Von Jubelstürmen und Lehrgeld

Hinter Marnon Busch, hier im Duell mit Schalkes Christian Fuchs, liegen ereignisreiche Wochen (Foto: nph).
Profis
Montag, 29.09.2014 // 14:59 Uhr

Der erste Bundesligaeinsatz zum Saisonauftakt in Berlin, das Startelfdebüt und schließlich die Torpremiere für die Profis - Werders Nachwuchsmann Marnon Busch blickt auf einen ereignisreichen Monat zurück. „Es ging in den letzten Wochen alles sehr, sehr schnell für mich. Es ist ein gutes Gefühl auf dem Platz zu stehen, ich genieße jede Sekunde, sauge die Atmosphäre auf und versuche in jedem Training und bei jedem Einsatz zu lernen", sagte Busch nach dem Spiel in Wolfsburg, in dem der Rechtsverteidiger in der 37. Minute das zwischenzeitliche 1:1 erzielte.

Es war sein erster Bundesligatreffer im erst sechsten Pflichtspiel für die Grün-Weißen und sein Jubel ließ erkennen, wie viel ihm sein Tor bedeutete. Doch leider reichte Buschs Treffer nicht, um aus Wolfsburg Zählbares zu entführen. „Für ihn gilt das, was auch für die gesamte Mannschaft gilt: Er hat gute Sachen in seinem Spiel, zahlt in der einen oder anderen Situation aber auch noch Lehrgeld", resümierte Cheftrainer Robin Dutt, der dem 19-Jährigen wie gegen Schalke von Beginn an das Vertrauen schenkte.

Seit sieben Jahren spielt Busch an der Weser. Er durchlief sämtliche Nachwuchsteams und weiß trotz der zuletzt rasanten Entwicklung, dass sowohl auf ihn als auch auf den SV Werder ein hartes Stück Arbeit wartet. „Ich hätte viel, viel lieber die drei Punkte mitgenommen. Es überwiegt die Enttäuschung, trotz des geilen Gefühls beim Tor", sagte Busch. „Wir machen individuelle Fehler, die wir abstellen müssen", sprach der Youngster an, was beim Heimspiel gegen den SC Freiburg besser werden muss.

Doch ob bei Busch, den Teamkollegen oder bei Werder-Coach Dutt - der Glaube an den eingeschlagenen „Werder-Weg" ist nach wie vor stark. „Natürlich fällt aus den Situationen, in denen wir Lehrgeld bezahlen, auch ein Gegentor. Aber wir arbeiten weiter intensiv mit Marnon und dann steht hoffentlich bald nur noch ein Tor und kein Gegentreffer auf dem Papier", formulierte Dutt das Credo, das für das gesamte Team steht.

Von Yannik Cischinsky