Der unbedingte Wille

Jubel und Erleichterung pur: Die Sekunden nach dem Tor (Foto: nph).
Profis
Sonntag, 30.08.2015 // 21:47 Uhr

Als Aron Jóhannsson in der 40. Minute mit ausgetreckten Armen im Strafraum der Gladbacher stand und von seinen Teamkollegen geherzt wurde ...

Als Aron Jóhannsson in der 40. Minute mit ausgetreckten Armen im Strafraum der Gladbacher stand und von seinen Teamkollegen geherzt wurde, hatte er Sekunden vorher sein erstes Bundesliga-Tor erzielt. Ein Strafstoß, den man cooler nicht hätte verwandeln können, sorgte für die Werder-Führung. Das ausgerechnet Aron Jóhannsson zum Strafstoß antrat, sorgte für Verwunderung unter einigen Zuschauern im Weser-Stadion.

"Es stand kein Schütze bei uns am Flipchart", klärte Viktor Skripnik hinterher auf und fügte an: "Ich habe gesagt, dass die Mannschaft alleine entscheiden soll und derjenige schießt, der ein gutes Gefühl hat." Skripnik selbst hatte ein solches: "Ich wusste, dass Aron auch bei Alkmaar schon einige Elfer geschossen hat. Er hatte keine Angst, wollte sich nicht verstecken. Den Strafstoß hat er klasse verwandelt, mit Auge." Der 24-jährige Stürmer selbst war in dieser Aktion Sinnbild für den Auftritt der Grün-Weißen - er wollte diesen so wichtigen Treffer unbedingt, genau wie das gesamte Team unbedingt den ersten Saisonsieg wollte.

"Es war gut für mich zu treffen, aber viel wichtiger ist der Sieg. Es war meine Entscheidung, den Elfmeter zu schießen. Ich habe in meiner Karriere schon einige geschossen. Nicht alle waren drin, aber ich habe so viel Vertrauen in mich selbst, dass ich unbedingt treffen wollte", diktierte der Torschütze den Journalisten nach dem Spiel in die Blöcke. Für seine Entscheidung erntete er viel Lob von seinen Kollegen. Jannik Vestergaard, der den Siegtreffer erzielte, sieht in dieser Aktion "ein gutes Zeichen dafür, dass er sich bei uns wohlfühlt. Aron haut sich in jedem Training rein und versteckt sich auch in der Kabine nicht. Sein Tor heute war die Belohnung für den großen Einsatz."

Und auch von Geschäftsführer Thomas Eichin gab es warme Worte: "Wir alle wissen um Arons Qualitäten. Beim Elfmeter hat er sofort Verantwortung übernommen. Er hat den Strafstoß trocken verwandelt und damit bewiesen, dass er ein eiskalter Stürmer ist." Kein Wunder, dass Viktor Skripnik seinem Schützling eine rosige Zukunft voraussagt. "Wenn er noch Luft nach oben hat, dann können wir alle gespannt sein. Ich bin schon jetzt sehr zufrieden und freue mich auf die kommenden Wochen mit ihm."

Aus dem Weser-Stadion berichten Dominik Kupilas und Michael Runge