Kaiserschmarrn vom Kapitän

Werders Österreicher treffen allesamt

Torschütze und Laufmaschine: Kapitän Zlatko Junuzovic überzeugte gegen RB Leipzig (Foto: nordphoto).
Profis
Samstag, 18.03.2017 // 21:49 Uhr

Von Dominik Kupilas, David Steinkuhl und Marcel Kuhnt

Es war wie ein Donnerschlag in der 34. Spielminute, der das gesamte Weser-Stadion aufspringen ließ. Nach einer Flanke von Robert Bauer war der Klärungsversuch der Leipziger Defensive eher halbherzig, der Ball fiel vor die Füße von Zlatko Junuzovic, der Kapitän fackelte nicht lange und hämmerte die Kugel mit seinem rechten Außenrist unhaltbar in die Masche. Es sollte nicht das einzige Tor eines Österreichers an diesem Nachmittag bleiben. „Dass bei einem 3:0-Sieg drei Österreicher treffen und das in der deutschen Bundesliga ist natürlich ein Highlight. Wir werden uns dafür schon was einfallen lassen. Wahrscheinlich kommen wir nicht daran vorbei, Kaiserschmarrn auszugeben“, schmunzelt Werders Nummer 16.

Doch Junuzovic, der an diesem Nachmittag die meisten Kilometer aller Akteure auf dem Platz abspulte, überzeugte nicht nur durch seinen Treffer. Es war die Gesamtleistung von ihm, die imponierte. „Zlatko hat schon in der letzten Woche eine gute Leistung gezeigt. Es wird immer wichtiger für uns, dass er gerade in der Rolle des Kapitäns wieder zu seiner stärksten Form zurückfindet“, so Frank Baumann, Geschäftsführer Sport, der auch die Leistungen von Florian Grillitsch und Florian Kainz hervorhob und auf Erfahrung aus der Vergangenheit verwies: „Österreicher haben bei uns immer schon Tradition gehabt und heute hat man wieder gesehen, dass man sich stets auf sie verlassen kann."

Junuzovic: "So was passiert, wenn man Selbstvertrauen hat."

Es war gefühlt ein rot-weiß-roter Festtag an der Weser. Auch der Freistoß-Trick, der zum 2:0 führte, war eine österreichische Koproduktion. „Die Variante war einstudiert. Wir wollten das schon gegen Leverkusen so machen, aber da stand ein Spieler genau im Passweg“, sagt Junuzovic und ergänzt: „Da ist immer etwas Risiko dabei, aber heute hat es gepasst. So was passiert, wenn man Selbstvertrauen hat.“ Ein Risiko, das beim Duell mit den 'Roten Bullen' belohnt wurde und Cheftrainer Alexander Nouri zu lobenden Worten verleitete:„Kompliment an die Jungs, dass sie sich das zugetraut haben und den Mut hatten, diese Variante zu probieren.“

Ganz ohne Zweifel war ‚Grillo‘ vor der Ausführung des Freistoßes wohl nicht. „Ich bin erst zu 'Zladdi' hin und habe ihn gefragt, ob wir es so probieren wollen, wie wir es schon im Training probiert haben. Im Spiel ist es natürlich nochmal was anderes als im Training, aber es hat geklappt“, sagt Grillitsch.

Geklappt hat es auch mit dem ersten Bundesliga-Tor von Florian Kainz. Keine zwei Minuten nach seiner Einwechslung setzte er nach der Chance von Aron Jóhannsson energisch nach und traf zum 3:0-Endstand. „Heute hat es sehr gut geklappt für uns Österreicher“, sagt der 24-Jährige, der endgültig in der Bundesliga angekommen zu sein scheint. „Flo hatte keine leichte Phase, er kam zuletzt immer nur auf einige wenige Spielminuten. Letzte Woche war er schon kurz davor, sein Tor zu machen, jetzt hat es geklappt, deswegen ist die Freude groß“, sagt Frank Baumann.

Alles in allem war es also ein gelungener Tag für die Jungs aus der Alpenrepublik. Oder um es noch einmal mit den Worten von Florian Grillitsch zu sagen: "Heute waren die Österreicher vielleicht die besseren Fußballer."