"Plötzlich wurden wir mit anderen Augen gesehen"

Gefeierte Helden: Werder-Spieler Heinz Steinmann inmitten der jubelnden Zuschauer (Foto: Schumann/Hake).
Profis
Mittwoch, 29.04.2015 // 16:23 Uhr

Zum 50. Mal jährt sich in diesen Wochen die erste Deutsche Meisterschaft des SV Werder. Beim Bundesligaspiel gegen Eintracht Frankfurt am Samstag, 02.05.2015, werden die Helden von damals im Weser-Stadion begrüßt und geehrt.

WERDER.DE hat das runde Jubiläum des historischen Triumphs zum Anlass genommen, mit den Protagonisten von 1965 die von der sensationellen Meisterschaft gekrönte Saison noch einmal Revue passieren zu lassen. Max Lorenz, Horst-Dieter Höttges und Co. erinnern sich an den Jubel in der Stadt, den Zusammenhalt innerhalb des Teams und Gänsehautmomente.

Günter Bernard über den Teamgeist: „Unsere Stärke war, dass wir eine eingeschworene Truppe, eine Einheit waren. Wir waren nicht nur auf dem Platz eine starke Einheit, sondern auch außerhalb. Montags haben wir oft abends noch ein paar Bierchen getrunken. Früher ging das ja. Es war eine starke Kameradschaft."

Max Lorenz über den Titelgewinn: „Der Gewinn der Meisterschaft ist für mich ein atemberaubendes Erlebnis gewesen. Wenn ich heute Bilder aus der damaligen Zeit sehe, dann bekomme ich immer noch Gänsehaut. Ich werde den Moment nie vergessen, als wir auf dem Rathaus standen und den Meistertitel bejubelten. Plötzlich wurden wir mit anderen Augen gesehen, auf einmal wollten die Leute Autogramme von uns. Durch unsere Mannschaft kamen immer mehr Zuschauer in das Weser-Stadion. Ich bin sehr dankbar dafür, dass wir mit dieser tollen Mannschaft die erste Meisterschaft für diese tolle Stadt gewinnen konnten."

Gerhard Zebrowski über den Saisonendspurt: „Ich kann mich noch sehr gut an die damalige Zeit erinnern. Zum Beispiel, als ich in Braunschweig und Duisburg jeweils in der letzten Sekunde ein Tor gemacht habe. Je näher es in Richtung Saisonende ging, umso mehr konnten wir uns mit dem Meistertitel anfreunden. Ich war damals immer Zimmer-Genosse von Sepp Piontek. Wir haben uns vor den Spieler immer gegenseitig heiß gemacht."

Hans Schulz über die Werder-Fans: „Der Bremer ist ein sehr, sehr guter Fan. Das war früher schon so und ist es auch heute noch. Die Menschen damals in Bremen hatten das Gespür, dass durch die Meisterschaft etwas Besonderes passiert ist. Obwohl es katastrophales Wetter war, kamen so viele Menschen aus ihren Häusern, um uns zu bejubeln."

Horst-Dieter Höttges über Bremen im Freudentaumel: „Was hier in der Stadt los war, nachdem wir die Meisterschaft gewonnen hatten, kann sich kein Mensch mehr vorstellen. Die Leute standen schon überall auf dem Weg von Hannover nach Bremen an den Zuggleisen und haben uns zugejubelt."