Derby-Rückblick Teil I: Fünf Heimspiele, fünf Siege

Kapitän Clemens Fritz setzt sich gegen gleich zwei Hamburger durch (Foto: Heidmann).
Profis
Mittwoch, 25.11.2015 // 19:32 Uhr

Werder Bremen gegen den Hamburger SV. Dieses Derby hat reichlich Tradition. Am Samstag treffen beide Teams bereits zum 103. Mal in der Bundesliga aufeinander. Besonders im Weser-Stadion gab es für die Gäste aus Hamburg wenig zu holen. Die letzten fünf Derby-Heimspiele gewannen die Grün-Weißen allesamt, viermal bliebt der SV Werder sogar ohne Gegentor.

Als Startschuss einer dreiteiligen Serie blickt WERDER.DE noch einmal auf die letzten fünf Partien zwischen dem HSV und dem SVW im Weser-Stadion zurück.

Saison 2014/2015, 29. Spieltag, 1:0 (0:0)

500. Heimsieg und Derbyselfie: Was für ein Nordderby! Lange sah es nach einem torlosen Unentschieden aus, denn beide Teams überzeugten vielmehr durch Kampf und Leidenschaft als durch eindeutige Torszenen. Doch sechs Minuten vor Schluss erzielte Franco Di Santo den viel umjubelten Siegtreffer vom Elfmeterpunkt. Zuvor holte HSV-Spieler Valon Behrami Zlatko Junuzovic unsanft von den Beinen und sah dafür die Rote Karte. Doch als ob der Derbysieg allein nicht schon Grund genug zum Jubel gewesen wäre, war es auch noch der historische 500. Bundesliga-Sieg. Gefeiert wurde mit einem unvergesslichen Derbysieger-Selfie vor der euphorisierten Ostkurve. Ein Motiv für die Geschichtsbücher. (Zum Spielbericht)

Saison 2013/2014, 23. Spieltag, 1:0 (1:0)

Hundertjähriges Jubiläum: Dieses Duell stand von Beginn an unter einem ganz besonderen Stern: es war die 100. Auflage der am häufigsten ausgetragenen Begegnung der Bundesliga. Am Ende holten die Grün-Weißen dank der wohl besten Saisonleistung und einem tollen Tor von Zlatko Junuzovic (19. Minute) drei extrem wichtige Punkte. Nach einem Freistoß aus dem Mittelfeld ließ der heutige HSV-Akteur Aaron Hunt sein ganzen Können aufblitzen und leitete die Kugel an der Strafraumgrenze artistisch mit der Hacke weiter. Junuzovic nutzte die Vorlage, umkurvte freistehend HSV-Keeper Adler und schob zum "goldenen Treffer" ein. Die Bremer kämpften zu jedem Zeitpunkt erbarmungslos und zeigten ihrem großen Nordrivalen über weite Strecken die Grenzen auf. Ebenfalls unvergessen: die minutenlange Choreo der Werder-Fans, die das ganze Stadion im Zauber der Nordderby-Geschichte schwelgen ließ. (Zum Spielbericht)

Saison 2012/2013, 2. Spieltag, 2:0 (0:0)

Dampf und der doppelte Hunt vom Punkt: In der Saison 2012/2013 mussten die Werder-Fans nicht lange auf das Nordderby warten. Bereits am 2. Spieltag trafen beide Teams aufeinander. Die Bremer machten im ersten Durchgang ordentlich Dampf, hätten durch Nils Petersen und Sebastian Prödl in Führung gehen können, durch Aaron Hunt sogar in Führung gehen müssen. Doch der damalig dienstälteste Werder-Profi verschoss einen Strafstoß kurz vor der Pause. Kurz nach der Halbzeit das gleiche Spiel: wieder Strafstoß, wieder Hunt - und diesmal erzielte er die Führung für die Grün-Weißen (52.). Das zweite Tor für die Hausherren erzielte Petersen (67.). Damit sicherte er Werder einen hochverdienten 2:0-Heimerfolg und die ersten drei Punkte der noch jungen Saison. (Zum Spielbericht)

Saison 2011/2012, 5. Spieltag, 2:0 (0:0)

Drei Pizarro-Tore, nur zwei zählen: In einem wieder einmal äußerst hart umkämpften Nordderby schlug Werder den HSV dank einer engagierten Mannschaftsleistung - und zweier Tore von Claudio Pizarro (52. und 78. Minute). Vor allem in der zweiten Hälfte machte Werder mächtig Druck. Marko Marin brachte eine Ecke auf den ersten Pfosten, wo Andreas Wolf verlängerte. Pizarro stieg am zweiten Pfosten hoch und netzte ein - allerdings verweigerte das Schiedsrichtergespann um Manuel Gräfe dem Treffer die Anerkennung, weil sich der Peruaner bei seinem Kopfball aufgestützt haben soll (48.). Nur vier Minuten später gab es dann aber tatsächlich Grund zum Jubeln: Marin zirkelte einen Freistoß aus spitzem Winkel an den Pfosten. Auf den Abpraller hatte der "Schlawiner" Pizarro spekuliert. Er konnte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie drücken (52.). Zwölf Minuten vor dem Ende setzte „Piza" einen deutlichen Schlusspunkt. Eine Ecke von Hunt nahm der Peruaner mit der Brust herunter, hämmerte die Kugel per Dropkick unhaltbar zum 2:0 unter die Latte und machte somit seinen Doppelpack und den Derbysieg perfekt (78.). (Zum Spielbericht)

Saison 2010/2011, 6. Spieltag, 3:2 (2:0)

Doppelschläge und Doppelpack: Mit diesen zwei Worten könnte man das 93. Nordderby beschreiben. Werder fand gut in die Partie und ging frühzeitig in Führung. Claudio Pizarro trieb den Ball mit hohem Tempo in Richtung HSV-Tor und spielte den Ball nach links auf den mitgelaufenen Marko Marin. Aus spitzem Winkel lupfte der Mittelfeldspieler den von Demel abgefälschten Ball über den machtlosen Gäste-Keeper und Ex-Werderaner Rost in die lange Ecke. Mit der Führung im Rücken wuchtete Hugo Almeida kurz darauf den Ball in die kurze Ecke (29.). Doch: Der HSV kam durch van Nistelrooy (59.) und den eingewechselten Pitroipa (63.) innerhalb von nur vier Minuten zum Ausgleich und so ging es in den letzten fünf Minuten noch einmal hoch her. In der 85. Minute bediente Pizarro Rechtsverteidiger Wesley, der in den Sechzehner eindrang, den Ball quer an den langen Pfosten passte, wo Almeida goldrichtig stand und das Leder zum zweiten Mal über die Linie drückte. (Zum Spielbericht)

Von Steffen Wunderlich