Dutt: "Kann nicht unser Anspruch sein"

Es sollte am Ende einfach nicht sein: Werders Nullnummer zum Rückrundenauftakt gegen Eintracht Braunschweig (Foto: nph).
Profis
Sonntag, 26.01.2014 // 19:46 Uhr

Nein, mit dem torlosen Remis zum Auftakt in die Bundesliga-Rückrunde war beim SV Werder niemand so richtig zufrieden. Das machten die Reaktionen der Protagonisten nach Spielende deutlich. In den Katakomben des Weser-Stadions verwiesen die Grün-Weißen zwar darauf, dass die in der Hinrunde häufig anfällige Defensive gegen Eintracht Braunschweig weitestgehend stabil stand. Allerdings fehlte in der Offensive oft die letzte Entschlossenheit.

„Ich bin heute überhaupt nicht zufrieden. Unser Fokus lag in der Vorbereitung zwar auf dem Defensiv-Verhalten, aber es stand nicht so sehr im Vordergrund, dass wir mit einem 0:0 gegen den Tabellenletzten im eigenen Stadion zufrieden sind. Das kann nicht unser Anspruch sein", fand Robin Dutt nach Spielende deutliche Worte und führte weiter aus: "Die Balance hat heute weitestgehend gestimmt. Hinten haben wir das abgesehen von zwei, drei Unachtsamkeiten gut gemacht, und vorne haben wir uns zahlreiche Chancen erspielt. Nils zweimal aus kurzer Distanz, Juno frei aus zehn Metern, Theo und Garcia mit dem Kopf, Bargi an den Pfosten - diese Chancen müssen unter dem Strich einfach für einen Sieg reichen. Wir hätten uns die ganze Arbeit leichter machen können, wenn wir einen der Hochkaräter nutzen. Und die Krönung ist das Tor von Elia, das um einen halben Meter kein Abseits war. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht zu häufig mit zu wenig zufrieden sind."

Weitere Aussagen der Werderaner zur Nullnummer gegen die Niedersachsen, die WERDER.DE aus der Mixed Zone gesammelt hat:

Zur Leistung der Mannschaft:

Thomas Eichin: „Wir haben das heute defensiv gut gemacht, standen dort stabil. Die beiden Innenverteidiger haben einen hervorragenden Job gemacht. Die Harmonie zwischen Defensive und Offensive war okay. Ich kann der Mannschaft insgesamt keinen großen Vorwurf machen. Das Einzige, was mich stört, ist, dass wir uns nach den guten Möglichkeiten zu Beginn der zweiten Halbzeit wieder zurückdrängen ließen. Ich bin mit dem Spiel bedingt zufrieden, mit dem Ergebnis nicht."

Robin Dutt: „Eintracht Braunschweig war heute der erwartet unangenehme Gegner. Die Mannschaft hat sich in der zweite Hälfte der Hinrunde stabilisiert und hat das heute gut gemacht. Bei uns war das von der Spielanlage in Ordnung, aber wir haben uns zwischen der 60. und der 80. Minute zu weit hinten reindrängen lassen. Das kann natürlich passieren, darf es aber nicht. Wir haben weiterhin viel Arbeit vor uns."

Aaron Hunt: „Es gibt sicherlich jede Menge Steigerungsbedarf. Sonst sind uns in Drucksituationen häufig gute Reaktionen gelungen, das war heute nicht so, weil wir vor allem nach vorne nicht gut ins Spiel gefunden haben. Dass wir heute nicht gewonnen haben, lag an unserem Spiel nach vorne, defensiv war das okay."

Raphael Wolf: „Wir haben als Team gut in der Defensive gestanden. Ich hatte im Tor nicht viel Arbeit. Ein Zu-Null-Spiel ist für den Torwart immer wichtig. Dennoch wäre ein Sieg heute besser gewesen. Dazu hätten wir unsere Chancen besser nutzen müssen. Es sind uns zwei wichtige Zähler verloren gegangen."

Sebastian Prödl: „Die Art und Weise des Ergebnisses ist bitter, wir hatten einige Chancen und haben ein reguläres Tor gemacht, das uns aberkannt wurde. Grundsätzlich haben wir aber vieles von dem, was wir uns vorgenommen haben, umgesetzt. Wir wollten die Braunschweiger kommen lassen, wollten auf Konter spielen. Hätten wir das Tor gemacht, wäre alles gut gewesen, so gibt es einige Kritikpunkte. Das Ergebnis wirft uns aber nicht um."

