Trotz Aus im Halbfinale: "Eine starke Pokalsaison"

Stimmen zum Spiel

Enttäuschte Werder-Profis bedanken sich nach dem Pokalaus bei den Fans (Foto: nordphoto).
Profis
Mittwoch, 20.04.2016 // 00:53 Uhr

Von Dominik Kupilas und Yannik Cischinsky

Als Clemens Fritz, Fin Bartels und Co. die Treppenstufen im Spielertunnel der Allianz Arena hochstapften, war der Ärger über das Ausscheiden im Pokal-Halbfinale ihnen deutlich anzumerken. Tief saß der Stachel der Verbitterung über den unglücklichen Spielverlauf und einige strittige Entscheidungen. „Das ist sehr bitter. Heute war mehr drin. Der FC Bayern war nicht so souverän, wie gewohnt“, ärgerte sich Bartels. Doch schon Minuten später, das Auslaufen in der Arena hinter sich gebracht, konnten die Werderaner schon wieder erhobenen Hauptes vor die Presse treten. „Das war eine richtig gute Pokal-Saison von uns. Wir haben Gladbach und Leverkusen auswärts geschlagen und standen im Halbfinale“, resümierte Clemens Fritz, für den es gleichzeitig das letzte Pokalspiel seiner Karriere war.

WERDER.DE hat sich unter den Protagonisten umgehört, die es trotz leidenschaftlichen Kampfes und tollem Einsatz nicht ganz bis ins Finale nach Berlin geschafft haben.

Zum Spielverlauf:

Mutig gespielt, hoch gepresst: Sambou Yatabare und Co. haben dem FC Bayern alles abverlangt (Foto: nordphoto).

Florian Grillitsch: „Das war auf jeden Fall eine unglückliche Niederlage. Wir haben den Bayern, dem Top-Team im europäischen Fußball, die Stirn geboten. Es war definitiv nicht alles falsch, was wir heute gezeigt haben. Schade, dass wir durch so ein zweites Gegentor verlieren.“

Fin Bartels: „Wir waren in der zweiten Halbzeit echt gut im Spiel, haben den Bayern mächtig Druck gemacht und auf den Lucky Punch gewartet. Wir waren nah dran am Ausgleich. Schade, dass wir am Ende durch zwei Standards verlieren.“

Claudio Pizarro: „Natürlich ist es schade, dass wir verloren haben, aber wir haben ein gutes Spiel gezeigt. Leider hat das nicht gereicht. Die Bayern waren am Ende besser."

Thomas Eichin: „Wir haben die Bayern heute müde gespielt. Sie waren nicht so souverän wie sonst und haben ungewohnte Fehler gemacht.“

Viktor Skripnik: „Wenn man im Halbfinale steht, möchte man auch den letzten Schritt machen, aber ich denke, wir können trotzdem stolz auf die Art sein, wie wir hier heute aufgetreten sind. Wir hatten uns viel vorgenommen, sind mutig aufgetreten und hohes Risiko gegangen. Wir haben mit Herz gespielt, leider hat es nicht gereicht.“ 

Jeder ist für jeden eingesprungen!
Clemens Fritz

Clemens Fritz: „Wir haben heute mutig gespielt, haben hoch gepresst und agiert. Das hat uns gut getan. Auf dem Platz haben wir trotz des 0:1 gemerkt, dass wir gut in der Partie sind. Nach dem vermeintlichen Elfmeter und dem 0:2 war es extrem schwierig, das haben sich die Bayern dann nicht mehr nehmen lassen. Es ist schade, dass wir im Halbfinale ausgeschieden sind. Jetzt müssen wir uns auf die Bundesliga konzentrieren, dafür ist es gut, wenn man mit positiven Dingen aus dem Spiel geht.“

Jannik Vestergaard: „Wir haben schon gegen Wolfsburg sehr gut gespielt. Das haben wir heute fortgesetzt. Am Ende waren es Kleinigkeiten, die das Spiel entschieden haben. Es ist natürlich ärgerlich, wenn man nach dem Spiel das Gefühl hat, dass man eine gute Leistung gezeigt hat, aber trotzdem nicht nach Berlin fährt. Aber ich bin stolz auf unsere Leistung, darauf, wie wir uns hier präsentiert haben. Das müssen wir jetzt fortsetzen in den letzten vier Liga-Spielen. Wenn wir das tun, bin ich mir sicher, dass wir die nötigen Punkte holen.“

Zu den Fans:

Viktor Skripnik: "Diese Unterstützung ist toll, wir sind sehr dankbar dafür. 8.000 Fans in München, das ist unglaublich."

