Saisonfazit: Stabilisieren - weiterentwickeln - verbessern

Viktor Skripnik und Thomas Eichin blickten am Sonntag auf die abgelaufene Spielzeit und zogen ein Fazit (Foto: nph).
Profis
Sonntag, 24.05.2015 // 16:26 Uhr

Von Saisonfazit bis Abschlussfahrt - WERDER.DE fasst im Folgenden die Themen der Abschluss-Pressekonferenz zusammen.

Mit dem Spiel bei Borussia Dortmund beendete der SV Werder am Samstag die Bundesliga-Saison 2014/15. Nach einer Nacht "drüber schlafen" und wenigen Stunden Zeit, die vergangenen 34 Spieltage Revue passieren zu lassen, blickten Cheftrainer Viktor Skripnik und Geschäftsführer Thomas Eichin in einer Abschluss-Pressekonferenz am Sonntagmittag gemeinsam mit den Medienvertretern auf die Spielzeit zurück. „Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft und den gesamten Verein, wie wir die Situation gemeistert haben", resümierte Thomas Eichin.

Rückblick auf die abgelaufene Spielzeit:

Viktor Skripnik: „Wir haben unser Ziel erreicht, sind nicht abgestiegen. Natürlich sind wir unzufrieden mit den letzten Wochen, aber auch nicht enttäuscht. Es war großartig, was die Jungs geleistet haben. Das ist unser kleines Wunder. Im Herbst haben wir von allen Seiten gehört, dass wir mit einem Bein in der zweiten Liga stünden, dass wir schon unter der Erde sind."

Thomas Eichin: „Wie wir uns aus der Situation herausgearbeitet haben, wie wir mit dem Druck umgegangen sind und wie ruhig wir geblieben sind, das macht mir für die neue Saison unglaublichen Mut. Ich bin sehr stolz auf die Mannschaft und den Verein wie wir das alles gemeistert haben. Wir haben kein Spiel glücklich oder durch Fehlentscheidungen gewonnen, sondern weil wir die bessere Mannschaft waren. Wir sind in der Lage - bis auf wenige Ausnahmen - jeden in der Liga schlagen zu können."

Platz zehn und die „verpasste Qualifikation" zu Europa League:

Viktor Skripnik: „Meiner Meinung nach haben wir nichts verpasst. Mich ärgert, dass sich Mannschaften feiern lassen können, weil sie am letzten Spieltag den Klassenerhalt geschafft haben und wir für das Verpassen der Europa League kritisiert werden. Wir haben bereits vor Wochen den Verbleib in Liga eins klar gemacht. Ich bin stolz auf die Mannschaft."

Thomas Eichin: „Natürlich hätten wir am Ende gerne noch zwei, drei Punkte mehr gesammelt. Nach dem Spiel war ich kurz sehr enttäuscht. Nicht aufgrund des zehnten Platzes und dem Abrutschen im TV-Ranking, sondern weil die Mannschaft für ihr Auftreten einen höheren Platz in der Wahrnehmung verdient hätte. Nach dem Klassenerhalt ist der Druck aber etwas abgefallen. Das ist normal, denn der Abstiegskampf war hart und kräftezehrend. Der zehnte Platz zeigt, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen."

Zu den Zielen in der kommenden Saison:

Thomas Eichin: „Wir müssen zwei, drei kleine Dinge verändern um nächstes Jahr um auch mal ein Ergebnis wie zum Beispiel Augsburg erzielen könnten. Wir müssen an uns glauben und darauf vertrauen, dass wir Qualität haben. Wir haben in dieser Saison erlebt, dass wir mit Mut und Leidenschaft Berge versetzen können. Daran werden wir weiter arbeiten."

Viktor Skripnik: „Wir haben den Willen, uns weiter zu entwickeln. Ich hoffe, dass wir uns weiter stabilisieren und den nächsten Schritt machen. Aber das wollen die anderen Teams auch."

Personelle Planungen für Saison 2015/16:

Thomas Eichin: „Die neue Saison beginnt für uns schon jetzt, wir ja sind nicht im Urlaub. Bei einigen Spielern, die ausgeliehen sind, herrschen klare vertragliche Parameter, da wissen wir Bescheid. Das einzige was darüber hinaus Fakt ist, dass Anthony Ujah Davie Selke ersetzt. Wir lassen uns Zeit und setzen uns nicht unnötig selbst unter Druck."

Viktor Skripnik: „Natürlich hätte ich gerne hundert Millionen und könnte alles kaufen, aber wir sind Werder Bremen. Wir wollen Spieler holen, die uns verbessern. Wenn wir zwei, drei Spieler, die die Qualität erhöhen, holen, dann ist das gut, aber das ist natürlich leichter gesagt als getan. Anthony Ujah hat schon mit seinen Toren in der Bundesliga nachgewiesen, dass er uns helfen wird. Und auch die Entscheidung von Clemens Fritz, noch ein Jahr weiterzumachen, hilft uns sehr. Ich kann ihm blind vertrauen und er ist sehr wichtig für uns. Außerdem haben wir viele talentierte junge Spieler, die wir an die Mannschaft heranführen wollen. Das können wir durch unsere starke U 23."

Zur finanziellen Situation in der kommenden Saison:

Thomas Eichin: „Wir haben geplant, das aktuelle Gehaltsgefüge zu halten, doch das hängt unter anderem auch von der Zukunft der Leihspieler ab. Im TV-Ranking haben wir unsere Kalkulation übertroffen, für unsere Wunschvorstellung wäre eine bessere Platzierung nötig gewesen. Wir sind aber absolut auf Kurs."

Zu Felix Wiedwald:

Thomas Eichin: „Es ist kein Geheimnis, dass wir einen neuen Torhüter bekommen werden, aber ich kann heute noch nichts zu hundert Prozent bestätigen, weil noch zwei, drei Dinge geklärt werden müssen."

Über die Zukunft von Franco Di Santo:

Thomas Eichin: „Ich werde versuchen, die Gespräche mit ihm zu forcieren - aber ohne jeden Zeitdruck oder ein Ultimatum zu setzen. In den nächsten Tagen und Wochen werde ich allerdings keine Wasserstandsmeldungen dazu abgeben."

Über den Wechsel von Dutt zu Skripnik:

Thomas Eichin: „Damit haben wir alles richtig gemacht. Viktor ist ein Glücksfall für Werder Bremen. Er hat Dinge zurückgebracht, die enorm wichtig für uns waren. Aber auch die Zusammenarbeit mit Robin Dutt bewerten wir weiterhin als sehr positiv. Er war ein wichtiger Baustein nach der 'Ära Schaaf'. Wir haben in seiner Zeit wichtige Dinge vorangetrieben. Dafür möchte ich mich nochmals bei ihm bedanken."

Zur Saisonabschluss-Fahrt:

Thomas Eichin: „Die Mannschaft wird für drei Tage nach Mallorca fahren, das haben sie sich verdient. Die Reise ist gesponsert von Werder als Dank für die tolle Arbeit. Dort können sie ein wenig feiern und gemeinsam alles Revue passieren lassen."

Notiert von Dominik Kupilas und Yannik Cischinsky