"Nur Daumen drücken hilft uns nicht"

Fritz nimmt Mannschaft in die Pflicht

Clemens Fritz zeigte sich mit Leistung und Mentalität nicht zufrieden (Foto: nordphoto).
Profis
Mittwoch, 16.03.2016 // 09:42 Uhr

Von Steffen Wunderlich

Für einen Fußball-Profi gibt es schönere Momente, als ein Spiel seiner Teamkollegen von der Tribüne aus beobachten zu müssen. Wenn die eigene Mannschaft dann auch noch mit 0:5 verliert, wird es ungleich unangenehmer. So erging es Clemens Fritz beim Auswärtsspiel in München am vergangenen Samstag. Was er sah, veranlasste den Werder-Kapitän zu deutlichen Worten.

"Es ist natürlich leicht darüber zu sprechen, wenn man nicht auf dem Platz stand, aber wenn wir weiter so spielen wie gegen die Bayern, gewinnen wir kein Spiel mehr", zeigte sich der 35-Jährige in der Nachbetrachtung der Niederlage gegen den Rekordmeister kritisch. Fritz vermisste vor allem die Siegermentalität. Und so gibt der gebürtige Erfurter zu bedenken: „Wer denkt, dass wir nach der 'Englischen Woche' durch sind, ist leichtsinnig. Wir müssen bis zum Ende arbeiten. Ich hoffe, das ist jedem bewusst.“

Fritz fordert: "Die positiven Dinge mitnehmen"

Fritz nimmt die Mannschaft in die Pflicht und geht selbst äußerst ehrgeizig und mit gutem Beispiel voran. „Für mich ist das Thema Klassenerhalt das Wichtigste. Dafür gebe ich alles“, so der Mittelfeldspieler, der nach der Saison seine Karriere beenden wird. Wichtig ist ihm auch, dass der herausragende Team-Spirit nach den Siegen gegen Leverkusen und Hannover durch die bittere Niederlage gegen Bayern nicht verloren geht. „Wir müssen das Spiel richtig einordnen. Selbstverständlich darf uns so eine solche Leistung nicht noch einmal passieren, aber wir sollten auch die positiven Dinge aus den Spielen davor mitnehmen und nicht verängstigt auftreten."

Der Kapitän betont, dass seine Mannschaft das eigene Schicksal selbst in die Hand nehmen müsse. Nur mit eigenen Siegen, eigenen Punktgewinnen könne man den Klassenerhalt herbeiführen. „Wir müssen hart arbeiten und die Punkte erzwingen. Nur die Daumen zu drücken, dass andere Mannschaften hinter uns verlieren, hilft uns nicht weiter“, mahnt Fritz.

Wie es besser laufen kann, dass weiß er selbst. Immer wieder haben die Grün-Weißen in den schwierigeren Momenten der vergangenen Jahre dem Druck standgehalten. So auch zuletzt gegen Leverkusen und Hannover. "Wenn wir wieder Freude, Leidenschaft und Mut haben, haben wir immer gute Spiele gezeigt. Das müssen wir in den kommenden Spielen wieder an den Tag legen.“ Er selbst wird nach der abgesessenen Gelbsperre dann wieder voran marschieren.