"Dieser Sieg ist Balsam fürs Herz"

Clemens Fritz führte die Grün-Weißen in seinem 20. Spiel gegen den HSV als Kapitän an (Foto: nph).
Profis
Sonntag, 19.04.2015 // 20:40 Uhr

Der Siegtreffer vom Punkt kurz vor Schluss, der Sprung auf Platz sieben in der Tabelle, der 500. Erfolg vor heimischer Kulisse: Themen gab es nach dem 1:0-Sieg gegen den HSV jede Menge. Dass die Laune der Grün-Weißen in der Mixed Zone des Weser-Stadions dabei kaum besser hätte sein können, verdankten sie Matchwinner Franco Di Santo. Nach zuvor vier Spielen ohne Tor traf der Argentinier wie in Freiburg zum 1:0-Siegtreffer. In der Rolle des Derbyhelds sah sich der Top-Torjäger nicht. „Ich bin kein Derbyheld, wir haben als Team gewonnen. Wir wussten, dass wir es schaffen können, wenn wir wieder als Mannschaft auftreten", so der 26-Jährige.


Was Di Santo, Skripnik und Co. nach dem historischen Sieg noch so bewegte, fasst WERDER.DE in den Stimmen zum Spiel zusammen:

Zum Spielverlauf:

Viktor Skripnik: „Von außen betrachtet war es sicherlich kein attraktives Spiel, aber wir haben gewonnen und zu Null gespielt. Man hat gesehen, dass wir durch die letzten Ergebnisse, die Tabellensituation und die Medien unter Druck standen, aber das ist normal vor einem Derby und damit muss man umgehen können. Wir mussten heute über unsere Grenzen hinweg gehen. Dieser Sieg ist Balsam für das Herz."

Thomas Eichin: „Es war ein zähes, sehr schwieriges Spiel. Aber die Mannschaft hat die gewünschte Reaktion gezeigt. Es gab heute keinen Preis für Schönspielerei, sondern nur für den Sieg. Jeder war voll fokussiert und vom Trainerteam sehr gut eingestellt. Wir haben verantwortungsbewusst agiert und nicht so fahrlässig, wie zuletzt in Stuttgart. Dafür wurde die Mannschaft belohnt. Ein großes Kompliment an alle."

Sebastian Prödl: „Beide Mannschaften standen vor dem Spiel unter Druck, der HSV musste unbedingt gewinnen und wir auch. Wir wussten, dass die Hamburger irgendwann aufmachen müssen und haben die Ruhe bewahrt und auf unsere Chance gewartet. Das war so vom Trainerteam gewünscht. Das ist so etwas wie die neugewonnene Routine."

Clemens Fritz: „Das heutige Spiel hat mich sehr an das Hinspiel erinnert, nur das die Rollen diesmal andersherum waren. In Hamburg standen wir sehr tief. Durch den Aufschwung in den letzten Monaten waren wir heute die Taktgeber. Der Trainer musste bei diesem Spiel niemanden mehr heißen machen, alle wollten unbedingt den Sieg holen. Die Stadt und die Fans haben den Derbysieg erwartet. Sehr schön, dass es mit den drei Punkten geklappt hat."

Koen Casteels: „Es war kein gutes, sondern ein langsames Spiel mit wenigen Chancen. Die Ideen waren auf beiden Seiten nicht da. Nach 80 Minuten war ich mir sicher es endet 0:0."

Özkan Yildirim: „Wir sind schwer ins Spiel gekommen, da die Hamburger echt defensiv und eng zusammen standen. Dann haben wir aber nach und nach besser reingefunden. Ich denke, der HSV war auch nicht besser. Der Elfmeter hat uns am Ende geholfen, darüber sind wir sehr glücklich."

Franco Di Santo: „Hamburg kämpft gegen den Abstieg, wir haben noch Möglichkeiten nach oben, deshalb war es ein besonderes Spiel, keine Frage. Es war ein wundervolles Gefühl, dass wir gewonnen haben. Sie wollen, aber wir haben die drei Punkte."

Zur entscheidenden Elfmetersituation:

Franco Di Santo: „Für mich war es ein klarer Strafstoß. Ich bin dankbar, dass ich schon die gesamte Saison das Vertrauen für die Elfmeter habe, deshalb war auch sofort klar, dass ich antrete. Natürlich war ich auch dieses Mal wieder nervös, der Druck war da, aber das ist normal. Andernfalls ist man kein Fußballer."

Davie Selke: „Ich habe es noch nicht im Fernsehen gesehen, aber Zlatko läuft auf das Tor und wird zu Fall gebracht. Aus meiner Sicht ist es ein Elfmeter."

Zum Foul an Jannik Vestergaard:

Koen Casteels: „Das war schon ein hartes Foul. Er trifft ihn voll am Bein, Jannik knickt um. Eine Karte wäre gerecht gewesen."

Viktor Skripnik: „Foul ist Foul, ob es dafür ein Karte gibt, ist jetzt egal. Ich hoffe, dass es nicht so schlimm ist. Nur das zählt."

Thomas Eichin: „Für das Foul kann man sicherlich eine Karte zeigen, aber der Schiedsrichter hat die Partie ansonsten gut geleitet. Die Untersuchungen bei Jannik laufen, wir können noch nichts Genaueres sagen."

Clemens Fritz: „Ich hoffe, dass es Jannik Vestergaard nicht ganz so schlimm erwischt hat. Sehr ärgerlich - für ihn und für die Mannschaft."

Zum drohenden Abstieg für den HSV:

Thomas Eichin: „Der HSV gehört in die Bundesliga. Deshalb wünsche ich ihnen trotz aller Rivalität, dass sie sich da irgendwie durchwurschteln."

Viktor Skripnik: „Ich wünsche dem HSV für den Rest der Saison alles Gute und dass sie nicht absteigen. Es würde mich sehr freuen, wenn es das Nordderby auch in der nächsten Saison geben würde."


Über den Derbysieg berichten Dominik Kupilas, Yannik Cischinsky und Michael Runge