Clemens Fritz: „Die Fans waren heute wieder grandios. Dass unter der Woche 8.000 Anhänger hier her kommen, ist nicht selbstverständlich. Es ist der Wahnsinn, welch große Unterstützung wir erfahren.“

Zu den Schiedsrichter-Entscheidungen:

Unglaublicher Support: 8.000 Werder-Fans sorgten in München für super Stimmung (Foto: nordphoto).

Florian Grillitsch: „Auch wenn es bitter klingt: Man kann das ganz einfach nicht mehr rückgängig machen. Wir müssen auf uns schauen und nicht auf den Schiedsrichter.“

Viktor Skripnik: „Ich denke, dass 1:1 muss man nicht abpfeifen. Hätte es diesen Zweikampf im Mittelfeld gegeben, wäre das nicht unterbrochen worden. Die Szene beim Elfmeter läuft im Spiel sehr schnell ab. Im Nachhinein und mit den TV-Bildern kann jeder schlau sein.“

Fin Bartels: „Im Spiel selbst hätte ich das nicht gedacht, aber im Nachhinein muss ich sagen, dass meine Hand auf seiner Schulter lag und man die Aktion abpfeifen kann. Das war wohl ein Foul.“

Clemens Fritz: „Die Aktion von Fin hätte sicher nicht jeder Schiedsrichter gepfiffen, aber man kann das sicher ahnden. Es ist natürlich bitter, dass daraus ein Tor resultierte. Die Szene, die zum Elfmeter führte, war auf dem Platz schwer zu sehen, aber es ist natürlich eine bittere Entscheidung.“

Jannik Vestergaard: „Es ist schwer für den Schiedsrichter einzuschätzen, das kann man nicht immer sehen. Aber das hat wenig mit Fußball zu tun, wenn ich ehrlich bin. Die Aktion ist heute spielentscheidend. Wir waren – so überraschend sich das anhört – spielbestimmend nach dem 0:1. Nach dem 0:2 war das Spiel vorbei, der Elfmeter hat uns das Genick gebrochen.“

Claudio Pizarro: „Es war kein Elfmeter. Ich habe nach dem Spiel mit Arturo gesprochen. Er hat mir bestätigt, dass es kein Elfmeter war, aber er die Gelegenheit nutzen musste.“

Thomas Eichin: „Vidal sieht, dass Janek mit hohem Tempo ankommt und hat schon den Körperkontakt im Kopf – nur bleibt der aus. Das ist für den Hauptschiedsrichter schwer zu sehen, aber als Linienrichter muss man da eingreifen. Solche Fehlentscheidungen passieren. Leider war das heute ein Wendepunkt im Spielverlauf.“

Zum Nordderby am Freitag:

Florian Grillitsch: „Wir gehen mit Rückenwind ins Nordderby und sind gewappnet für die letzten Aufgaben in der Liga. Wir wollen unbedingt gewinnen und die nötigen Punkte zum Klassenerhalt holen.“

Viktor Skripnik: „Wir haben uns nach dem Spiel direkt im Kreis zusammengefunden und können viel Gutes mitnehmen. Wir müssen am Freitag wieder an uns glauben und jetzt nicht auf dem Sofa sitzen und traurig sein.“

Claudio Pizarro: „Wenn wir so weiterspielen, holen wir im Nordderby ein gutes Ergebnis und bleiben in der Liga. Die Mannschaft ist gut drauf. Wir haben unser Spiel gefunden.“

Zlatko Junuzovic: „Das Freitagsspiel ist super wichtig für uns. Es wird wie heute eine sehr harte Partie, bei der wir hoffen, dass der HSV mehr Fehler macht als die Bayern und wir sie nutzen. Wir müssen situativ gut agieren und die richtigen Momente abpassen. Das Momentum liegt bei uns. Es ist gut, dass wir gerade alle drei Tage ein Spiel haben. So können wir den Flow mitnehmen. Ich habe das Gefühl, dass wir genau zum richtigen Zeitpunkt unser Spiel gefunden haben. Wir haben schon beim Wolfsburg-Spiel gemerkt, wie wir gemeinsam gut agieren und füreinander einstehen.“

 

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