jedoch für Borowski, im Gegenteil. Mit gewiefter Erfindergabe hatte der gebürtige Neubrandenburger, der 1996 aus seiner Heimatstadt nach Bremen gewechselt war, bereits zu Internatszeiten auf sich aufmerksam gemacht. In den damals neuen Räumlichkeiten über der Ostkurve sorgte ein Mechanismus für Unmut unter den Jugendspielern, wodurch sich eine Stunde vor Mitternacht die TV-Geräte automatisch abschalteten. „Da ich nicht um 23 Uhr die Kiste ausmachen wollte“, brauchte es eine Alternative. Also versteckte Borowski unter den Deckenplatten die nötigen Kabel und organisierte einen Signalverteiler, „der es uns tatsächlich ermöglicht hat, ab 23 Uhr auch noch Fernsehen zu schauen.“ Zumindest bis sie eines Morgens erwischt wurden.
 

Nicht nur über seinen jetzige Arbeit bei Werder gibt Tim Borowski ausführlich Auskunft. Natürlich kommen im Gespräch mit Moderator Markus Biereichel beispielsweise auch die alten Zeiten nicht zu kurz – wie war es eigentlich so, einst mit 2:5 gegen den eigenen Herzensverein zu verlieren und wo hat es eigentlich den ein oder anderen A-Jugend-Meister von 1999 hin verschlagen? Das und noch viel mehr erfahrt ihr in Episode #10 des WERDER-PODCAST. Der Podcast verbindet die schönste Nebensache der Welt mit dem geilsten Verein der Welt. Hier wird nicht nur über alles geredet, was das grün-weiße Herz höher schlagen lässt, sondern wir sprechen mit Werder. Die neue Folge gibt es auf dem offiziellen Soundcloud-Profil, dem iTunes-Account und dem Spotify-Kanal des SVW.
 

 

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