1:2 beim VfL: Bitteres Ende einer pechschwarzen Englischen Woche

Samstag, 27.09.2014 // 20:33 Uhr

Mit der denkbar schlechtesten Ausbeute beendete Werder Bremen am Samstagabend eine pechschwarze Englische Woche. Vor 29.117 Zuschauern kassierten die Grün-Weißen mit dem 1:2 (1:1) beim VfL ...

Mit der denkbar schlechtesten Ausbeute beendete Werder Bremen am Samstagabend eine pechschwarze Englische Woche. Vor 29.117 Zuschauern kassierten die Grün-Weißen mit dem 1:2 (1:1) beim VfL Wolfsburg die dritte Bundesliga-Niederlage binnen nur sieben Tagen. Kaum eine Viertelstunde war gespielt, als die Grün-Weißen dem ersten Rückstand durch Ricardo Rodriguez hinterherlaufen mussten. Tordebütant Marnon Busch brachte mit seinem Ausgleich die Hoffnung zurück (37.). Nach der Pause macht Ivica Olic (57.) diese jedoch endgültig zunichte.

Aufstellung und Formation:
Am 4-4-2-System hielt Cheftrainer Robin Dutt fest. Jedoch wechselte er vor dem letzten Akt dieser Englischen Woche sein Personal auf vier Positionen. Sebastian Prödl kehrte nach überstandenen Magen-Darm-Problemen für Caldirola in die Innenverteidigung zurück. Cedrick Makiadi stand erstmals seit dem ersten Spieltag wieder in der Startelf und bildete an Junuzovic' Seite die Doppel-Sechs. Auf der Außenbahn ersetzte Izet Hajrovic den erkrankten Elia. Und nicht zuletzt feierte Angreifer Nils Petersen sein Saisondebüt von Beginn an. Selke blieb vorerst auf der Bank.

Die Höhepunkte: Nur Busch sorgt für offensives Ausrufezeichen

Freudenschrei: Marnon Busch Augenblicke nach seinem Ausgleichstreffer (Foto: nph.).

14. Min.: ... zu lässig will VfL-Keeper Benaglio das Spiel über rechts eröffnen, hebt den Ball dabei genau auf den am äußeren Rand des Fünfmeterraums postierten Petersen, schließlich kullert der Ball von dessen Kopf einen Meter vor der Torlinie entlang. Glück für den VfL.

15. Min.: Tor, 1:0 für den VfL, Ricardo Rodriguez. Zu unbesonnen schenkt Werder den Gastgebern diesen Führungstreffer! In Folge eines eigenen Eckballs wird Busch beim Schussversuch von Hunt geblockt, woraufhin De Bruyne den blitzschnell umgeschalteten Rodriguez über links in die entblößte Bremer Defensivhälfte schickt und dieser letztlich den schuldlosen Wolf mit feinem Füßchen überchipt.

24. Min.: Knapp war's. Perisic' verlängert eine Ecke an den langen Pfosten, Gustavo will aus kürzester Distanz vollenden, doch Junuzovic klärt auf der Linie. Noch dazu wird Wolf nur Augenblicke später von Rodriguez aus der zweiten Reihe geprüft.

37. Min.: Jaaaaaaaaa, Ausgleichstor, 1:1, Marnon Busch. Der Jüngste bringt seine Elf zurück ins Spiel! Di Santo rettet eine etwas zu weite Flanke von Busch, bringt den Ball wieder ins Strafraumzentrum, wo Petersens energisches Luftduell Bartels den Raum zur Ablage ermöglicht, die Marnon Busch aus 15 Metern halbrechts und abgefälscht im kurzen Eck unterbringt.

51. Min.: Junuzovic profitiert von Persic' schlampigen Querpass, hebt Petersen den Ball in den Lauf, der von Naldo einen Tick zu weit nach außen gedrängt wird und deshalb Benaglio beim Abschluss nicht vollends fordern kann. Kurz darauf versucht es Hajrovic aus 18 Metern, auch hier bleibt Wolfsburgs Schlussmann sicher.

57. Min.: Erneuter Bremer Rückstand, 2:1 für den VfL, Ivica Olic. Das ging leider viel zu einfach für die ,Wölfe'. Guilavogui spielt Vierinha frei, der entblößt mit seiner Flanke aus dem rechten Halbfeld heraus den Rücken der Bremer Viererkette und am langen Pfosten köpft Olic den Aufsetzer im Fallen ins Netz.

65. Min.: Werder erreicht endlich wieder den Strafraum der Gastgeber. Noch dazu gefährlich. Junuzovic bekommt Rodriguez' kapital schiefen Befreiungsschlag in den Fuß, findet Petersens Kopf, der legt quer in den Fünfer, wo Knoche jedoch phantastisch gegen Di Santo verteidigt.

68. Min.: Nahezu jeder Werder-Verteidiger kommt im Strafraum einen Schritt zu spät - erst gegen Rodriguez, dann gegen Hunt. Wolfsburgs Linksverteidiger stochert den Ball zum Ex-Bremer, der aus fünf Metern sowie mit dem Rücken zum Tor die ganz feine Klinge schärft und per Hacke nur um Zentimeter vorbeilegt.

71. Min.: Da fehlt gar nicht so viel: Prödl taucht an der VfL-Strafraumgrenze auf, sichert den Ball und wagt es direkt aus der Drehung. Eineinhalb Meter Genauigkeit mehr und es wäre eng für Benaglio geworden.

90. + 2 Min.: Schiri Peter Sippel beendet die Partie. In der Schlussphase geschah in beiden Strafräumen nahezu nichts mehr. Werder kassiert die dritte Schlappe in Serie. 

Die Analyse: Kaum Inspiration im Spiel nach vorn

Unkoventioneller, aber umso erfolgreicher Kopfball: Olic gelingt das Siegtor (Foto: nph.).

Auffälligkeiten:

- Natürlich betrieb die Werder-Elf auch heute wieder einen großen Aufwand (u.a. über 118 Kilometer Teamlaufleistung). Sie rannten, kämpften, probierten - ohne sich jedoch dabei den nötigen Ertrag zu erspielen. Die Wolfsburger brauchten ihrerseits kaum ins Risiko gehen und konnten geduldig auf die beiden entscheidenden Bremer Misslichkeiten warten.

- Gefordert wurde Wolfsburgs Defensive leider zu unzureichend. Werders offensive Bemühungen waren von zu wenig Inspiration gekennzeichnet. Eine Reihe von viel zu einfachen Fehlern und Unkonzentriertheiten ließ so gut wie keinen geordneten, durchdachten und über mehrere Stationen aufgezogenen Spielaufbau zu.

- Mehr und mehr ging den Bremern nach dem zweiten Gegentor der Mut verloren. Bis zum Schluss erspielten sie sich gegen kontrolliert verwaltende Gastgeber keine große Ausgleichschance mehr.

Szene des Spiels: Sinnbildlich für den misslungenen Abend steht das entscheidende 1:2. Die zu passiven Bremer ließen sowohl die beiden Initiatoren Guilavogui und Vierinha als auch den Torschützen Olic gewähren.

Fazit: Keineswegs furchteinflößende Wolfsburger behielten alle Punkte daheim. Aber Werder fehlten allen voran im eigenen Offensivspiel Wege und Mittel, um dem VfL hier wirklich etwas abzunehmen.

von Maximilian Hendel


Bewegtbilder und Stimmen zur Partie bei WERDER.DE und WERDER.TV folgen im Laufe des Abends