Wunderbar! Werder schlägt auch Bayer mit 2:1

Sonntag, 08.02.2015 // 17:31 Uhr

Einfach wunderbar! Auch von der Bundesliga-Spitzenmannschaft Bayer Leverkusen ließ sich Werder Bremen nicht aufhalten. Der 2:1 (2:1)-Heimsieg am 20. Spieltag bedeutete den vierten Punktspielerfolg in Serie. Vor gut 40.000 Zuschauern... 

Einfach wunderbar! Auch von der Bundesliga-Spitzenmannschaft Bayer Leverkusen ließ sich Werder Bremen nicht aufhalten. Der 2:1 (2:1)-Heimsieg am 20. Spieltag bedeutete den vierten Punktspielerfolg in Serie. Vor gut 40.000 Zuschauern im Weserstadion konnte Davie Selke die Grün-Weißen per Volleyschuss aus elf Metern in Führung bringen. Dem war ein lehrbuchreifer Spielzug über Fritz und Bartels vorausgegangen (17.). Zlatko Junuzovic setzte knapp zehn Minuten später noch einen drauf. Ein abermals traumhafter Freistoß aus 20 Metern landete unhaltbar im linken Eck (29.). Trotz Feldüberlegenheit konnten die Gäste im Verlauf der Partie nur verkürzen - Hakan Calhanoglu traf unmittelbar vor der Pause (43.).

Aufstellung und Formation: Bis zuletzt hatten die Grün-Weißen gehofft, jedoch mussten sie schlussendlich ohne ihren an Oberschenkelproblemen laborierenden Topangreifer Di Santo auskommen. Anstelle des Argentiniers wurde Fin Bartels aus dem Mittelfeld an die Seite von Selke vorgezogen. Zudem durfte Zlatko Junuzovic nach abgesessener Gelbsperre wieder ins Geschehen eingreifen - zentral hinter beiden Spitzen. Für zusätzliche Stabilität auf den Halbpositionen im Mittelfeld sollte Felix Kroos (für den offensiver ausgerichteten Öztunali) sorgen. Eine weitere taktische Umstellung vollzog Cheftrainer Viktor Skripnik auf der Linksverteidigerposition, wo Janek Sternberg diesmal den Vorzug vor Garcia erhielt.

 

Einfach sprachlos: Traumtore von Selke und Junuzovic entzücken das Weserstadion

Volley vollendet Davie Selke einen tollen Angriffszug zur Werder-Führung (Foto: NPH.).

Die Höhepunkte:

16. Min.: Die erste Viertelstunde ist um. Bislang spielt sich das Geschehen auf Augenhöhe und noch vornehmlich zwischen beiden Strafräumen ab.

17. Min: TOOOOOOOOOOOOOOOR, 1:0 für Werder, Davie Selke.
Aus der eigenen Hälfte heraus treibt Kapitän Fritz den Ball nach vorn, schickt Bartels nach vorherigem zweifachen (!) Doppelpass über links in den Raum - und was folgt, ist schlichtweg hohe Kunst: Per millimetergenauem Außenrist-Dopkick bedient Bartels den eingelaufenen Selke, der trocken und volley aus elf Metern versenkt. Da fehlen einem fast die Worte, so wunderbar, wie sich Werder dieses einfach nur phantastische Führungstor herausgespielt hat!

26. Min.: Uuuuuuuuuuiiii. Die Leverkusener müssen sich innigst bei Bernd Leno bedanken, dass sie nicht mit zwei Toren ins Hintertreffen geraten sind. Bartels' angeschnittene Flanke erreicht Gebre Selassie, der aus sieben Metern ins rechte Eck köpft, aus dem ihn Leno mit großem Können gerade noch so herausspitzelt.

27. Min.: Schnell und schnörkellos gespielt. Sternberg ist über links aufgerückt, legt flach zurück auf Bartels, der aus 18 Metern knapp links verzieht.

29. Min.: Neeeeeeeeeee, oder?!!!! DOCH!!! 2:0 für Werder, Zlatko Junuzovic. Er hat es tatsächlich schon wieder getan. Formvollendet schlenzt Junuzovic einen direkten Freistoß aus knapp 20 Metern in den linken oberen Giebel! Einfach Sprachlos!

