Der geflüsterte Ausgleich

Ab zum Jubeln: Sebastian Prödl feiert sein Joker-Tor (Foto: nph).
Profis
Samstag, 21.02.2015 // 19:48 Uhr

Diese Momente machen den Fußball so besonders. Noch fünf Minuten auf der Uhr, das eigene Team in Rückstand und ein baumlanger Kerl auf der Bank, der nach über zweieinhalb Monaten Verletzungspause erstmals wieder im Kader steht. „Ich habe ihm gesagt, er soll vorne reingehen und den Ausgleich machen", verriet Werder-Coach Viktor Skripnik die kurze Anweisung, die er seinem dritten Einwechselspieler eben jene fünf Minuten vor dem Ende beim Stand von 0:1 zuflüsterte.

Gesagt, getan. Nach einem langen Freistoß von Landsmann Zlatko Junuzovic köpfte Sebastian Prödl die Kugel über Schalkes Torwart Timon Wellenreuther in die Maschen. Der Rest war grenzenloser Jubel. Auch bei Raphael Wolf, dem in der 61. Minute ein Schuss von Max Meyer durch die Hände rutschte. „Das nehme ich auf meine Kappe", ärgerte sich der Schlussmann über den zwischenzeitlichen Rückstand. Doch mit viel Willen und dem nötigen Quäntchen Glück verdiente sich das Team den Punktgewinn beim Champions-League-Achtelfinalisten. „Ich bin froh, dass Basti uns den Punkt gerettet hat", so Wolf, der dem Torschützen nun „gerne das ein oder andere Getränk" ausgeben will.

Prödl: "Mit Verletzung abgeschlossen"

Diese Einladung nahm der Torschütze umgehend an, bestellte aber „nur" ein Radler, schließlich stehe ja am nächsten Tag wieder Training auf dem Programm. Dann beginnt für den 27-Jährigen ein neuer Teilabschnitt. „Mit dem Tor kann ich endgültig mit der Verletzung abschließen", freut sich Prödl, der die Gelegenheit nicht ungenutzt ließ, sich bei seinem Reha-Team im pfälzischen Herxheim zu bedanken. Den Dank seiner Teamkollegen und der mitgereisten Werder-Fans hatte er zu diesem Zeitpunkt schon lange sicher. Jetzt fehlt nur noch das Radler.

Aus Gelsenkirchen berichten Yannik Cischinsky, Marcel Kuhnt und Erik Scharf