Dutt: "Wir sind in einer schlimmen Phase"

Keine Chance beim Elfmeter, den Ramos nur wenige Sekunden nach der Bremer Führung zum 1:1 verwandelte.
Profis
Freitag, 13.12.2013 // 23:48 Uhr

Rauf, runter, runter, rauf - und dann wieder runter. Werders 90 Minuten im Berliner Olympiastadion glichen einer Fahrstuhlfahrt - mit erneut keinem Happy End. Lediglich vier Chancen hatte die Hertha am Freitagabend, drei nutzte sie. Auch mit gütiger Mithilfe der Grün-Weißen. „Wir schießen auswärts zwei Tore. Da kann ich nicht motzen, das ist absolut okay. Doch wenn die Bälle in den Strafraum kommen, machen wir zu viele individuelle Fehler. Das verfolgt uns seit Wochen. Wir müssen diese Fehler endlich abstellen, sonst holen wir die Punkte nicht mehr", sagte Werder-Geschäftsführer Thomas Eichin kurz nach der 2:3-Niederlage.

Was Chefcoach Robin Dutt, die Torschützen Aaron Hunt und Nils Petersen sowie Saison-Startelfdebütant Philipp Bargfrede in der Mixed Zone zu allen Themen rund um das 16. Saisonspiel und darüber hinaus zu sagen hatten, hat WERDER.DE notiert.

Zum Spielverlauf:

Robin Dutt: „Ich bin sehr enttäuscht. Wir sind mit einer guten Organisation ins Spiel gegangen, hatten viele Balleroberungen, gute Umschaltaktionen, von der eine schließlich auch zum 1:0 geführt hat, doch jedes Mal, wenn ein Spieler bei uns in den Strafraum kommt, wird es gefährlich. Das war heute dreimal der Fall. Eine Aktion führt zum Elfmeter, einmal gab es eine Großchance und einmal ein Tor. Das ist seit Wochen unser Problem. Wir können nicht jedes Mal vier Tore wie gegen Hoffenheim erzielen, um zu punkten."

Bargfrede: „Wir wollten nach der letzten Woche einiges gut machen, das ist uns nicht gelungen. Wir bekommen zu leicht zu viele Gegentore. Dadurch machen wir uns das Leben sehr, sehr schwer. Woran das liegt, ist eine ganz schwere Frage. Wenn man dann noch die Chance in der Schlussminute sieht, dann kommt auch noch Pech dazu."

Thomas Eichin: „Die Mannschaft hat ordentlich angefangen und geht auch verdient in Führung. Aber die Gegentore darfst du so nicht bekommen, das bringt uns dann auf die Verliererstraße. Wir hatten uns auch nach der Halbzeit wieder viel vorgenommen und dann bekommst du direkt wieder einen Treffer. Immer, wenn Hertha in unseren Strafraum kam, wurde es brandgefährlich. Dadurch waren die Jungs verunsichert. Wir müssen einfach die Fehler abstellen."

Nils Petersen: „Diese Niederlage tut sehr weh. Wir wollten wegkommen von dem Spektakel, aber in der ersten Halbzeit war es genau das. Hertha macht aus einer Chance zwei Tore und bei uns reichen zwei Auswärtstore mal wieder nicht für einen Punktgewinn. Das zieht sich in den letzten Spielen durch wie ein roter Faden."

Aaron Hunt: „Die Enttäuschung ist riesengroß. Wir haben gut angefangen, sind verdient in Führung gegangen, bringen uns dann aber selbst um den Lohn. Den Elfmeter kann man geben, aber ich ärgere mich vor allem über das zweite Tor, das war viel zu einfach. Da wird ein Ball von außen reingespielt und der Stürmer steht blank vor dem Tor. Da verteidigen wir fast körperlos, da braucht man sich nicht wundern, wenn man keine Punkte holt. Wir bekommen in den letzten Spielen zu viele Gegentore. Da müssen wir in der Defensive einfach konzentrierter sein, das begleitet uns seit Wochen. Wir können es nicht immer schaffen, nach einem Rückstand noch was zu holen."

Der Ausblick:

Robin Dutt: „Auch wenn es sich wiederkehrend anhört, muss ich die Mannschaft auch heute wieder für ihre Leidenschaft und ihren Willen loben. Wenn diese Tugenden noch verloren gingen, wird es schwer für uns. Wir haben einfach eine zu hohe individuelle Fehlerzahl, mit der sich die Jungs das Leben selbst sehr schwer machen. Wir wissen, dass wir zurzeit eine schlimme Phase durchmachen. Wir brauchen dringend die Winterpause."  

Nils Petersen: „Unsere Leidenschaft und der Wille der Mannschaften machen mir Mut. Und auch die Fans, die uns hier wieder großartig unterstützt haben, honorieren das. Die haben uns nach dem Spiel nicht ausgepfiffen, sondern uns gut zugeredet. Wir wollten nach dem 0:7-Debakel unbedingt was holen. Es tut weh, aber wir müssen jetzt wieder aufstehen und im letzten Spiel nochmal alles geben und die Wut über uns selber in positive Aggressionen umwandeln."

Aaron Hunt: „Wir haben nächste Woche ein schweres Spiel, in dem wir unbedingt was holen wollen. Wir werden alles aus uns rausholen, um möglichst mit einem Sieg in die Winterpause zu gehen."

Thomas Eichin: „Wenn wir unsere Fehler nicht abstellen, dann wird es schwer. Gegen Leverkusen müssen wir unbedingt mal wieder Punkte holen."

Zur Tabellensituation:

Aaron Hunt: „Wir gehören zum Kreis, der unten steht, da müssen wir auch nichts schönreden, sondern die Situation annehmen."

Philipp Bargfrede: „Ich machen mir keine Sorgen, aber wir machen uns alle unsere Gedanken. Wir müssen nach unten gucken. Vor allem müssen wir aber von Spiel zu Spiel gucken und wieder unsere Punkte einsammeln."

Die Situation von Raphael Wolf:

Philipp Bargfrede: „Das ist kacke für Raphael, die vielen Gegentore sind aber für uns alle scheiße. Es liegt nicht an Rapha, uns fehlt in vielen Situationen einfach die Kompaktheit. Wir haben noch ein Spiel in der Hinrunde, da müssen wir im eigenen Stadion alles aus uns herausholen und unbedingt punkten."

Thomas Eichin: „Er tut mir leid. Raphael bekommt kaum Bälle auf's Tor und wenn man was kommt, dann ist der Ball unhaltbar und drin. Wir müssen ihn einfach besser unterstützen, es liegt nicht an ihm, er ist die ärmste Sau."

aus dem Olympiastadion berichten Dominik Kupilas und Timo Volkmann