Drei Eier im Osternest, aber erst zu "98 Prozent" gerettet

Ein Blick in strahlende Gesichter: Die Werder-Profis ließen der Erleichterung freien Lauf (Foto:nph).
Profis
Samstag, 19.04.2014 // 20:11 Uhr

Der Garcia-Kopfball zur 2:1-Führung, der gehaltene Strafstoß von Wolf gegen Salihovic und das Petersen-Tor zum 3:1-Endstand - die letzten Minuten des Spiels zwischen Werder und 1899 Hoffenheim hatte einiges zu bieten, waren eine emotionale Achterbahnfahrt mit ,Happy End‘ für Werder.

Entsprechend ausgelassen fiel auch der Jubel nach dem Schlusspfiff durch Schiedsricher Bastian Dankert aus: Robin Dutt stürmte im Vollsprint auf's Feld, die Spieler auf dem Platz und die Fans auf den Rängen lagen sich in den Armen. „Das war ein extrem wichtiger Sieg und ein riesiger Schritt auf dem Weg zum Klassenerhalt", freute sich Aaron Hunt. „Es ist heute eine Menge Ballast von uns abgefallen. Es waren viele Emotionen dabei und wir sind sehr froh, dass wir dieses schwierige Spiel gewinnen konnten. Die 90 Minuten waren ein Spiegelbild der Saison", so das Fazit des Vizekapitäns.

Was die anderen Protagonisten zu dem wichtigen Heimsieg zu sagen haben, und warum Werder noch nicht den Klassenerhalt feiert, hat WERDER.DE zusammengetragen:

Zum Spielausgang:

Robin Dutt: „Hoffenheim war heute schon sehr stark. Wir waren sehr aggressiv in der Balleroberung und haben wichtige Zweikämpfe gewonnen. Das war aber auch kräftezerrend. Aber durch die Balleroberungen haben wir es geschafft, das Feld zu überbrücken, gute Konter zu setzen und die Hoffenheimer zu zwingen, dadurch 50, 60 Meter weiter nach hinten zu arbeiten. Das war sehr wichtig. Die Gefühlswelt war gerade in den letzten zehn Minuten ziemlich durcheinander. Es ging hin und her. Wir sind froh, dass wir gewonnen haben."

Philipp Bargfrede: „Wir haben in den vergangenen Wochen immer wieder gesagt, dass die Zweikämpfe im Vordergrund stehen müssen. Erst dann können wir auch um unser spielerisches Potenzial kümmern. Heute haben wir uns schon wieder - wie so oft in dieser Saison - nach drei Minuten ein Gegentor kassiert. Das müssen wir einfach abstellen. Wir sind aber eindrucksvoll zurückgekommen. Zum Glück haben wir heute mehr Tore geschossen als kassiert."

Franco Di Santo: „Heute war das Glück auf unserer Seite. Ich glaube, wir haben ein gutes Spiel gemacht. Der liebe Gott hat sich heute für uns entschieden und wollte uns für unsere Leistung belohnen."

War das der Klassenerhalt - ja oder nein?

Robin Dutt: „Es kommt jetzt darauf an, wie die Konkurrenten an diesem Spieltag noch spielen. Wenn zwei dieser drei Mannschaften patzen, ist es zwar rechnerisch noch nicht ganz sicher, aber dann müsste schon viel passieren. Noch haben diese Mannschaft nicht gepatzt. Und solange dies nicht geschehen ist, hat sich für uns nichts verändert."

Raphael Wolf: „Das war ein riesiger Schritt, aber so lange es rechnerisch noch nicht durch ist, bin ich noch nicht zufrieden. Wir werden auch in den letzten Spielen Gas geben und versuchen, möglichst viele Punkte zu holen. Es ist unser Anspruch noch etwas zu klettern."

Thomas Eichin: „Wir freuen uns für die Mannschaft, wenn sie belohnt wird, für ihre Art und Weise, Fußball zu spielen. Die Inhalte, die in dieser Woche wieder im Training erarbeitet wurden, wurden gut umgesetzt. Das freut uns, daher sind wir alle glücklich. Wir haben jetzt 36 Punkte und einen kleinen Sprung in der Tabelle gemacht."

Aaron Hunt: „Ich glaube, dass es reichen könnte, aber es stehen ja noch einige Ergebnisse aus. Wir haben aber unsere Hausaufgaben gemacht, haben durch den Sieg einen riesigen Schritt gemacht. Wir sind zu 98 Prozent gesichert."

Zu den Fans:

Robin Dutt: „Ich kann mich wirklich nur wiederholen: Diese Fans sind außergewöhnlich. Das ist in der Historie entstanden. Dieser Zusammenhalt zwischen den Fans ist toll. Die Fans merken, dass sie mehr aus der Mannschaft herauskitzeln, wenn sie uns positive begleiten. Sie haben einen viel größeren Anteil an unserem Punktestand als sie vielleicht selbst glauben. Das ist sehr positiv und trägt uns durch die Situation."

Aaron Hunt: „Ich könnte über unsere Fans eine ganze Menge sagen, aber jeder der heute im Stadion war, hat die einzigartige Atmosphäre miterlebt. Unsere Anhänger haben ein super Gespür, sind immer für uns da, wenn wir sie brauchen. Auch heute hat uns die Stimmung wieder getragen, die Fans haben einen großen Anteil an dem Sieg."

Philipp Bargfrede: „Wir haben letzte Woche in Mainz schon erfahren dürfen, was für besondere Fans wir haben. Heute waren sie wieder großartig. Wir können uns sehr glückloch schätzen, solche Fans zu haben!"

Raphael Wolf: „Die Fans sind wunderbar. Sie unterstützen uns toll. In dieser Saison ist es für uns wichtig, über die Emotionen ins Spiel zu kommen. Dann können wir auch guten Fußball spielen. Mit diesem Sieg haben wir den Fans heute ein bisschen was zurückgegeben."

Markus Gisdol (Trainer 1899 Hoffenheim): „Wir mussten hier heute gegen zwölf Mann spielen - und damit meine ich nicht den Schiedsrichter, sondern die Fans von Werder Bremen. Das ist wirklich Wahnsinn, was man hier erlebt. Das gibt es so oft noch nicht mal in den ganz großen Bundesliga-Stadien."

Ausblick auf den Bundesliga-Endspurt:

Franco Di Santo: „Natürlich fehlt uns noch die Konstanz im Spiel. Aber ich finde, dass wir im Laufe der Rückrunde konstanter geworden sind. Auch wenn es immer mal wieder Rückschläge gab. Wichtig ist, dass wir unsere Spielform auch für die restlichen Aufgaben beibehalten."

Thomas Eichin: „Wir bekommen langsam eine gewisse Stabilität in unser Abwehrverhalten. Entsprechend wird man auch nach vorne sicherer, weil jeder die Laufwege besser kennt. Wir haben das heute zeitweise ganz gut gemacht, müssen das aber noch weiter verbessern."

Aus dem Weser-Stadion berichten Dominik Kupilas und Timo Volkmann