Baumann: "Haben ein klares Anforderungsprofil"

Frank Baumann äußerte sich am Sonntagvormittag ausführlich zum Trainerwechsel (Foto: nordphoto).
Profis
Sonntag, 18.09.2016 // 12:51 Uhr

Hinter Frank Baumann lag eine sehr kurze Nacht, als der Geschäftsführer Sport am Sonntagvormittag vor die anwesenden Medienvertreter am Weser-Stadion trat. Nach der schmerzhaften 1:4-Niederlage war die Geschäftsführung der Grün-Weißen zu dem Entschluss gelangt, Cheftrainer Viktor Skripnik und seine Co-Trainer Florian Kohfeldt und Torsten Frings mit sofortiger Wirkung zu beurlauben (siehe Extra-Meldung). Vor den Journalisten erläuterte Baumann noch einmal die Gründe für die Entscheidung, blickte auf die anstehenden Aufgaben von Interimstrainer Alexander Nouri und formulierte seine Erwartungen an die Heimspiele gegen Mainz und Wolfsburg.

Frank Baumann über…

… die ausschlaggebenden Gründe für eine Beurlaubung des Trainerteams:

„Ausschlaggebend waren einerseits die ernüchternden Eindrücke des gestrigen Spiels, vor allem in der ersten Halbzeit, aber auch die Tendenz in den Leistungen der letzten Wochen. Wir haben immer betont, dass es Zeit und Geduld braucht, aber für uns war dabei die Art und Weise wichtig, ob wir eine Weiterentwicklung sehen konnten. Wir haben in den vier Pflichtspielen drei ganz, ganz schlechte Leistungen abgeliefert, worüber wir extrem enttäuscht waren. Nach dem gestrigen Spiel sind wir als Geschäftsführung zu der Überzeugung gelangt, dass die nötigen Impulse nicht mehr gegeben werden können. Und dann muss man handeln.“

… die Reaktion von Viktor Skripnik:

„Natürlich war er enttäuscht. Viktor ist mit vollem Herzen Werderaner und seit 20 Jahren im Verein. Er ist mit den Spielern sehr gut umgegangen und hat sich als Trainer entwickelt. Für ihn waren es zwei sehr intensive Jahre, eine sehr schwierige Zeit, in der er zweimal den Klassenerhalt geschafft hat. Es war ein sehr vernünftiges und professionelles Gespräch. Er hat sich von der Mannschaft verabschiedet und ihr viel Glück gewünscht.“

… Interimstrainer Alexander Nouri:

„Durch die „Englische Woche“ haben wir nicht viel Zeit, sondern sind Mittwoch und Samstag schon wieder gefordert. Alex braucht keine große Anlaufzeit, denn er kennt die Mannschaft durch die enge Zusammenarbeit sehr gut, er kennt die Strukturen und einige Spieler durch die U 23. Er ist eine gute Übergangslösung, sodass wir den Trainermarkt in Ruhe sondieren können und Gespräche führen werden. Wir sind überzeugt, dass Alex die nötigen Impulse setzen kann.“

… das Anforderungsprofil eines neuen Cheftrainers:

„Wir werden heute und in den nächsten Tagen keine Namen kommentieren, aber wir haben ein klares Anforderungsprofil. Wir suchen einen Trainer, der eine gewisse Spielphilosophie mitbringt, der einer Mannschaft eine klare Handschrift vermitteln kann. Er muss mit seiner Art aber auch zu Werder passen. Dazu werden wir uns sehr intensiv, aber auch mit der nötigen Ruhe Gedanken machen. Es bringt nichts, etwas zu überstürzen. Wir wollen die bestmögliche Lösung für Werder finden, dabei geht Qualität vor Schnelligkeit.“

… die Zukunft des Trainerteams im Verein:

„Es war eine sehr intensive Zeit für Viktor und sein Trainerteam. Ich erachte es für sinnvoll, jetzt einige Wochen ins Land ziehen zu lassen. Aber natürlich ist es vorstellbar, dass Viktor in irgendeiner Funktion bei Werder eingebunden wird. Zudem ist es möglich, dass wir Florian Kohfeldt und Torsten Frings früher oder später wieder im Verein einbinden.“

... seine Erwartungen an die Heimspiele gegen Mainz und Wolfsburg:

"Die Art und Weise ist für mich entscheidend. Wir müssen alles geben, alles raushauen und die Fans wieder hinter uns bringen. Wir müssen füreinander kämpfen und einstehen. Wichtig ist, dass wir mutig spielen. Wir erwarten von der Mannschaft eine Reaktion, dass wir eine Leistung wie die in der ersten Halbzeit in Mönchengladbach nicht auf uns sitzen lassen wollen."