Mit Taktik und Willen den Sieg erzwungen

Profitierte von der System-Umstellung und erzielte seinen ersten Treffer für Werder: Cedrick Makiadi (Foto:nph).
Profis
Sonntag, 03.11.2013 // 22:40 Uhr

Cheftrainer Robin Dutt hatte unter der Woche schon Ruhe ausgestrahlt. „Warum sollte ich pessimistisch sein. Wir haben nach jedem Rückschlag bisher die richtige Antwort gegeben. Nach dem Pokalaus holten wir sechs Punkte ...

Cheftrainer Robin Dutt hatte unter der Woche schon Ruhe ausgestrahlt. „Warum sollte ich pessimistisch sein. Wir haben nach jedem Rückschlag bisher die richtige Antwort gegeben. Nach dem Pokalaus holten wir sechs Punkte. Nach der Heimniederlage gegen Frankfurt gewannen wir beim HSV und jetzt geben wir nach der Partie gegen Wolfsburg die richtige Antwort." Dutt sollte Recht behalten und einen großen Anteil daran hatten er und sein Trainerteam.

Zlatko Junuzovic, der dem Trainer nach dem Schlusspfiff als erstes in die Arme gefallen war, verriet: „Der Trainr hat sicher sehr viel gegrübelt, welche taktischen Mittel er der Mannschaft an die Hand gibt. Und er hat genau die richtige Lösung gefunden. Das lag auch an unserer Grundausrichtung, dass wir so oft in die Spitze gekommen sind." Mittelfeld-Kollege Cedrick Makiadi stimmte dem Österreicher zu: „Das war heute schon ein ganzes Stück anders. Ich kam auf der Halbposition zum Einsatz. Ganz vorn hatten wir mit Eljero Elia und Zlatko Junuzovic zwei sehr laufstarke Spieler drin, die von den Pässen und der Übersicht von Aaron Hunt profitierten. Das hat sehr gut geklappt." Kapitän Clemens Fritz ergänzte: „Wir wollten nach dem schwachen Spiel in Wolfsburg was ändern, das hat heute gut geklappt. Wir waren offensiv gefährlicher und die Gegentore, die durch einen Elfmeter und einen Sonntagsschuss fallen, hätten nicht sein müssen."

Der Cheftrainer erklärte seine Umstellungen auf der Pressekonferenz nach dem Schlusspfiff so: „Ja, wir haben uns diesmal für eine andere Grundausrichtung entschieden. Wir mussten kompensieren, dass uns die Stürmer fehlen und uns entschieden, zwei Pressing-Stürmer zu bringen. So haben wir das mal genannt. Dann hatten wir einen Theo Gebre Selassie, der schon länger gut drauf ist und in dieser Woche wieder eine Trainingsleistung ablieferte, die mir das Gefühl gab, dass ich ihn unbedingt auf dem Platz haben wollte. Aber auch Clemens Fritz war mir wichtig. Mit diesen Informationen kam dann am Mittwochabend Damir Buric zu mir und sagte, dass wir mit der Raute spielen könnten, wenn wir das umsetzen wollen. Danach haben wir dann im nicht-öffentlichen Training darauf hingearbeitet." Robin Dutt ahnte früh, dass er mit dieser Taktik nicht falsch lag. „Ich war sehr einverstanden, wie präsent wir gestartet sind. Wir haben gleich Aktionen nach vorn entwickelt. Dazu haben wir die richtige Mischung aus gezielten langen Bällen und flachem Spiel gefunden."

Zur taktischen Umstellung kam aber auch ein enormer Wille des Teams die Partie unbedingt mit drei Punkten zu beenden. Torhüter Sebastian Mielitz schwärmte über seine Vorderleute: „Da hat alles gepasst: Kampf, Esprit und Wille. Wir haben jeden Weg gemacht, der uns abverlangt wurde - von vorn bis hinten. Keiner hat sich anmerken lassen, dass wir nach der Wolfsburg-Niederlage angeknockt waren. Am Ende ist uns ein tolles Geschenk für die Fans gelungen." Zlatko Junuzovic: „Dass wir den Sieg einfahren nach einem Gestochere vor der Ostkurve, passte heute ins Bild."

Auch Geschäftsführer Thomas Eichin lobte: „Wir haben heute eine gute Wettkampfmentalität an den Tag gelegt. Ich hatte immer das Gefühl, dass wir keinen Knick kriegen und noch etwas zulegen können. Wir haben 90 Minuten einen konstanten Eindruck gemacht. So ist es dann ja auch zum Sieg gekommen. Es war auch mal gut zu sehen, dass wir heute das Team waren, dass die Dinger in den entscheidenden Szenen mal reingemacht hat."

Hinsichtlich der kommenden Arbeitswoche freute sich Zlatko Junuzovic: „Die Zuschauer haben ein tolles Stadionerlebnis gehabt und werden jetzt sicher glücklich zur Arbeit gehen. So ist das jetzt bei uns auch."

 

Aus dem Weser-Stadion berichten Michael Rudolph, Dominik Kupilas und Timo Fresen