40. Min.: Kurz Durchatmen nach Brandts Kopfballchance, die Wendell mit einer Flanke von links vorbereitet hatte - Leverkusens erste wirkliche Torszene heute.

43. Min.: Anschlusstor für Bayer 04, nur noch 2:1, Hakan Calhanoglu. Aaah, war das unnötig. Bellarabi scheint an der Eckfahne blockiert, nutzt dann aber die Unachtsamkeit von Vestergaard und Sternberg; der Ball kommt zu Brandt, dessen Rückpass Castro aus dem Rückraum an den Innenpfosten platziert - Werder bekommt den Ball nicht weg, was Calhanoglu mit einem Kopfballabstauber ausnutzt.

46. Min.: Pausenpfiff im Weserstadion. Es wäre eine nahezu perfekte Hälfte gewesen - ohne das vermeidbare Gegentor kurz vor Ende. Trotzdem: Werder führt verdient, doch es bleibt spannend!


Werder mit unbändiger Moral, Geschick und etwas Glück: Bayer beißt sich die Zähne aus

Auch Nationalspieler Bellarabi biss sich an unermüdlichen Bremern - hier Sternberg - die Zähne aus (Foto: NPH).


50. Min.: Leverkusen kommt mit neuem Mut zurück. Zusätzlich soll der zur Pause eingewechselte Angreifer Heung-Min Son für Schwung sorgen. Umso bitterer für die Gastgeber, dass Alejandro Gálvez soeben vom Feld humpelt. Assani Lukimya ersetzt ihn in der Innenverteidigung.

52. Min.: Und die Gäste sind jetzt drauf und dran! Ungeklärt kommt ein Ball an den langen Pfosten, dort ist Kießling unbemerkt und grätscht die Kugel aus spitzem Winkel an den Pfosten. Glück!

60. Min.: Da kommt noch eine ganz lange halbe Stunde Arbeit auf die Werder-Elf zu. Leverkusen agiert absolut spielbestimmend, die Grün-Weißen können sich kaum befreien. Hier müssen heute noch einige Strafraumzweikämpfe gewonnen werden.

72. Min.: Große Möglichkeit für die Gäste: Wolf kann Brandts Kopfballaufsetzer zur Seite abklatschen, doch dort wartet schon Bellarabi für den Abstauber aus spitzem Winkel - der Nationalspieler drischt den Ball aber hoch und weit über die Querlatte.

83. Min.: Noch gut zehn Minuten (mit Nachspielzeit) müssen die Grün-Weißen überstehen. Leverkusen drückt weiter, aber Werder hat sich zuletzt wieder besser und konsequent darauf eingestellt.

90. Min.: Werder weiter schadlos. Trotz großem Druck fällt Bayer im Strafraum nicht mehr viel ein. Drei Minuten Nachspielzeit.

90. + 3 Min.: Aus und vorbei! Die Grün-Weißen haben auch in der Nachspielzeit nichts mehr zugelassen und können den vierten Bundesliga-Sieg in Serie feiern.



Fazit: Zwei aufreibende und zugleich grundverschiedene Halbzeiten erlebten die Zuschauer im Weser-Stadion. Zwar besaß Leverkusen in beiden Durchgängen die Hoheit über den Ballbesitz, in den ersten 45 Minuten waren sie aber aufgrund der kompromisslosen wie umsichtigen Werder-Defensive spätestens an der Strafraumgrenze mit ihrem Latein am Ende. Ihrerseits konterten die Grün-Weißen nadelstichartig. Beispielhaft ging Bremens Führung aus einem krass guten Spielzug hervor (Bayers erstes Gegentor aus dem Spiel heraus seit dem 8. Spieltag!). Von Junuzovic' abermaligen Traumfreistoß ganz zu schweigen. Nach Wiederanpfiff hingegen wurden die Grün-Weißen permanent in die eigene Hälfte gedrängt und konnten kaum für Entlastung sorgen. Dennoch sollte sich der Europacup-Aspirant aus Leverkusen an der unbändigen Moral, dem Geschick und auch dem nötigen Glück der Grün-Weißen die Zähne ausbeißen.

von Maximilian Hendel


Highlights und Stimmen auf WERDER.TV und WERDER.DE folgen im Laufe des Abends