Großes Vertrauen, keine Gelassenheit

Klare Ansage vom Trainer: Trotz der positiven Entwicklung gibt es keinen Grund, sich zurückzulehnen (Foto: nph).
Profis
Donnerstag, 19.03.2015 // 18:11 Uhr

Am Samstag endet in Köln die Hinrunde. Nicht für Werder natürlich, auch nicht die der Gastgeber vom Rhein, sondern die einer einzelnen Person: Viktor Skripnik. Nach dem verlorenen Heimspiel gegen den 1. FC Köln im Oktober übernahm Skripnik die Werder-Elf. Seitdem hat der SVW 29 Punkte gesammelt, ist vom letzten Tabellenplatz auf Rang neun geklettert und legte einen fulminanten Rückrundenstart hin.

16 Gegnern stand Skripnik seitdem gegenüber. Und ehe sich in der Domstadt der Kreis schließt, bleibt Zeit zurückzublicken - vor allem auf die Entwicklung der letzten Monate, wie es Geschäftsführer Thomas Eichin auf der Pressekonferenz am Donnerstag tat. „Die Mannschaft hat sich extrem schnell stabilisiert, die nötigen Punkte gesammelt und dafür gesorgt, dass wir da stehen, wo wir jetzt stehen. Mit der aktuellen Position fühlen wir uns ungleich wohler als auf dem letzten Tabellenplatz", resümierte Eichin. „Wir sind zufrieden, dass wir die Kurve gekriegt haben und blicken positiv nach vorne", erklärte auch Skripnik.

Hauptaufgabe: Punkte sammeln!

Einen speziellen Grund für den Umschwung machte der Cheftrainer dabei nicht aus: „Es gibt kein Geheimnis oder Rezept dafür." Für ihn waren es viele kleine Stellschrauben, die zum Umschwung geführt hätten - Pluspunkte, die sich summieren, so der Werder-Coach weiter. Die guten Leistungen der Mannschaft, das dazugewonnene Selbstvertrauen durch kleinere Erfolgserlebnisse, die Arbeit seines Trainerstabs und die richtigen Entscheidungen der Geschäftsführung, zum Beispiel was die Transfers von Jannik Vestergaard und Levin Öztunali in der Winterpause betreffe.

Von Gelassenheit angesichts des Zehn-Punkte-Abstands auf die Abstiegsränge oder sogar Sehnsucht nach Europa im Hinblick auf die nur drei Zähler Rückstand auf Platz sieben, der möglicherweise für die Teilnahme an der Europa-League berechtigt, wollte allerdings keiner etwas wissen. „Das Trainerteam ist fokussiert, in der Kabine sind alle wachsam. Das ist wichtig, denn wir wollen den Abstand nach unten ausbauen oder zumindest halten. Das Saisonende rückt näher und die Spiele werden immer wichtiger. Wir gehen in jede Partie, um sie zu gewinnen", sagte Eichin. Skripnik betonte, dass es weiterhin schlichtweg die „Hauptaufgabe" sei, Punkte zu sammeln: „Ein hartes Stück Arbeit wartet auf uns."

Entscheidende Phase der Saison eingeläutet

Punkte, die in erster Linie gegen den Abstieg helfen. Doch ein Sieg gegen den direkten Konkurrenten Köln, im Tableau drei Plätze und vier Punkte hinter den Grün-Weißen, wäre „ein Gradmesser", so Eichin. „Bei der Entwicklung der Mannschaft muss man ihnen die Europa League zutrauen. Bei einem Erfolg darf man auch nach oben schauen", räumte Skripnik ein, doch sollte man „in Köln verlieren, müssen wir schon wieder nach unten gucken".

So oder so, spätestens mit dem Gastspiel in Köln ist die entscheidende Phase der Saison eingeläutet. Neun Partien sind inklusive der Samstags-Begegnung noch zu absolvieren, ehe abgerechnet wird. Wofür es am Ende reicht ist Zukunftsmusik, wofür es am Samstag reicht hängt dagegen davon ab, wie unbeeindruckt sich die Werderaner von der Entwicklung seit Oktober zeigen. Doch da lassen Eichin und Skripnik keine Zweifel aufkommen: „Wir leben im Heute. Alle sind heiß auf das Spiel", so die Prognose.

Von Yannik Cischinsky