Entwicklungsstand: Eine gute Option

Youngster Lukas Fröde

Beißen im Training und sich anbieten für die Spiele: Lukas Fröde auf dem Sprung (Foto: nph)
Profis
Mittwoch, 27.01.2016 // 17:32 Uhr

Von Yannik Cischinsky

1, 8, 5 und 9 - das sind die Pflichtspielminuten, die Lukas Fröde für Werder in dieser Saison bereits gesammelt hat. Lediglich Kurzeinsätze könnte man konstatieren, wie zuletzt am Sonntag „auf Schalke" beispielsweise, als er in der 85. Minute für den über 16 Jahre älteren Claudio Pizarro eingewechselt wurde. Doch mit den Minuten-Einsätzen hat sich der großgewachsene Youngster aus der Werder-Jugend in dieser Spielzeit festgebissen im Bundesliga-Kader. „Ich versuche mich anzubieten, mein Ding zu machen und mich weiter zu entwickeln. Ich möchte jede Spielminute Erfahrung sammeln und habe mich auch sehr über das Vertrauen am Wochenende gefreut", so Fröde.

Peu à peu also will sich Fröde weiterentwickeln, einen Schritt nach dem anderen gehen und nichts überstürzen. Für die laufende Saison zieht er ein positives Zwischenfazit. „Ich denke, dass ich einen Schritt nach vorne machen konnte und bin sehr zufrieden. Ich habe mein Spiel weiterentwickeln können und fühle mich sicherer. Außerdem habe ich zurzeit ein gesundes Selbstvertrauen", sagt Fröde. Seine Worte sind wohlüberlegt. Trotz seiner erst 21 Jahre wirkt der zweikampfstarke Mittelfeldakteur auch vor den Mikrofonen äußerst abgeklärt. Die Parallelen zu seinem Spielstil sind erkennbar - nichts bringt ihn so schnell aus der Ruhe.

Vertretungsbedarf im Mittelfeld - eine Chance?

Lukas Fröde stand am Mittwochmittag in der Mixed Zone Rede und Antwort (Foto: nph).

Auch die aktuelle sportliche Situation nicht. Klar gäbe es leichtere Umstände für einen Nachwuchsspieler, sich durchzusetzen und zu etablieren, doch Fröde sieht den momentanen Kampf um den Klassenerhalt vielmehr als „eine Aufgabe und Chance für uns". Von außergewöhnlichem Druck oder besonderer Anspannung will er nicht sprechen. Die Bundesliga, das lässt sich auch nach den ersten Einblicken schon sagen, sei immer Druck genug.

Fröde, der vor mehr als sechs Jahren aus Jena in die grün-weiße Jugend wechselte, im Internat wohnte und musterhaft den Werder-Weg vom Leistungszentrum bis in die Bundesliga beschritt, steht an einem wichtigen Punkt in seiner Karriere. Aufgrund der Verletzungen herrscht im defensiven Mittelfeld Vertretungsbedarf. „Verletzungen bieten immer auch eine Chance, sich anzubieten", sagt er. „Eine Option zu sein, eine gute", dafür gibt Fröde im Training alles. Damit dem Trainerteam um Viktor Skripnik bei der nächsten Einwechslung als erstes das Trikot mit der Nummer 39 im Sinn hat.