Eichin: "Als hätte man den Stecker gezogen"

Enttäuschte Mienen nach der 0:3-Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen (Foto: nph).
Profis
Samstag, 26.09.2015 // 19:15 Uhr

Zwei Halbzeiten, zwei Gesichter. Gegen Leverkusen hielten die Grün-Weißen in den ersten 45 Minuten gut dagegen, doch nach dem Seitenwechsel war es, als hätte „man den Stecker gezogen", wie es Geschäftsführer Sport Thomas Eichin formulierte. Der Ärger nach drei Niederlagen innerhalb der „Englischen Woche" war bei Junuzovic, Lukimya und Co. dementsprechend groß. „Jeder kann sich denken, wie sauer wir sind", sagte Clemens Fritz.

So weit auseinander die Leistung der Halbzeiten lagen, so weit auseinander lagen auch die Gefühlswelten im Vergleich zum Doppelsieg gegen Mönchengladbach und Hoffenheim. „Noch vor kurzem lagen wir uns alle jubelnd in den Armen, jetzt sind alle enttäuscht. Wir haben heute als Kollektiv versagt, aber es gibt keinen Grund, den Kopf hängen zu lassen. Die Bundesliga dreht sich schnell und wir werden weiter arbeiten und dann auch wieder Spiele gewinnen", so Eichin.

WERDER.DE hat sich unter den Spielern und Verantwortlichen umgehört. Hier kommen die wichtigsten Stimmen zur Partie.

Zum Spielverlauf:

Clemens Fritz: „In der ersten Halbzeit haben wir Leverkusen Paroli geboten, mutig nach vorne gespielt und sind nur unglücklich in Rückstand geraten. Da waren wir gut im Spiel, aber nach dem Seitenwechsel hatten wir keine Chance mehr. Wir haben eine sehr starke Leverkusener Mannschaft gesehen, die alle Qualitäten ausgespielt hat. Wir sind nur noch hinterher gelaufen."

Thomas Eichin: „Mit dem ersten Durchgang dürfen wir zufrieden sein. Wir haben punktuell Konter gesetzt und Chancen erarbeitet, hätten auch ein Tor machen können. Nach der Pause war es, als hätte man den Stecker gezogen oder uns Schlafmittel in das Getränk gemischt. Ich war in der Kabine dabei und hatte ein gutes Gefühl, aber wir haben Mut und Herz verloren, wo auch immer wir es liegen lassen haben. Leverkusen war viel griffiger, wir hatten keinen Bezug mehr zum Spiel und alle Tugenden vermissen lassen."

Viktor Skripnik: „In der ersten Halbzeit haben wir alles versucht, in der zweiten Halbzeit war es eine Katastrophe. So schwach habe ich meine Mannschaft noch nie gesehen. Mir fehlt dafür die Erklärung. Dabei haben wir in der Pause über positive Dinge gesprochen. Morgen werde ich mit der Mannschaft sprechen, dabei werde ich unangenehm werden. Aber wir sind nicht ratlos, meine Trainer-Kollegen und ich haben im Fußball schon alles erlebt. Wir wissen, was zu tun ist."

Zlatko Junuzovic: „Der Frust heute ist groß. Die erste Halbzeit war okay, der zweite Durchgang war gar nichts. Jeder hat es versucht, aber uns ist nichts gelungen. Wir waren immer ein, zwei Schritte zu spät, haben keinen Druck auf den Gegner aufbauen können. Das 0:3 war völlig verdient und hätte auch noch höher ausfallen können."

Santiago Garcia: „Das erste Gegentor war sehr unglücklich. Danach war es schwierig für uns. Leverkusen ist eine super Mannschaft. Heute war nicht unser bester Tag."

Zur "Englischen Woche":

Thomas Eichin: „Natürlich haben wir gehofft, Punkte mitzunehmen, aber wir brauchen auch nicht am Boden zerstört zu sein. Es waren drei Spiele mit unangenehmen Gegnern, in denen wir einfach als Kollektiv versagt haben. Man braucht keine einzelnen Spieler herauszuheben."

Viktor Skripnik: „Wir sind sehr enttäuscht. Drei Niederlagen innerhalb einer Woche sind sehr bitter. Nach den beiden verlorenen Spielen gegen Ingolstadt und Darmstadt wollten wir heute eine Reaktion sehen. Leider ist es bei den Worten geblieben."

Zum Duell mit Hannover:

Santiago Garcia: „Hannover hat eine gute Mannschaft, aber wir haben Qualität, an die wir glauben müssen. Wir müssen weiter arbeiten, wir können Fußball spielen und haben tolle Jungs im Team."

Thomas Eichin: „Wir müssen am Samstag ein unangenehmer Gegner sein. Wir wissen, was auf uns zukommt. Hannover wird auch um die Punkte kämpfen."

Aus dem Weser-Stadion berichten Dominik Kupilas, Yannik Cischinsky und Steffen Wunderlich