Entscheidung serbischer Art

Veljkovic vor dem Duell mit der Schweiz

Mit Serbien trifft Milos Veljkovic auf sein Geburtsland: Es geht gegen die Schweiz (Foto: WERDER.DE).
Profis
Donnerstag, 21.06.2018 // 19:03 Uhr

Von Max Brosta

Basel, 1995. Es ist der 26. September. Milos Veljkovic erblickt als Sohn serbisch-stämmiger Eltern in der Schweiz das Licht der Welt. Dort, in seiner Geburtsstadt, lernt er das Fußballspielen, wird beim FC Basel ausgebildet und schafft es bis in die U 16-Nationalmmannschaft der Schweiz. Doch Veljkovic hat zwei Staatsbürgerschaften - sowohl die schweizerische als auch die serbische. 2012 entscheidet er sich, nur noch das Trikot der Serben zu tragen. Am morgigen Freitag, 22.06.2018, um 20 Uhr (live in der ARD) kommt es zum großen Wiedersehen. Veljkovic trifft dann auf das Land, in dem er vor fast 23 Jahren geboren wurde. Keine Frage, das Duell gegen die Schweiz wird ein ganz besonderes für den Innenverteidiger des SV Werder.

„Meine ganze Familie lebt in der Schweiz, ich habe viele Freunde dort. Viele Bekannte werden zuschauen“, erklärt der serbische Nationalspieler gegenüber WERDER.DE. „Das Spiel gegen die Schweiz ist definitiv etwas ganz besonderes. Es ist sehr speziell, weil ich eben auch in der Jugend für sie gespielt habe“, so der Innenverteidiger weiter. Doch Wehmut kommt bei Veljkovic nicht auf. Schließlich hat er sich vor sechs Jahren ganz bewusst dafür entschlossen, für das Geburtsland seiner Eltern aufzulaufen. „Es war immer mein Traum, für Serbien zu spielen und ich bin sehr stolz darauf“, macht der 22-Jährige im Gespräch mit WERDER.DE deutlich.

Doch auch sportlich hat die Partie ihren Reiz. Serbien könnte nach dem 1:0-Erfolg zum WM-Auftakt gegen Costa Rica den Einzug ins Achtelfinale bereits am zweiten Spieltag perfekt machen. Dafür benötigt das Team von Ex-Werderaner und Nationalcoach Mladen Krstajic einen Sieg gegen starke Eidgenossen, die sich am vergangenen Sonntag ein 1:1 gegen Rekordweltmeister Brasilien erkämpften. Auch Veljkovic ist sich den Stärken der Schweizer "Nati" bewusst und warnt: „Als Mannschaft sind sie sehr gut, sehr diszipliniert. Offensiv sticht vor allem Xherdan Shaqiri hervor. Er ist ein Schlüsselspieler des Teams.“

Deshalb glaubt die Nummer 13 der Grün-Weißen nicht an ein Torspektakel im Kaliningrad-Stadion, im Gegenteil. „Ich erwarte ein sehr taktisches Spiel. Beide Mannschaften sind sehr gut organisiert. Es werden wahrscheinlich nicht viele Treffer fallen“, so Veljkovic, der sich jedoch ein Hintertürchen offen lässt. „Aber bei einer WM weiß man halt nie so genau“, schmunzelt er. Sein Tipp im Werder Strom WM-Tippspiel verspricht immerhin drei Treffer. „Ich denke wir gewinnen mit 2:1. Das wäre sehr schön“, wünscht sich Veljkovic.