Marathon-Trainingseinheit am Sonntag ohne Bargfrede

Rückschlag am Samstagnachmittag: Philipp Bargfrede muss sich an seinem lädierten Knie behandeln lassen. Für ihn war das Wochenende damit erstmal gelaufen.
Profis
Sonntag, 30.06.2013 // 14:05 Uhr

Das war ein ganz intensives Wochenende zum Start der Saisonvorbereitung für die Werder-Profis. Nachdem Cheftrainer Robin Dutt bereits am Samstag zu zwei Trainingseinheiten eingeladen hatte, fand am Sonntagmorgen eine der längsten Arbeitseinsätze der Grün-Weißen auf dem Platz statt.

Nach einer 15-minütigen Aufwärmphase mit Stabilisationsprogramm in den Katakomben des Weser-Stadion wurde anschließend auf „Platz 10" noch einmal zwei Stunden trainiert. „Die ersten Tage sollen schon auch eine Willensprüfung für die Jungs sein. Und jeder konnte sehen, dass sie beißen können. Da wurde auch noch nach zwei Stunden hohe Qualität abgeliefert", lobte Dutt sein Team, das nun bis zur nächsten Einheit am Montagnachmittag auf Norderney etwas durchschnaufen kann. „Rechnet man den Laktattest mit dazu, dann waren es zum Start schon fünf Einheiten, die es in sich hatten", gibt Dutt zu und kündigt weitere Änderungen zu den bekannten Abläufen der letzten Jahre an. „Vielleicht lassen wir auf Norderney den Strandlauf auch mal weg und arbeiten dafür auf dem Platz eine halbe Stunde länger. Damit muss man immer rechnen", so Dutt, der aber auch nicht alle Karten in Sachen Trainingsprogramm offen legen will. „Wir werden auch immer genau schauen, wie hoch die Belastung der Spieler ist."

Bei den Spielern kommt die Modifizierung der Trainingsarbeit an. Stürmer Nils Petersen dazu: „Zwei Stunden auf dem Feld zu stehen, ist schon eine Veränderung im Vergleich zur Arbeit von Thomas Schaaf. Jeder Trainer hat da seine Philosophie. Heute war es ein gutes Training, es war lang, aber abwechslungsreich, schon mit taktischen Hinweisen, trotz konditioneller Belastung. Außerdem haben wir dafür am Nachmittag frei. Ich bin sehr gespannt wie das auf Norderney weitergeht." Die Umstellung auf den neuen Trainer ist für den Angreifer jedoch keine große Schwierigkeit. „Für mich ist das nichts Ungewöhnliches, da ich schon so viele Trainerwechsel in meiner Karriere erleben musste. Aber für Spieler, die hier jahrelang unter Thomas Schaaf trainiert haben, ist das sicher noch auffälliger, welche Kleinigkeiten jetzt vom Trainerstab verändert werden", so Petersen. Damit meint der 24-Jährige nicht einmal die Trainingsarbeit an sich. „Sondern auch den Trainertypen. Am Anfang muss sich jeder Spieler erstmal darauf einstellen, welchen Humor hat der Trainer, wie er reagiert, wenn mal etwas nicht klappt oder wenn man mal etwas nicht verstanden hat. Darauf achtet jetzt jeder", erklärt der Stürmer.

Einer, der diese Nuancen heute nicht beobachten konnte, war Philipp Bargfrede, der die erste Verletzung der Vorbereitung davongetragen hat. Am Samstagnachmittag verdrehte er sich das rechte Knie während des Trainings und musste am Sonntag pausieren. „Da ist es heute noch zu früh, eine endgültige Diagnose zu verkünden. Es wird noch weitere Untersuchungen am Montag geben. Ich hoffe, er fällt nur ein paar Tage aus. Ich wünsche Philipp eine schnelle Rückkehr", so Dutt. Inzwischen wurde bekannt, dass der Mittelfeldspieler für diese weiteren Untersuchungen nach Augsburg fahren wird und deshalb am Montag nicht nach Norderney anreisen wird.

Von Michael Rudolph