Zlatko Junuzovic: „Der Druck vor dem Spiel war enorm, aber das war heute leider zu wenig, wir wollten zum Auftakt in die Rückrunde unbedingt drei Punkte holen. Das wäre vor allem nach gestern sehr wichtig gewesen. Aber wir wissen, dass die Rückrunde ein Kampf bis zur letzten Sekunde wird."

Zum vermeintlichen Abseitstor:

Robin Dutt: „Ich habe gestern in der Bundesliga einige enge Situationen erlebt, die von den Schiedsrichter-Assistenten gesehen wurden. Das Tor von Elia war keine knappe Situation. Außerhalb unseres Einflussbereichs war das heute sicherlich die spielentscheidende Szene."

Aaron Hunt: „Ich stand in der Situation auf einer ähnlichen Höhe wie Elia und hätte auch auf Abseits entschieden. Es war insgesamt so knapp, dass ich da niemandem einen Vorwurf machen möchte."

Raphael Wolf: „Schade, dass dieser Treffer nicht anerkannt wurde. Er hätte den Sieg für uns bedeutet."

Thomas Eichin: „Das war ein regulärer Treffer. Es ist ärgerlich, wenn der dann abgepfiffen wird. Es gab da in der Vergangenheit schon knappere Entscheidungen." 

Zum Eisschrank Weser-Stadion:

Sebastian Prödl: „Wir hätten heute wie das Wetter eiskalt bleiben müssen."

Robin Dutt: „Wir leben in Deutschland und spielen im Januar, da kann das schon mal vorkommen. Das soll keine Ausrede sein."
Raphael Wolf: „Ich habe mir ein Beispiel an den Feldspielern genommen und die kurze Hose angezogen. Zwischendurch habe ich meine Oberschenkel und mein Gesicht nicht mehr gespürt. Es war schon verdammt kalt. Bleibt nur zu hoffen, dass es ganz schnell wieder wärmer wird."

Zlatko Junuzovic: „Es war heute arschkalt."

Aaron Hunt: „Es war sehr kalt, in der zweiten Halbzeit war der Platz durch den Schnee dann noch schwieriger zu bespielen und die Sicht war nicht gut. Aber das soll keine Ausrede sein."

Zu den vielen Chancen:

Robin Dutt: „Im Hinspiel hatten wir eine Chance und haben ein Tor gemacht. Heute waren es sieben oder acht, die wir nicht genutzt haben. Das ist ein Punkt, den ich kritisiere, aber ich kritisiere auch, dass wir uns nicht die achte, neunte und zehnte Gelegenheit erspielt haben. Ich bin deshalb heute aus anderen Gründen unzufrieden als in der Hinrunde."

Zum Zu-Null-Spiel von Raphael Wolf:

Aaron Hunt: „Rapha hat das so souverän gemacht, wie wir das von ihm kennen und wie wir uns das vorstellen. Die Aktionen, in denen er gefordert war, hat er gut gemeistert."

Thomas Eichin: „Rapha hat einen stabilen Eindruck gemacht. Er hat gehalten, was er halten musste. Insgesamt war das ein gutes Spiel von ihm."

Ausblick auf Augsburg:

Thomas Eichin: „Normalerweise sind drei Punkte zuhause gegen Braunschweig Pflicht. Deswegen sind zwei Zähler zu wenig. Nach hinten kann dann aber immer ein Ball durchrutschen, vor allem, bei solchen Bedingungen. Das ist nun mal so in der Bundesliga. Solch ein Spiel wird dann am Ende durch ein einziges Tor entschieden. Wir müssen mit dem Punkt daher am Ende leben und sollten nicht jammern. An einem guten Tag können wir in Augsburg was holen."

Zlatko Junuzovic: „Nächste Woche gegen Augsburg müssen wir was Zählbares mitnehmen."

Raphael Wolf: „Drei Punkte wären natürlich heute optimal gewesen, gerade nach den gestrigen Ergebnissen. Wir sollten dennoch optimistisch nach vorne schauen und haben jetzt Augsburg vor der Brust. Das wird nicht leicht. Wir wollen trotzdem was holen dort."


aus dem Weser-Stadion berichten Dominik Kupilas und Timo Volkmann