"Kleinen Rückschritt" positiv nutzen

Frust und Enttäuschung nach der 1:4-Niederlage in Gladbach: Clemens Fritz, Sebastian Prödl und Felix Kroos (v.l.).
Profis
Samstag, 31.08.2013 // 20:54 Uhr

Es war einfach nicht der Tag des SV Werder! Mit 1:4 unterlagen die Grün-Weißen bei Borussia Mönchengladbach, kassierten damit nach zwei knappen Siegen zum Auftakt und der knappen Niederlage bei Borussia Dortmund erstmals in dieser noch jungen Spielzeit mehr als ein Gegentor und eine erhebliche Niederlage. „Es war sicherlich ein verdienter Sieg für Gladbach, der nach den Spielanteilen aber zu hoch ausgefallen ist", so das Fazit von Robin Dutt, der aber auch gleichzeitig vorausblickte: „Wenn man am Angriffsverhalten ansetzt und trainiert, sieht man, dass es dann auch irgendwie zur Lasten der Defensive geht. Wir müssen also noch die Balance zwischen Defensive und Offensive finden."

Zlatko Junuzovic sieht keinen Grund beunruhigt zu sein: „Mit 1:4 zu verlieren, ist immer bitter. Aber es sind jetzt vier Spiele gespielt, davon mussten wir dreimal auswärts antreten. Die Punkteausbeute von sechs Punkten ist daher in Ordnung. Jetzt kommen aber die Spiele, in denen wir wieder was Zählbares holen müssen".

Welche Reaktionen der Werderaner es sonst noch zum Spiel gab und wieso dieser „kleine Rückschritt" auch was Positives bewirken könnte, hat WERDER.DE im Folgenden zusammengefasst:

Reaktionen zum Spielverlauf:

Thomas Eichin: „Wir haben das erste Gegentor zu einem doofen Zeitpunkt bekommen. Dabei ist es erst einmal völlig egal, ob es abseits war oder nicht. Du bekommst also den Treffer gegen dich und dann zieht so eine Mannschaft wie Gladbach natürlich auf. Nach dem 0:2 müssen wir dann aufmachen, so ist Fußball. Vielleicht machst du dann den einen oder anderen Treffer, wir haben ihn nicht gemacht. Das ist dann halt das Momentum, was heute nicht auf unserer Seite war."

Robin Dutt: „Vom Übergang in den Strafraum haben die Gladbacher sicherlich die besseren Ansätze gehabt. Insgesamt war das aber auch von uns ein organsierter Auftritt und wir haben generell den Ball laufen lassen. Nach dem 1:2-Anschlusstreffer riechst du dann nochmal Lunte und hast doch noch die Hoffnung einen Punkt mitzunehmen. Es wäre deshalb fahrlässig gewesen, dich dann hinten reinzustellen. So haben die Gladbacher uns dann aber leider mit ihrer Klasse ausgekontert."

Zlatko Junuzovic: „Wir hätten mehr nach vorne machen müssen. Wir haben im Spiel leider viel zu wenige Chancen herausgespielt. Aber nach dem 1:2 hatte ich trotzdem das Gefühl, dass wir den Ausgleich packen können. Dass das 1:3 dann fünf Minuten später fällt, war natürlich der Genickbruch.

Reaktionen zum Saisonstart:

Thomas Eichin:
„Das wir diese Saison nicht alles weghauen, war mir immer klar. Man muss ja auch realistisch ansetzen: Wenn du auswärts in Dortmund und Gladbach spielst, dann musst du nicht damit rechnen, dass du da Punkte machst. Das war zwar unser Ziel und wir haben das in beiden Spielen anfangs auch gut gemacht, aber aufgrund ihrer Klasse kann man immer mal ein Tor bekommen. Wir haben jetzt aber in vier Spielen, wovon drei auswärts waren, sechs Punkte geholt. Da baue ich jetzt erst einmal drauf auf.

Zlatko Junuzovic: „Das war jetzt sicherlich eines der schlechteren Spiele von uns, wir werden uns aber durch diese Partie nicht unsere ganze Situation kaputt machen lassen. Die Saison beinhaltet einfach viele kleine Schritte und jetzt ist mal ein kleiner Rückschritt da. Das gehört in unserer Entwicklungsphase auch dazu."

Nils Petersen: „Wir wussten schon lange, dass wir da oben nicht hingehören, wo wir zuletzt in der Tabelle standen. Man darf auch nicht vergessen, dass wir nicht unbedingt zwei glanzvolle erste Spiele abgeliefert haben. Trotzdem lassen wir uns den Start jetzt nicht schlecht reden, wir haben sechs Punkte geholt und danach vielleicht zwei schwere Auswärts-Aufgaben gehabt."

Über positive Rückschlüsse für kommende Aufgaben:

Thomas Eichin:
„Wer mich heute wieder sehr positiv erfreut hat, war Franco Di Santo. Da hat man einfach gesehen, dass er seine Aufgabe gut bei uns machen wird. Er kann den Ball vorne sehr, sehr gut halten, lässt sich hin und wieder nach hinten fallen um Bälle zu fordern und arbeitet auch defensiv gut mit."

Clemens Fritz: „Man kann jetzt nicht sagen, dass wir wieder auf dem Boden der Tatsachen gelandet sind, da wir nie abgehoben waren. Wir haben ja nicht angefangen zu träumen nach dem gelungenen Saisonstart, sondern wussten das realistisch einzuordnen. Wir haben auch schon nach den ersten beiden Spielen gesagt, dass wir noch viel lernen und arbeiten müssen."

Zlatko Junuzovic: „Wir haben heute viele Fehler gemacht, die wir in den letzten Spielen nicht gemacht haben. Trotzdem müssen wir aus dieser Situation lernen, weil wir in dieser Saison sicherlich öfter mit ähnlichen Problemen konfrontiert werden. Wenn wir jetzt gleich das Positive herausziehen, dann werden wir uns in den nächsten Situationen auch geschickter anstellen. Das nächstes Spiel ist endlich wieder ein Heimspiel. Gegen Frankfurt wollen wir dann wieder drei Punkte holen und nichts anderes zählt da."

Nils Petersen: „Natürlich war es heute ein dürftiger Auftritt unserer Mannschaft und es wäre für alle schöner gewesen, mit einem Sieg in die Länderspielpause zu gehen. Aber auch wenn das heute schon ein bisschen wehgetan hat und wir nun Zeit haben, das sacken zu lassen, glaube ich, dass wir aus letzten Saison gelernt haben, auch mit so einem Spiel umzugehen. Wir werden die Wochen jetzt gut nutzen, um uns auf Frankfurt vorzubereiten."


Aus dem Borussia-Park berichten Dominik Kupilas und Marcel Schmidt