Skripnik: "Wir waren nicht clever genug"

Werder-Coach Viktor Skripnik zeigte sich nach der 0:1-Niederlage unzufrieden (Foto: nph).
Profis
Samstag, 19.09.2015 // 19:37 Uhr

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff saß der Frust bei Spielern, Trainern und Verantwortlichen tief. „Natürlich ist das sehr ärgerlich, wenn man in der Nachspielzeit das Gegentor kassiert. Es war mehr drin. Wir sind sehr ...

Unmittelbar nach dem Schlusspfiff saß der Frust bei Spielern, Trainern und Verantwortlichen tief. „Natürlich ist das sehr ärgerlich, wenn man in der Nachspielzeit das Gegentor kassiert. Es war mehr drin. Wir sind sehr enttäuscht", gewährte Kapitän Clemens Fritz Einblick in seine Gefühlswelt. Auch Thomas Eichin ließ durchblicken, wie es um die Stimmung in der Kabine bestellt war. „Logischerweise sind wir alle sauer", so der Geschäftsführer Sport.

War Werder in Hoffenheim in der Nachspielzeit noch der strahlende Sieger, mussten Vestergaard, Ujah und Co. jetzt den bitteren Treffer nach der 90 Minute hinnehmen. „So, wie man die Euphorie nach dem Erfolg letztes Wochenende genießen durfte, muss man jetzt die bittere Niederlage ertragen", machte Eichin klar. Für ihn wie für Skripnik gilt das Motto: Mund abputzen und die Enttäuschung über die 0:1-Niederlage möglichst schnell in Energie für das Spiel in Darmstadt am Dienstag umsetzen!

Vom Elfmeterpfiff über die späte Rote Karte bis hin zum Blick auf das Darmstadt-Spiel - WERDER.DE fasst die Stimmen zu den wichtigsten Themen zusammen.

Zum Spielverlauf:

Thomas Eichin: „Ingolstadt hat defensiv und taktisch klug agiert. Wir hatten genug Chancen, aber haben es einfach nicht geschafft, die Tore zu machen. Die Niederlage war ein Schuss vor dem Bug. Jetzt wissen wir, wo wir stehen."

Clemens Fritz: „Das war kein gutes Spiel von uns und für die Zuschauer nicht schön anzusehen. Uns hat die Griffigkeit der letzten Wochen gefehlt. Ingolstadt hat dagegen genau das geschafft, was sie sich vorgenommen haben. Sie haben immer wieder das Tempo rausgenommen, Gegenstöße durch viele Fouls unterbunden und so den Spielfluss zerstört. Wir wussten, was uns erwartet und das es eine schwere Partie wird, aber haben uns trotzdem davon vom Weg abbringen lassen. Man hatte eigentlich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, dass sie hier drei Punkte mitnehmen wollten, aber am Ende hat es doch geklappt. Da sind wir selbst schuld."

Felix Wiedwald: „Wir hatten uns sehr viel vorgenommen und wollten natürlich punkten. Wenn dieses Spiel unentschieden ausgegangen wäre, hätte sich sicherlich keiner beschwert. Die Enttäuschung ist bei der ganzen Mannschaft nach dieser Niederlage groß."

Viktor Skripnik: „Im letzten Spiel gewinnen wir in der Nachspielzeit, heute verlieren wir in der Nachspielzeit. Das ist bitter, aber so ist Fußball. Ingolstadt hat in den vergangenen Spielen guten Fußball gespielt. Wir haben uns heute in den letzten Aktionen nicht clever genug angestellt. Es hat die Körpersprache und der Einsatz gefehlt."

Zum Elfmeterpfiff:

Felix Wiedwald: „Es ging so schnell, deswegen ist die Situation schwer zu beurteilen. Ich glaube die ganze Mannschaft stand schlecht. Es lag heute nicht am Einzelnen, sondern wir haben als Mannschaft kollektiv verloren. Wir werden das Spiel jetzt erst zusammen analysieren müssen."

Thomas Eichin: „Das war ein klarer Elfmeter. Luki weiß selber, dass er da die Hand weglassen muss. Das passiert als Innenverteidiger, darf aber natürlich eigentlich passieren. Wir gewinnen zusammen, wir verlieren zusammen. Da macht ihm keiner einen Vorwurf."

Viktor Skripnik: „Der Elfmeter darf uns nicht passieren. Leider ist es so, das müssen wir akzeptieren. Ich bin fest davon überzeugt, dass Luki nicht zufrieden ist mit seiner Aktion. Er hat schon gute Sachen gemacht für uns. Wir gewinnen und verlieren zusammen."

Zur Roten Karte von Bargfrede:

Clemens Fritz: „Es tut uns sehr weh, dass er in den nächsten Spielen fehlen wird. Grundsätzlich will er immer den Ball spielen, aber in dieser Aktion war auch schon Frust dabei - das ist klar."

Felix Wiedwald: „Auf ihn nun verzichten zu müssen ist extrem bitter. Er ist für uns sehr wichtig und wir hoffen, dass er nicht allzu lange gesperrt wird."

Viktor Skripnik: „Diese Aktion war unnötig. Man hat heute gesehen, wie weh es tut, wenn einer der unumstrittenen Stammspieler fehlt."

Zum Spiel in Darmstadt am Dienstag:

Thomas Eichin: „Gott sei Dank geht es schon Dienstag wieder weiter. Das wird mit Sicherheit ein ähnliches Spiel wie heute. Darmstadt hat heute verloren und will unbedingt vor den Heimfans gewinnen. Wie fast alle Spiele in der Bundesliga wird auch dieses Duell nur durch Kleinigkeiten entschieden."

Felix Wiedwald: „Letzte Woche haben wir das Spiel in der Nachspielzeit entschieden, diese Woche war es Ingolstadt gegen uns. So läuft Fußball eben. Wir dürfen nun nicht die Köpfe in den Sand stecken, sondern müssen uns auf die nächste Partie gegen Darmstadt konzentrieren."

Aus dem Weser-Stadion berichten Yannik Cischinsky, Svend-Philipp Kallmayer und Steffen Wunderlich