Langeweile Fehlanzeige

Der ehemalige Werder-Profi Wynton Rufer war beim 2:1-Sieg der Grün-Weißen über Gladbach zu Gast (Foto: WERDER.DE).
Profis
Dienstag, 01.09.2015 // 16:52 Uhr

Zurück in der „zweiten Heimat", zurück im Weser-Stadion. Am vergangenen Sonntag nutze Wynton Rufer das Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach für einen Besuch bei seinen alten Verein ...

Zurück in der "zweiten Heimat", zurück im Weser-Stadion. Am vergangenen Sonntag nutzte Wynton Rufer das Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach für einen Besuch bei seinem alten Verein. "Es ist immer wieder schön, nach Bremen zurückzukehren. Auch viele Jahre nach meinem Karriereende als aktiver Fußballer fühlt es sich wie ein zweites Zuhause an", sagt Rufer und blickt ins weite Rund des Weser-Stadions, in dem er mit den Grün-Weißen viele Erfolge feierte. Die Gewinne der deutschen Meisterschaft, des DFB-Pokals und des Europapokals der Pokalsieger sind "schöne Ereignisse" gewesen, die er nicht missen möchte. Dennoch richtet sich der Blick des Neuseeländers nach vorne, wie er im Gespräch mit WERDER.DE deutlich macht.

Wynton Rufer kommt viel rum. "In der vergangenen Woche war ich zu einem U 12-Turnier nach Südkorea eingeladen. Dort haben unter anderem Mannschaften aus Portugal, Spanien, Argentinien und Brasilien mitgespielt. Es ist beachtlich, wie hoch das Niveau bei den jungen Fußballern mittlerweile ist", sagt "Kiwi", wie er zu seiner Bremer-Zeit genannt wurde. Die Nachwuchsarbeit und der 52-Jährige, das passt. Wynton Rufer hat sogar eine eigene Fußball-Akademie. WYNRS - Wynton Rufer Soccer School of Excellence heißt die Akademie, die speziell für Kinder im Alter von acht bis 15 Jahren ausgerichtet ist. "Mit diesem Projekt habe ich alle Hände voll zu tun. Es fühlt sich aber nicht wie Arbeit an, dafür macht es mir einfach zu viel Spaß", so der ehemalige Werder-Stürmer.

In regelmäßigen Abständen tauscht sich Ozeaniens "Player of the Century" mit Dieter Eilts, dem Leiter von Werders Fußballschule aus. "Dieter und ich kennen uns schon sehr lange, standen zusammen für Werder auf dem Platz und haben jetzt eine ähnliche Aufgabe. Wir verstehen uns sehr gut. In unseren Gesprächen reden wir häufig über die Zusammenarbeit mit den Nachwuchsspielern. Es geht allerdings auch oft um private Themen", verrät Rufer, der für Werder in 242 Pflichtspielen 104 Treffer erzielte.

Zeit für Privates hat Rufer dieser Tage aber nicht. Für den ehemaligen neuseeländischen Nationalspieler steht schon das nächste Projekt an. Denn neben seiner Tätigkeit an der eigenen Fußball-Akadamie ist er auch Schirmherr von "100 Prozent Werder Worldwide" und kann sich vorstellen, in Zukunft gemeinsame Projekte mit den Grün-Weißen anzugehen. "Marco Bode und ich stehen in ständigem Austausch. Vielleicht resultiert daraus eines Tages ja mal ein Projekt, mit dem man Werder in Asien bekannt machen und dem Verein noch mehr Strahlkraft verleihen kann. Das finde ich ungeheuer spannend und bin gespannt auf das, was da kommen wird."

Langeweile existiert im Leben des ehemaligen Werder-Profis jedenfalls nicht. Bemerkenswert, dass Rufer trotz aller Termine und Verpflichtungen zur Ruhe kommen kann. "Es stimmt schon, dass ich viel zu tun habe und ständig unterwegs bin. Im Juni war ich auch Botschafter der U 20-Weltmeisterschaft in meinem Heimatland. Bis vor kurzem war ich zudem Trainer der Nationalmannschaft von Papua-Neuguinea. Das hat mir viel Spaß gemacht, aber irgendwann wurde alles ein bisschen zu viel", gesteht "Kiwi" und erwähnt im gleichen Atemzug, was als nächstes für ihn auf dem Plan steht: "Erstmal geht es zurück nach Asien, aber bereits im Oktober bin ich wieder in Europa. Ich habe eine Konferenz mit dem International Football Association Board (IFAB), direkt im Anschluss werde ich nach Bremen fliegen und mir das Heimspiel gegen den FC Bayern anschauen." Dann kann sich auch Wynton Rufer in seiner zweiten Heimat wenigstens mal für 90 Minuten zurücklehnen.

Von Michael Runge